Jugendorganisationen aller Parteien gegen Konstanzer Glasverbot

Ganz große Koalition meldet sich zu Wort – „Runder Tisch war Alibiveranstaltung“

Konstanz. Die Jugendorganisationen aller politischen Parteien – von Junger Union bis zu linksjugend[’solid] – haben in Konstanz eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Sie üben vernichtende Kritik an der Stadt. Der „runde Tisch“ zum Glasverbot sei eine „Alibiveranstaltung“ gewesen. Die Jugendorganisationen stellen auch die nur 190 Unterschriften, die für ein Glasverbot gesammelt worden seien, den 728 Facebook-Mitgliedern gegenüber, die die Facebook-Initiative „Junges Konstanz gegen Alkoholverbot“ bereits hat.

Glasverbot kam zu früh

Wörtlich heißt es: Anlässlich des gestrigen Runden Tisches der Stadt Konstanz zur Situation an der Seestraße und im Hérosepark erklären die Konstanzer Jusos, die Junge Union Konstanz, sowie die Kreisverbände der Grünen Jugend, der Junge Liberalen und linksjugend[’solid]: ,Der von der Stadt initiierte Runde Tisch war eine reine Alibiveranstaltung. Obwohl bereits ein fester Termin für den Runden Tisch feststand, hatte die Stadt Konstanz im Vorhinein ein Glasflaschenverbot für die Seestraße und den Hérosepark erlassen und damit das Ergebnis des Runden Tisches vorweggenommen.“

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Weiter erklären die Jugendorganisationen der politischen Parteien: „Auch die Veranstaltung selbst entpuppte sich als Farce. Eingeladen wurden lediglich ausgewählte Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Interessengruppen. Diejenigen, die von der Stadt nicht mit einer Einladung bedacht worden waren, hatten keine Möglichkeit, ihren Vorschlägen Gehör zu verschaffen: Der Runde Tisch fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.“

Scharfe Kritik an Stadt

Alle Nachwuchsorganisationen sind sich einig: „Jusos, Junge Union, Grüne Jugend, JuLis und linksjugend[’solid] kritisieren das Vorgehen der Stadt scharf: Es kann nicht sein, dass sich eine Stadt mit einer Alibiveranstaltung schmückt, die anscheinend von vorneherein nicht darauf ausgelegt war, zweifelsohne bestehende Probleme zu lösen. Im Gegenteil: Die Vorgehensweise der Stadt legt nahe, dass sie eine ehrliche und offene Auseinandersetzung mit den Jugendlichen scheut.“

Mehr Leute gegen Alkoholverbot

Die Facebook-Initiative der Jusos „Junges Konstanz gegen Alkoholverbot“ habe innerhalb kürzester Zeit über 700 BefürworterInnen gefunden. In Anbetracht der 190 Unterschriften, die für ein Glasflaschenverbot gesammelt worden seien, sei das eine beachtliche Zahl.

Foto: wak

16 Kommentare to “Jugendorganisationen aller Parteien gegen Konstanzer Glasverbot”

  1. TB
    7. Juni 2011 at 16:43 #

    Ich kritisiere das Vorgehen von Jusos, Junge Union, Grüne Jugend, JuLis und linksjugend[’solid] scharf: Es kann nicht sein, dass sich halbe Kinder, die in ihrem bisherigen Leben noch keinen Beitrag für die Solidargemeinschaft geleistet haben, ebendieser vorwerfen, daß diese kein Verständnis für das asoziale Verhalten der Säufer- und Randalekinder an öffentlichen Plätzen aufbringen will.

    Die von dieser Rasselbande geforderte „ehrliche und offene Auseinandersetzung“ verkennt ja wohl etwas die Realität und die eigene Position. Statt allabendlich an der Seestraße herumzulungern, saufend zu randalieren, lustige Forderungen zu stellen und Sprüche ins Facebook zu pinseln, sollten diese Kinder mal den Kopf senken und die Zeit lieber nutzen, ihre Schularbeiten zu machen.

  2. Patrick
    7. Juni 2011 at 17:18 #

    TB, waren Sie nicht auch einmal jung?
    Was haben Sie denn bitte abends immer gemacht?
    Zeigen Sie doch mal ein bisschen Verständnis für alle, die gegen das Verbot sind, denn die Randalierer sind nur der kleinste Teil und der Rest hat dadurch die Arschkarte.

    Ich finde es sehr gut, dass sich die „Rasselbande“, wie Sie sie genannt haben, was ich an dieser Stelle scharf kritisieren will, für die Jugend einsetzt.
    Auf uns, also auf die Jugend wird generell zu wenig geachtet, jetzt melden wir uns einmal zu Wort und werden nur kritisiert.
    Ach und ganz nebenbei finde ich es auch nicht sehr höflich, alle als Kinder zu bezeichnen, was überhaupt nicht der Fall ist.
    Immerhin engagieren sie sich uns sitzen nicht nur faul zu Hause rum, was ich sehr schätze.

  3. Äl
    7. Juni 2011 at 17:51 #

    Lieber Herr TB,

    die Sprüche die sie hier, wie sie so schön sagen, hinpinseln sind schlimmer als alles bisher in der Facebookgruppe geschriebene. Gerade die hier zitierten Gruppen sind die, die sich von Leuten wie ihnen nicht alles bieten lassen und ihrer Wut nicht durch Saufen und Randale Platz verschaffen. Die Gruppen suchen Lösungsvorschläge. Das sie dabei ihre Interessen vertreten versteht sich von selbst. Und wenn sie schon mit solchem, entschuldigen sie den Ausdruck, hirnrissigen Schwachsinn wie „Beitrag zur Solidargemeinschaft“ kommen, dann sollten sie sich mal fragen ob sie seit ihrer Geburt Steuern zahlen, oder ob sie nicht vielleicht auch erstmal eine Schule und später vielleicht sogar eine Universität besucht haben. Bei dem was sie hier von sich lassen vermute ich leider das sie direkt Steuern bezahlt haben. Somit kann ich ihnen in diesem Punkt leider nicht mal widersprechen. Aber wie soll ein Jugendlicher, der sich zum Beispiel im Studium befindet, ihrer Meinung nach einen Beitrag zur Solidargemeinschaft leisten wenn nicht in einer solchen Gruppe? Bei ihren Beiträgen hier denk ich tatsächlich das sie noch ein Randalekind aus einer Rasselbande sind, welche keine Schulaufgaben machen.

    Es grüßt höflichst,
    Äl

  4. andreas
    7. Juni 2011 at 18:19 #

    Sehr geehrte(r) TB,

    da Ihre Äußerung hier eine auch nur ansatzweise respektvolle Ausdrucksweise vermissen lässt, gehe ich einmal davon aus, dass Sie ihre Schularbeiten auch nicht allzu Ernst genommen haben. Ansonst hätte Ihnen jemand beigebracht, wie eine ebensolche aussieht.

    Warum die Forderung nach einer offenen und ehrlichen Auseinandersetzung über ein Problem – dass eines besteht, bestreitet niemand – eine „lustige Forderung“ sein soll würde mich dann doch interessieren!
    Vielleicht deshalb, weil Sie dann eventuell feststellen könnten, dass nicht alle, die abends an der Seestraße ein Bier o.ä. trinken wollen asoziale „Säufer- und Randalekinder“ sind? (Wie gesagt, dass die (Zer-)Störungen verhindert werden müssen, bestreitet offensichtlich niemand) Oder weil es doch sooo viel schöner ist, sich pauschale Vorurteile über die asoziale Jugend einzureden?

    Senken Sie mal Ihren Kopf und eignen sich eine angemessene Ausdrucksweise an.

  5. Walter Rügert
    7. Juni 2011 at 19:18 #

    Pressemeldung der Stadt Konstanz zum Runden Tisch Seestraße/Herosépark:

    „Oberbürgermeister Horst Frank hatte am Montag, den 06. Juni 2011, Vertreter des Konstanzer Schülerparlaments, der Schulen, Elternbeiräte, Mitglieder der Nachtwanderer, Anwohner der Seestraße und des Herosé-Areals, Mitarbeiter des Polizeireviers und der Polizeidirektion sowie Vertreter der städtischen Behörden zu einem „Runden Tisch“ ins Rathaus eingeladen. Ganz bewusst war das Treffen nicht als Veranstaltung von Parteiorganisationen, sondern als Gespräch zwischen den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern geplant. In einer guten Atmosphäre und einem konstruktiven Dialog besprachen sie die aktuelle Situation im öffentlichen Raum, vor allem an der Seestraße und am Seerhein, und diskutierten Lösungsvorschläge für die entstandenen Probleme. Ein ausführlicher Bericht folgt. „

  6. TB
    7. Juni 2011 at 19:27 #

    Au man. Das tut ja schon weh, diese völlige Abwesenheit von sozialer Kompetenz und die gebetsmühlenartig wiederholten Mantras. Gut, ich mach mir mal die Mühe, auf den vorgebrachten Unsinn einzugehen:

    1.
    „waren Sie nicht auch einmal jung? Was haben Sie denn bitte abends immer gemacht?“
    Blöde Fragen. Haben nichts mit der aktuellen Situation zu tun.

    2.
    „denn die Randalierer sind nur der kleinste Teil“
    Genau. Und um die geht’s hier. Soll ich mir etwa noch die Mühe machen, sozpädmäßig zu differenzieren? Nö. Ganz bestimmt nicht. Aber ein netter Versuch, vom Problem abzulenken. Mitgegangen, mitgehangen. Klingt in Zeiten von Diskutierrunden mit Räucherstäbchen etwas altmodisch, ist aber so.

    3.
    „Auf uns, also auf die Jugend wird generell zu wenig geachtet.“
    Selten so gelacht. Noch nie gab es so viel Angebote, Beachtung und Fürsorge. Wenn man natürlich bräsig herumhockt und darauf wartet, daß einem alles auf dem Silbertablett serviert wird, kann man natürlich den Eindruck haben, zuwenig Beachtung zu bekommen. Seit Jahrzehnten kümmert sich eine teuer bezahlte Sozialindustrie um Belange „der Jugend“ und sonstiger angeblich benachteiligter Randgruppen. Die Ergebnisse sind äußerst dürftig.

    4.
    „die sich von Leuten wie ihnen nicht alles bieten lassen “
    Ach so! Eine seltsame Wahrnehmung der Realität. Wer sich hier von wem was bieten lassen muss, ist ja wohl klar. Die Opfer (also die Passanten und Anwohner) noch zu verhöhnen, zeugt von einem ziemlich egozentrischem Weltbild.

    5.
    „Die Gruppen suchen Lösungsvorschläge“
    Ich bin begeistert! Soll ich jetzt dankbar sein, so wie der Pizzabäcker in Neapel, dem sie erst den Laden kaputtschlagen und dann generös „Schutz“ anbieten? Komisch, ich muß da gar nicht lange nach einer Lösung suchen. Ganz einfach: Sich benehmen. Wenn das euch bis jetzt noch nicht von den Eltern beigebracht wzurde, tut es mir leid, euch damit zu belästigen.

    6.
    „ob sie seit ihrer Geburt Steuern zahlen“. Natürlich nicht. Aber jetzt. Und ich habe nicht als Schüler und Student die Solidargemeinschaft mit ständiger Randale belästigt und belastet.

    7.
    „Warum die Forderung nach einer offenen und ehrlichen Auseinandersetzung über ein Problem – dass eines besteht, bestreitet niemand – eine “lustige Forderung” sein soll würde mich dann doch interessieren!“
    Wenn die Verursacher des Problems über das Problem diskutieren wollen, weil andere das Problem aus der Welt schaffen wollen und die Problemverursacher damit nicht einverstanden sind, belustigt mich das sehr.

    Alles in allem muss ich feststellen, daß keiner der Kommentatoren das Problem auch nur ansatzweise angesprochen hat. Wie üblich werden irgendwelche Nebelkerzen gezündet, man empört sich ein bisschen und schon glaiubt man, man würde ganz doll diskutieren.

    Ich beende mein Posting mit einem Link:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/erziehungsverweigerung/

  7. CW
    7. Juni 2011 at 19:44 #

    Sehr geehrter Herr TB,

    Sie verkennen ein wenig die Realität in Deutschland. Man erlangt hier die Volljährigkeit kraft Gesetz mit dem 18 Lebensjahr. Diese Volljährigkeit beinhaltet auch ein uneingeschränktes Wahlrecht, was wiederum Grundlage unserer Demokratie ist. Anders als das auch schon einmal war, muss man sich dieses Recht nicht erst verdienen, oder die Stimmen von Leuten mit ein paar Euro mehr in der Tasche haben mehr Gewicht.

    Somit besteht bei einem Verbot im öffentlichen Raum (und das ist die Seestraße und der Park nun leider einmal) auch ein öffentliches Interesse, an dem zumindest alle volljährigen Leute als Zuhörer teilnehmen dürfen sollten.

    Mit freundlichen Grüßen
    CW

  8. TK
    7. Juni 2011 at 20:45 #

    Niemand kann verlangen, dass er zu allen politischen Entscheidungen, die ihn betreffen, auch eingeladen wird mitzureden. Das ist organisatorisch schon gar nicht moeglich.
    Und was das Glasverbot mit linker Politik zu tun hat, weiss ich auch nicht. Ist Saufen Randalieren und den eigenen Dreck nicht wegrauemen auch ein Menschenrecht? Oder ein politisches Anliegen der Gruenen? Anscheinend!
    Die linken Weltverbesserer koennen ja mal direkt vor ihrer Haustuere damit anfangen, indem sie dafuer sorgen, dass solche Verbote erst gar nicht noetig werden. Wenn ihr schon hunderte „Unterschriften“ auf Facebook sammeln koennt, dann tut doch auch mal was reales. Bringt euren Freunden bei, dass Zusammenleben nur funktioniert, wenn gegenseitige Ruecksicht genommen wird. Und fangt doch mal mit realem Umweltschutz an, indem ihr euren eigenen Dreck wegraeumt! Und versucht euch in die Lage von Anwohnernn oder Passanten zu versetzen. Ihr Recht auf Ruhe, Frieden und Ordnung ist hoeher einzustufen als euer Egotrip!

  9. TB
    7. Juni 2011 at 21:14 #

    An CW:
    Das wird ja immer besser! Jetzt wird sogar schon die Domokratie in Frage gestellt, weil sich betroffene Konstanzer Bürger die ständige Randale an der Seestraße nicht gefallen lassen wollen. Volljährigkeit ist keine Grundlage unserer Demokratie. Demokratie ist nicht das Recht auf saufen, vermüllen, pöbeln und randalieren. Das ist derzeit zwar möglich, weil niemand diesen außer Rand und Band geratenen Partyleutchen Grenzen setzt. Die Eltern tun es nicht und die von Sozialpädagogen und Berufsverstehern verseuchte Gesellschaft antwortet kleinlaut und unterwürfig mit runden Tischen und Verständnis.
    Im Übrigen hat die aktuelle Situation nichts mit Demokratie zu tun, sondern mit gesellschaftlichem Zusammenleben. Rücksicht bedeutet eben auch, daß man seine Ansprüche und vermeintlichen „Rechte“ mal überprüft.
    Und ja: Wenn es um Reife und Urteilsvermögen geht, könnte man von mir aus das Wahlrecht auf 25 hochsetzen. Bei einigen wäre auch 35 noch zu früh. Aber daß irgendwelche Vögel sich Frechheiten herausnehmen und auch noch verlangen, die Gesellschaft habe diese gefälligst im Namen von Toleranz und Demokratie zu erdulden, ist schon ziemlich seltsam.

  10. AC
    7. Juni 2011 at 21:19 #

    TB, SIe würde am Besten nie wählen lassen, so viel scheiße, wie sie hier von sich geben!

  11. Ruiz Perez, D
    8. Juni 2011 at 02:24 #

    Bin dafür, dass sich Menschen wie TB und TK erstmal einer öffentlichen Diskussion mit Stadt-, Polizei- und Jugendvertretern stellen oder wir diese gemeinsam mit den weiteren Anwohnern ins Leben rufen könnten. Da ist dann nämlich die nötige Sachlichkeit gefragt statt nur blindem Schaum vor dem Mund –egal von welcher Seite.
    Das fehlt leider seit langem, vor allem öffentlich, und genau dieses Fehlen einer gemeinsam zu suchenden Problemlösung wird seitens der Jugendorganisationen hier doch auch zu Recht kritisiert.

    Es ist ja überhaupt eine unglaubliche Frechheit, wir hier von Ihnen beiden den politischen Jugendparteien unterstellt wird, deren Mitglieder würden sich allabendlich am Rhein besaufen. Wahrscheinlich sollen die auch noch für den ganzen Mist verantwortlich sein.
    Übrigens sind diese jungen Leute Vertreter des gesamten parteipolitischen Spektrums, gerade um argumentationsfreie Frasendreschereien wie die Ihrigen zu verhindern, die offensichtlich rein vom eigenen persönlichen Feindbild, den „bösen Linken“, geprägt sind. Was an der Jungen Union oder den Jungen Liberalen nämlich so „links“ sein soll, ist mir ein absolutes Rätsel. Sie sind auch keineswegs nur Kinder, aber sie kennen sich ja anscheinend sehr gut mit diesen Organisationen aus.
    Wie oft man sich das von Ihresgleichen anhören muss. Die schlimmen Gutmenschen, blabla. Und die Alternative sollen dann sie und ihre Schlechtmenschen sein, oder was? Die dann mit dem Knüppel am Seeufer ihr Recht fordern? Und mit so dämlichen Totschlagargumenten wollen sie die Lage beruhigen? Und dann erwarten Sie auch noch, dass man Ihnen bei dieser Polarisierung auch noch den nötigen Respekt entgegen bringt?
    Dass sie ein relativ pessimistisches Bild von Jugendlichen haben, ist ja schnell offenkundig geworden, kann aber niemals die Basis für eine Diskussion sein, schon gar nicht, wenn sie sie als faktische Realität unterstellen.
    Also schalten Sie mal einen verbalen Gang zurück, dann wollen wir auf die von ihnen als „Unsinn“ bezeichneten Punkte eingehen:

    Der Frage zum „selbst jung sein“ sind sie ja schön ausgewichen, haben sie schlichtweg nicht beantwortet. Hat wohl ihrer Meinung nach angeblich nichts mit der Situation zu tun? Ich denke aber schon.
    Sich in andere Leute hineinzuversetzen wäre nämlich schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. Wer das zurecht von den Jugendlichen fordert, darf das für sich ja nicht außen vor lassen.
    Sie nehmen sich nämlich gleichzeitig als Anwohner das Recht heraus, alle über einen Kamm zu scheren, die diesen öffentlichen Platz nutzen wollen? Dann müssen sie sich die harte Auseinandersetzung auch gefallen lassen.
    Wir erkennen ihre Lage trotz ihrer verbalen Entgleisungen sehr wohl an, aber wir müssen doch eine andere Lösung als Verbote finden.
    An dieser Lösungsfindung wollen wir uns nun mal beteiligen, öffentlich und transparent soll sie diskutiert werden, damit nicht wieder irgendwas Halbgares im Hinterzimmer ausgekungelt wird.

    Ich wohne selbst in der Altstadt, da ist teilweise viel mehr Krach. Aber ich bin
    1. Auch nicht dahin gezogen, weil ich das perfekte Almidyll haben wollte.

    2. Sind da auch naturgemäß Menschen fast jede Nacht ziemlich laut unterwegs. Diese entspringen übrigens allen Altersschichten, genauso wie an der Seestraße.

    3. Ist die Problematik an der Seestraße einer verfehlten Städtebaupolitik zu verdanken.
    Noch einmal, die Wohngegend da grenzt an öffentliche Plätze, das können per se keine Idylle sein. Konstanz bietet halt mit dem See einen wunderbaren öffentlichen Anziehungspunkt. Niemals hätte man zulassen dürfen, dass die noch freien ufernahen Flächen mit Lofts zugepflastert werden, die dann wahrscheinlich auch noch als ruhige Standorte mit nettem Seeblick angeboten werden. Wir sind hier nicht in Dubai.
    Dass die zum Glück öffentlich zugänglichen Rheinufer jetzt für derartige Probleme sorgen, war da leider vorprogrammiert.
    Jetzt ist die Kacke am dampfen und wir könnens nicht rückgängig machen, müssen eine für alle akzeptable Lösung finden.

    4. Besteht ihr Vorschlag allerdings allein darin, alle über einen Kamm zu scheren und den Uferstrich für ihr alleiniges Wohl mit Verboten zu belegen. Das mag bei ihrem Menschenbild ja als einziges Mittel funktionieren, aber dann bauen sie am besten gleich ne Mauer drumrum, denn die Polizei wird es schwer haben, sich jede Nacht auf Glaskontrolle zu begeben, wos auch noch ein paar andere Aufgaben für sie gibt. Dann packen die, dies drauf anlegen, eben ihren Alkohol in Orangensaft-Tetrapacks und setzen sich dmait an den See.

    5. Sind diese Randalierer tatsächlich nur der kleinste Teil, egal was sie hier behaupten. Und der Rest der Bürger will sich nicht die Nutzung öffentlicher Plätze wegen dem Verhalten dieser bescheuerten Minderheit und der daraus resultierenden, berechtigten Empörung einiger Anwohner, die dann aber in völlig überzogenen Verboten im öffentlichen Raum gipfelt, wegnehmen lassen.
    Niemand verhöhnt hier die Menschen, die unter den gegebenen nächtlichen Ereignissen leiden, ganz bestimmt nicht. Aber hier lässt sich auch niemand gerne zusammen mit Unruhestiftern in Schutzhaft nehmen oder seiner Rechte im öffentlichen Raum berauben.
    Sie schreiben nämlich “Und ich habe nicht als Schüler und Student die Solidargemeinschaft mit ständiger Randale belästigt und belastet.“
    Ist ja süß, wenn sie imme rbrav waren, abe rgelich die Solidargemeinschaft bemühen? Ja wer stapelt jetzt hoch? Zum einen kritisieren sie, dass hier einige gleich die Demokratie bedroht sehen und zum anderen stellen sie ihre Sichtweise mit der der Solidargemeinschaft auf eine Stufe. Ist ja mehr als peinlich. Und die eigentliche Mehrzahl der Konstanzer Solidargemeinschaft und Steuerzahler soll jetzt wegen Ihnen auf Sommerabende am Seeufer verzichten?

    6. Müssen sie eines wissen: das sind nun mal öffentliche Plätze.
    Der Randale muss Einhalt geboten werden, keine Frage. Aber sie schaffen das Problem mit Verboten eben keinesfalls aus der Welt, sie verlagern es wieder nur woanders hin, so wie im Jahr zuvor, und schaden jedem vernünftigen Bürger damit.
    Ich frag mich nur, ob Ihnen das dann wahrscheinlich nicht scheißegal ist, weils nicht mehr vor ihrer eigenen Haustür ist.
    Da frag ich mich dann schon, wer auf dem eigentlichen Ego-Trip ist.

  12. LS
    8. Juni 2011 at 02:43 #

    TB, bei so einem wie Ihnen hilft nur Klartext:
    Ich werde auch zukünftig an der Seestraße, im Herosepark und am Schänzle so viel saufen und feiern wie ich lustig bin. Wenn nicht mit Glasflschen, so eben aus Kunststoffbehältnissen. Ob Ihnen das passt oder nicht ist mir – genau: wurscht. Genauso wie es mir komplett egal ist, ob sich irgendwelche Anwohner gestört fühlen. Egotrip? Aber sicher! Ich sage Ihnen auch, warum: Wer direkt am Ufer wohnen will, muss sich damit abfinden, dass andere dieses ebenfalls genießen. Die Premiumlage ist im Grundstückspreis zwar einberechnet, der See dennoch nicht im Grundstück enthalten. Es gibt aber Alternativen: Es findet sich für den lärmgeplagten Anwohner sicher irgendwo ein Einsiedlerhof im Stockacher Hinterland, der so einsam ist, dass man die Vögel beim Kacken aufs Hausdach hören kann. By the way: Ich habe lange Zeit in der Niederburg gewohnt. Hätte ich an Fasnacht und in den Wochenendnächten die Polizei wegen Ruhestörung gerufen, wäre ich wohl – zurecht – als Fall für die Reichenau betrachtet worden. Aber im Musikerviertel gelten offenbar andere Maßstäbe.

  13. TBC
    8. Juni 2011 at 07:01 #

    Bei der ganzen Diskussion ist mir der Zusammenhang zwischen Glasflaschen und Randale nicht klar. Nur die „Randalierer“ nun aus PET-Flaschen trinken, heißt das ja noch lange nicht, dass es ruhiger wird.
    Unser lieber Tb scheint zu verkennen, dass ein Glasverbot für alle gilt – also auch für jene, die ihren „Beitrag zur Solidargemeinschaft“ geleistet haben und nach getaner Arbeit ein Bier oder Wein am See genießen wollen. Schon das Alkoholverbot in den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass in erster Linie die Freiheit der Ruhigen und Friedlichen beschnitten wird und nicht derer, die Verursacher des Problems sind.
    Als Bewohner der Innenstadt frage ich mich seit geraumer Zeit, warum bei Debatten um Lärm, Schmutz und Vandalismus Fasnet eigentlich immer außen vor gelassen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass zu irgendeinem andered Zeitpunkt in Konstanz mehr Schaufensterscheiben zerstört, in Hauseingänge uriniert und randaliert wird. Vom Lärm ganz zu schweigen – für die Bewohner der Innenstadt bedeutet diese „Tradition“ 5 schlaflose Nächte. Wer während Fasnet mal morgens in der Stadt war, kann bestätigen: die Straßen sind knöcheltief mit Scherben bedeckt. Dagegen sieht die Seestraße selbst noch nach den „wildesten“ Parties wie geleckt aus. An dieser Stelle muss man sich doch fragen, ob hier in Konstanz eine Doppelmoral herrscht…

  14. TBC
    8. Juni 2011 at 12:25 #

    @TB: Hab gerade erst den Link gesehen und den Artikel gelesen. Wie passt den das Thema Kindererziehung mit dem Glasverbot zusammen? Das müssen Sie mir bitte mal erklären…
    Nebenbei, besserwisserisch als in dem verlinkten Artikel geht es ja kaum. Frei nach dem Motto: „Ich weiß zwar nicht wovon ich rede, aber ich erkläre euch trotzdem wie es richtig geht.“

  15. Tom sagt:
    8. Juni 2011 at 13:12 #

    Ich bin jetzt schon seit vier Wochen jeden Freitag und Samstag mit meinem Hund von 19 – 01:00 Uhr in der Seestraße und bekam daher die Problematik sehr wohl mit. Erstens möchte ich mal die Stadt kritisieren, dass ehrenamtliche unentgeldlich sich in der Seestraße aufhalten und den Jugendlichen hilft, sei es in Gesprächen oder in Ermahnungen dass sie keine Glasflaschen, da sie sonst nur mit den örtlichen Behörden Strafanzeige etc..bekommen. Hier muss mal ganz klar gesagt werden, dass es sich hier um zwei verschiedene Jugendgruppen handelt. Die erste Jugendgruppe kommt ca. 19 Uhr und bleibt nicht länger auf Grund ihres Alters ( 12 – 16 Jahre ) bis 22 – 22.30 Uhr. Diese Jugendgruppen halten sich an das Glasverbot was ich sehr wohl bestätigen kann. Zudem hält sich die erste Gruppe nicht in den Gastronomischen Bereichen auf. Würde die Stadt ihrer Umweltverordnung nachkommen und würden Mülleimer an jeden 5. Baum ketten, zumindest an den Wochenenden gäbe es auch kein Müll. Diese Jugendlichen haben sehr wohl gezeigt, dass sie ein Umweltbewusstsein haben. So stellen z.B an einem Freitag die Nachtwanderer entlang der Seestraße Papiertüten auf, die als das Glas – Flaschenverbot noch nicht galt mit Flaschen gefüllt waren. Auch als die Tüten vom Gewicht der Flaschen zerrisssen waren, legten sie ihren Müll ( Flaschen ) neben die Tüten. Und nun zu der zweiten Jugendlichen Gruppe. Dabei handelt es sich um Jugendliche, im Alter von ( 17 – 21 Jahre ). Von diesen Jugendlichen die nicht nur aus Konstanz kommen, sondern umliegende Gemeinden halten sich von 22.30 Uhr bis weit nach Mitternacht in der Seestraße auf. Genau diese Jugendlichen bringen trotz Flachen – Glasverbot ihren hochprozentigen Alkohol mit. Ich möchte nicht alle unter einen Kamm scheren, es gibt auch viele vernünftige Jugendliche unter ihnen, die ihr hochprozentiges in Plastikflaschen umgefüllt mitbringen. Doch muss ich kritisieren, dass sich diese Jugendlichen vor allendigen in diesen Bereich aufhalten, wo sich Gastronomische Betriebe befinden oder Anwohner wohnen. Da in diesem Bereich keine Mülleimer stehen, werden die Flaschen einfach in die Wiese und Privatgrundstück geworfen. Genau darum müssen alle darunter leiden. Ich kritisiere auch dass öfftliche Dienste wie z.B Jugendsozialarbeiter ( Streetworker ) nicht von Anfang bis zum Ende dieser Jugendtreffs vor Ort sind.

  16. Wassermann
    8. Juni 2011 at 15:38 #

    Die Jugend erobert ihren Raum zurück. Das ist schon OK. Das muss auch nicht immer politisch korrekt begründet werden. Das ist so und wird immer so sein. Was wollen die Alten auch machen, sie sterben ja eh aus…;-) Und das Geld und die Ruhe, die ihnen so wichtig scheint, lassen sie zurück. Man kann ja einfach mal vergleichen, was für die Interessen der „jungen“ investiert wird, und was für die „alten“. Mit gegenseitigem Respekt und ohne Glasscherben oder Gewalt wärs noch schöner. Aber das fehlt leider manchmal auf beiden Seiten. Ohne dass sie es selbst wahrnehmen. Und überhaupt: Wann hört die Jugend auf?

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