Internationaler Frauentag im Bodenseekreis: Frauen fordern echte Gleichbehandlung

IG Metall erhebt konkrete Forderungen – Gleiche Bezahlung und bessere Aufstiegschancen

Bodenseekreis. Mit konkreten Forderungen begeht die IG Metall im Bodenseekreis den Internationalen Frauentag. „Heute für morgen Zeichen setzen“, ist das Motto des internationalen Frauentages. Die Frauen fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit und auch mehr Frauen in Führungspositionen.

101 Jahre internationaler Frauentag

Der internationale Frauentag ist mittlerweile 101 Jahre alt, aber die Themen sind immer noch auf der Tagesordnung. Frauen bekommen auch heute weniger Geld. De facto erreichen sie trotz höherer Abschlüsse mit besseren Noten als die Männer im Arbeitsleben weniger. Im Durchschnitt verdienen sie 23 Prozent weniger als auf gleichen oder gleichwertigen Arbeitsplätzen wie Männer. Europaweit liegt damit Deutschland fast an der Spitze im Einkommensunterschied.

Frauen verdienen weniger Geld

Schon bei Berufseinsteigerinnen ist es oft so, dass Frauen mit Beginn ihres Arbeitslebens weniger bekommen, als ihre Kollegen. Der Unterschied vergrößert sich im Laufe des Berufslebens. Deshalb heißt es für die IG Metall Frauen am 8. März – „gleiches Geld für gleichwertige Arbeit“. Dafür müsse ein Entgeltgleichheitsgesetz her, das die Unternehmen verpflichtet, bei Ungleichheit in der Bezahlung diese Ungerechtigkeit in den Verdiensten zu beseitigen.

Vereinbarkeit von Arbeit und Leben

Deswegen sind hier Betriebsrätinnen und Betriebsräte gefordert, mehr und bessere Betriebsvereinbarungen zur Vereinbarkeit von Arbeit und Leben durchzusetzen, für gesundheits-und vereinbarkeitsfreundliche Arbeitsplätze zu sorgen und von den Betrieben auch mehr Kinderbetreuungsplätze einzufordern.

Frauen im Niedriglohnsektor

Viele Frauen sind nur mit durchschnittlich 18 Stunden/Woche in Teilzeit beschäftigt. Dadurch haben sie auch sehr niedrige Verdienste. Der Frauenanteil im Niedriglohnsektor nimmt immer mehr zu. Heute sind es im Niedriglohnsektor 68 Prozent Frauen.

Vorstände fast „frauenfrei“

Frauen in Führungspositionen sind immer noch eine Seltenheit. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen liegt bei 22 Prozent. Fast „frauenfrei“ sind die Vorstände von großen DAX Unternehmen. Hier gibt es magere 3,4 Prozent Frauenanteil.

Weniger berufliche Fortbildung

Gerade in großen Unternehmen nehmen weniger Frauen als Männer an betrieblicher Weiterbildung teil. Deswegen fordern Frauen am Internationalen Frauentag die Unternehmen auf, betrieblich mehr berufliche Entwicklungsmöglichkeit für Frauen zu schaffen und bessere Zugänge zu Qualifizierungsmöglichkeiten. Dies gilt insbesondere für Frauen die Kinder haben.

Forderung nach Quote

Vom Gesetzgeber fordern IG Metall Frauen eine gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände. Gerade angesichts von Fachkräftemangel dürfen Unternehmen nicht auf die best ausgebildete Generation von Frauen verzichten, so Lilo Rademacher, 1. Bevollmächtigte der IG Metall.

Aktionen in betrieben und Empfang im GZH

In den Betrieben ZF, mtu, und Zeppelin in Friedrichshafen besuchen am 8. März Betriebsrätinnen und Vertrauensfrauen weibliche Beschäftigte am Arbeitsplatz auf und informieren über die noch mangelnde Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt. Die IG Metall veranstaltet am 11. März außerdem einen Arbeitnehmerinnenempfang im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Er dauert von 11 Uhr bis 14 Uhr.

Foto: IG Metall

2 Kommentare to “Internationaler Frauentag im Bodenseekreis: Frauen fordern echte Gleichbehandlung”

  1. Fafnir
    7. März 2012 at 20:11 #

    Natürlich wollen Sozialisten die Enteignung durch die Hintertür. Wo kommen wir denn da hin, wenn Betriebe machen können, was sie wollen? Die haben ja keine Ahnung. Deswegen muss ein roter Funktionär die Kontrolle bekommen. (Oder eine Funktionärin). Ein Entgeltgleichheitsgesetz soll also her, das die Unternehmen verpflichtet, bei Ungleichheit in der Bezahlung diese Ungerechtigkeit in den Verdiensten zu beseitigen? Wie soll das gehen? „Hey Chef, ich mache zwar dauernd Fehler, kann nichts, bis ständig krank, streite nur den ganzen Tag lang mit meinen Kollegen und überziehe immer meine Pausen – aber ich bin zum Glück eine Frau und will sofort das selbe Geld wie Herr Müller, der Musterstreber. Weil das jetzt nämlich Gesetz ist?“ Sowas können sich ja nur irgendwelche weltfremden DGB-Sozialisten ausdenken. Und wenn der Chef jetzt dem Herr Müller weniger bezahlt, geht das auch? Gibt es dann ein Gesetz, das den Herr Müller zwingt, für weniger Geld weiter zu arbeiten? Also ein Kündigungsverbot, wenn der Chef den Gleichheitswahn im Betrieb durchsetzen möchte?

  2. dk
    7. März 2012 at 21:24 #

    2 Weblinks zu einer CH-Online-Zeitung mit etwas ungewöhnlichen Ansichten: zum Nachdenken, falls man es für sinnvoll erachtet.

    Zürich hat den ersten Männerbeauftragten der Schweiz
    http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Zuerich-hat-den-ersten-Maennerbeauftragten-der-Schweiz/story/26728753

    Schweizer Topökonom geisselt seine Zunft
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Schweizer-Topoekonom-geisselt-seine-Zunft/story/23708351

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