Johannes Scherg erhält den Ravensburger Designpreis

Ravensburger Mediendesigner sollen ihre Träume nicht opfern

Ravensburg. Johannes Scherg heißt der Gewinner des zweiten Ravensburger Designpreises. Gestiftet wird der Preis von der Baden-Württembergischen Bank, er geht an den besten Mediendesign-Absolventen der Dualen Hochschule Ravensburg des vergangenen Jahrgangs.

Was Begriff „Ehre“ in anderen Ländern bedeutet

Markus Kern, Direktor der Baden-Württembergischen Bank, übergab den Ravensburger Designpreis am vergangenen Freitag im Rahmen der Absolventen-Ausstellung Mediendesign im Ravensburger Hallenbad an Johannes Scherg. Der Preisträger hat vor einem Jahr an der DHBW Ravensburg seinen Abschluss gemacht und hat laut Prof. Mathias Hassenstein fachliche, soziale sowie innovative Kompetenz an den Tag gelegt. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert. In seiner Bachelor-Arbeit hatte er ein Ausstellungskonzept vorgelegt, wie verschiedene Begriffe in verschiedenen Ländern wahrgenommen werden. Gibt man etwa den Begriff Ehre in die Suchmaschine Google ein, dann liegt in Japan der Fokus auf Autos, in Südamerika auf Sport und in den USA auf Militärabzeichen. „unfocus – focus“ heißt diese Arbeit, die er gemeinsam mit Farina Krause umgesetzt hat.

Kreative Köpfe aus Oberschwaben

Johannes Scherg arbeitet inzwischen bei einer Werbeagentur bei München. Sein Hauptgeschäft: Er betreut Internetseiten aller Art. Allerdings tut er dies nur an drei Tagen die Woche. „Das Internet ist für mich nur ein neues Medium, daneben gibt es viele weitere Möglichkeiten“, sagt der 23-Jährige. Sein Interesse gilt dabei speziell interaktiven Raumprojekten. Ein aktuelles Beispiel: Für eine Bühnenshow mit Tänzerinnen hat er solch ein Konzept entworfen. Je nach Bewegung sind unterschiedliche Projektionen zu sehen, die echten Tänzerinnen treffen damit also auf digitale Tanzpartner. In diese Richtung leitet auch der weiterführende Studienwunsch von Johannes Scherg: physikalisches interaktives Design.

Ideen der „Freischwimmer“

Verliehen wurde der Preis im Rahmen der Ausstellung der Bachelor-Arbeiten der diesjährigen Mediendesign-Absolventen. „Freischwimmer“ lautete der Name der Schau, bei der es allerlei Multimediales zu Bestaunen gab. Matthias Lindner etwa hat ein Ausstellungskonzept für den Hohen Bogen im Bayerischen Wald erdacht, dort erinnert ein stillgelegter NATO-Horchposten an den Kalten Krieg. Die Abhörpraxis real werden lassen etwa die Kopfhörer, mittels denen die Besucher Wissenswertes über die Schau erfahren. Dass Senioren Menschen mit Geschichten sind ist der Grundgedanke der Arbeit von Anne Link. Sie hat ein Buch gestaltet, welches das Leben und die Persönlichkeit von älteren Menschen in Bild und Text in den Mittelpunkt rückt. Sei es die Werbung für Seitenbacher-Müsli, Produkte einer Stadt in Apulien, Kondome in individuelles Passform – „My Size“ – oder ein neues Design für ein TV-Kulturmagazin: Die Absolventen haben sich zum Ende ihres Studiums so einiges einfallen lassen. „Dieser Termin hat für mich schon immer einen hohen Stellenwert gehabt. Was hier zu sehen ist, ist überraschend, verblüffend und voller Anregungen“, lobte denn auch Dr. Franz Schwarzbauer, Kulturamtsleiter der Stadt Ravensburg, bei der Ausstellungseröffnung. Blieb noch, was Prof. Dr. Herbert Moser, Studiengangsleiter Mediendesign, den Absolventen auf den Weg mitgeben wollte: „Opfert eure Träume nicht der Vernunft.“

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.