Jürgen Klöckler: Verdrängte Vergangenheit in Konstanz

Vortrag über Konstanzer Verwaltung im Nationalsozialismus – Einlass ins Rosgartenmuseum nur nach Voranmeldung

Konstanz. Während sich Deutschland gerade mit der Frage beschäftigt, ob Feldmarschall Erwin Rommel eher Helfer oder Opfer Hitlers war, widmet sich der Konstanzer Stadtarchivar Jürgen Klöckler der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Konstanz.  Um verdrängte Vergangenheit und die Konstanzer Verwaltung im Nationalsozialismus geht es am Mittwoch, 7. November, im Rosgartenmuseum. Das Museum bittet dieses Mal um Voranmeldung. Klöckler war bei seinen Recherchen auch auf Bruno Helmles Vergangenheit gestoßen, hatte Widersprüche entdeckt und Fragen bezüglich des Alt-OB’s provoziert. Helmle wurde in diesem Jahr aufgrund von dessen Verstrickungen in der Nazi-Zeit die Ehrenbürgerwürde des Stadt Konstanz förmlich aberkannt. Außerdem ist der frühere OB auch kein Ehren-Senator der Universität mehr.

 Über den Umgang mit der NS-Zeit

Als 43. Band der vom Stadtarchiv herausgegebenen Reihe der „Konstanzer Geschichts- und Rechtsquellen“ wird am Mittwoch, den 7. November um 19 Uhr im Zunftsaal des Rosgartenmuseums die quellengesättigte Untersuchung von Stadtarchivar Jürgen Klöckler zur Rolle der Konstanzer Verwaltung im Nationalsozialismus der Öffentlichkeit übergeben. Nach Grußworten von Museumsdirektor Engelsing und Oberbürgermeister Burchardt wird sich der Referent unter dem Titel „Verdrängte Vergangenheit. Über den Umgang mit der NS-Zeit in der Konstanzer Stadtverwaltung“ mit dem lokalen NS-Herrschaftssystem beschäftigen.

Rolle der Bürgermeister

In der Mitteilung des Museums heißt es: „Wie überall in Deutschland wurde auch in Konstanz nach 1933 der Versuch unternommen, eine auf rassistischen Grundlagen aufgebaute, sogenannte NS-Volksgemeinschaft unter Exklusion der Minderheiten zu schaffen. Es soll in diesem Zusammenhang die Mitwirkung etwa von Oberbürgermeister Albert Herrmann, Bürgermeister Leopold Mager, Stadtrechtsrat Franz Knapp und des stellvertretenden Finanzamtsvorstehers Bruno Helmle beleuchtet werden. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, wie sich die Akteure der Verwaltung nach 1945 verhalten haben. Wurde eigene Verantwortung akzeptiert und eingestanden oder aber verdrängt, vergessen und beschwiegen?“

Das Rosgartenmuseum bittet um Anmeldung  (07531/900 913 oder Mail an BenkoeU@stadt.konstanz.de).

Foto: Rosgartenmuseum Konstanz

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