Junges Theater Konstanz präsentiert: Best of Nibelungen (die out-takes)

Junges Theater für Kinder ab zwölf – Die Abenteuer von Gernot und Giselher in drei Rheinfällen

Konstanz. Das Junge Theater schlägt in diesem Sommer andere Seiten auf. Regisseur Felix Strasser und Dramaturgin Kerstin Daiber hatten dieses Mal so gar keine Lust auf ein Problemstück. „Wir hatten Bock auf etwas Lustiges“, sagt Felix Strasser. Das Junge Theater entschied sich für eine Komödie, für ein Stück, das die Erwachsenen schon mal „cool“ finden. Sie bringen „Best of Nibelungen (die out-takes)“ auf die Bühne. Die Helden heißen weder Siegfried noch Hagen, sondern Gernot und Giselher.

Figuren in Kartons verpackt

Die beiden Schauspieler Johannes Merz und Yannick Zürcher seien die passenden Typen, sagt Strasser und amüsiert sich. Er freut sich auf eine „mords Gaudi“. Felix Strasser sitzt mitten auf der Bühne zwischen Requisiten. Weil das Stück ziemlich unübersichtlich ist, stehen bergeweise Umzugskartons auf der Bühne. Sie enthalten Figuren, die im Nibelungenlied vorkommen, aber gerade nicht gebraucht werden.

Wilde Parodie aufs Nibelungenlied

Natürlich führt das Junge Theater nicht etwa die mittelalterliche Dichtung auf. „Best of Nibelungen (die out-takes) – Die Abenteuer von Gernot und Giselher in drei Rheinfällen” ist die wilde Parodie auf das Nibelungenlied. Das Wichtigste, was die Zuschauer für den Durchblick wissen müssen, packt das Junge Theater in Prolog, Zwischenspiele und Epilog.

Böse Macht zieht Schüler ins Stück

Es ist ja so, dass Alex und Sebastian eigentlich nur ein Referat über das weltberühmte Nibelungenlied vorbereiten. Doch eine böse Macht reißt sie mitten in die Geschichte hinein. Ehe sie sich versehen, sind sie Teil des mittelalterlichen Bestsellers und müssen den Abenteuern am Hof der Burgunder beiwohnen.

Helden Gernot und Giselher

Leider verwandeln sie sich nicht in den gefeierten Drachenkämpfer Siegfried oder den populären König Gunter; sondern in die beiden Verlierer des Nibelungenliedes, die kleinen Brüder des Königs: Gernot und Giselher.

Mittelalter-Bestseller ganz anders

Vor ihnen liegt die einmalige Chance, sich in den Mittelpunkt der Sage zu spielen und sich gegen die seit jeher bewunderten Helden durchzusetzen. Jetzt können sie den Beweis liefern, dass sie zu Unrecht verschmäht und vergessen worden sind! Ein tollkühnes und wahnwitziges Abenteuer beginnt…Im Jungen Theater kommt der mittelalterliche Bestseller also ganz anders daher.

Slapstick auf der Bühne

Das Junge Theater inszeniert John von Düffels wilde Parodie auf das Nibelungenlied als einen amüsanten und anarchischen Ritt quer durch das Mittelalter. Mit Tempo, Slapstick und absurdem Pathos entsteht ein mitreißender Abend, der das Nibelungenlied aus vollkommen neuer Perspektive aufrollt. Eine wichtige Rolle spielt bei der Inszenierung auch die Musik: Stefan Leibold – zwischen Wagner und Comics – muss mit Tönen und Klängen auch Special Effects ersetzen.

„Testklasse“ erlebt Preview

Auf Special Effects wie im Kino müsse das Theater verzichten, sagt Felix Strasser und es klingt, als ob er es gar nicht bedauern würde. Realitätswechsel kriegt das Junge Theater auch ganz anders hin. Weil Jugendliche aber nicht unbedingt cool finden, was Erwachsene begeistert, setzt das Theater auf eine „Testklasse“. Die 6d der Geschwister-Scholl-Schule war schon zum Preview da. Das Feedback ist dem Jungen Theater wichtig. Am schlimmsten wäre es, am Rezipienten vorbei zu inszenieren.

Die Abenteuer von Gernot und Giselher. In drei Rheinfällen von John von Düffel, Inszenierung Felix Strasser | ausstattung Jenny Wolf | musik Stefan Leibold |Dramaturgie Kerstin Daiber | Mit Johannes Merz, Yannick Zürcher

Information und Reservierung unter 07531/900 150 oder theaterkasse@stadt.konstanz.de

Der Vorverkauf läuft. Zu sehen ist das Stück auch während des Pfingstferien. Premiere ist am Samstag, 28. Mai, um 18 Uhr.

Foto: wak

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