Jury prämierte zwei Entwürfe für neue Konstanzer Gemeinschaftsschule Gebhard

Konstanz. Die grün-rote Landesregierung möchte, dass in Zukunft neben dem Gymnasium auch die Gemeinschaftsschule, in der Kinder länger gemeinsam lernen, bis zum Abitur führt. Auch in Konstanz wird eine Gemeinschaftsschule, zunächst ohne gymnasiale Oberstufe, auf dem Gelände der ehemaligen Pestalozzischule in Petershausen entstehen. 27 Planungsbüros haben sich an einem Wettbewerb beteiligt und ihre Entwürfe präsentiert. Eine Jury hat die herausragenden Arbeiten prämiert. Die Modelle sind im Bürgersaal ausgestellt. Die von der Stadt vorgegebenen Baukosten von 20,65 Millionen Euro haben beide Büros nicht eingehalten. Würden die Arbeiten unverändert realisiert, lägen die Investitionskosten 30 Prozent höher als veranschlagt.

27 Arbeiten abgegeben

Die Preisträger stehen fest. Am europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb über die „Projektierte Gemeinschaftsschule mit angegliederter 3-fach Sporthalle auf dem Gelände der ehemaligen Pestalozzischule am Bahnhof Petershausen“ beteiligten sich 27 Büros. Bürgermeister Kurt Werner stellte die Siegerentwürfe am Mittwoch vor uns eröffnete die Ausstellung im Bürgersaal.

Zwei Preisträger ausgewählt

Das Preisgericht des Architektenwettbewerbs für die neue Gemeinschaftsschule Gebhard tagte am 18. Januar. Nach einer 14-stündigen Sitzung standen die Preisträger des Architektenwettbewerbs fest. Aus den 27 zu bewertenden Arbeiten wurden zwei Preisträger ermittelt. In einer Mitteilung der Stadt heißt es: „Die Architekturbüros stellten sich dabei der komplexen Aufgabe, einen neuen Schultyp und eine Dreifeldsporthalle in das städtebauliche Umfeld zu integrieren.“

Die Preisträger

Den ersten Preis erhielt das Architekturbüro Broghammer, Jana, Wohlleber aus Zimmern ob Rottweil mit dem Landschaftsarchitekten Planstatt Senner aus Überlingen. Der zweite Preis ging an die Architekten Barkowsky und Wahrer aus Köln und die Landschaftsarchitekten Fischer und Heumann aus München. Der erste Preis ist mit 36.250 Euro dotiert und der zweite Preis mit 24.250 Euro. Vier Bewerber erhielten Anerkennungen von je 5.500 Euro.

Klare Geometrie und wirtschaftliche Bauweise

Der Entwurf der Architekten Broghammer, Jana und Wohlleber überzeugte auch städtebaulich. Der lineare Schulneubau mit separater Sporthalle, die über einen überdachten Weg von der Schule aus erreichbar ist, schaffe eine klare Raumkante entlang der Pestalozzistraße, so die Jury. In der Begründung der Jury heißt es weiter: „Mit seiner Grundrisstypologie erfüllt der Entwurf alle von dem neuen Schultyp gestellten Anforderungen ebenso unprätentiös wie überzeugend. Dem Entwurf liegt eine präzise geometrische Ordnung zugrunde, auf der sich die Konstruktion als Stahlbetonskelett aufbaut. Diese Konstruktionsweise erlaubt im Alltag des Schulbetriebs hohe Flexibilität für den Fall notwendiger Veränderungen in der räumlichen Gesamtstruktur.“ Die klare Geometrie lasse eine einfache und wirtschaftliche Bauweise erwarten. Insgesamt liefere dieser Entwurf einen sehr guten Beitrag zur gestellten Aufgabe – sowohl aus städtebaulicher Sicht als auch als Antwort auf die speziellen Anforderungen einer Gemeinschaftsschule und ihrer Pädagogik.

Markantes Bauwerk und angenehme Freiraumelemente

Der Entwurf der Architekten Barkowsky und Wahrer sieht zwei Solitärgebäude für Schule und Sporthalle vor, die über eine Freifläche miteinander verbunden sind. „Das Schulgebäude“, so beschreibt es die Jury, „stellt sich als markantes, in Nord/Süd Richtung langgestrecktes, dreigeschossiges Bauwerk dar, welches auf dem Grundstück östlich in Richtung Handwerkerhof situiert wird und somit im Westen ein großzügiges, der Topographie folgendes, multifunktionales Aktionsband ermöglicht. Die über dem verglasten Erdgeschoss schwebenden Obergeschosse sind ruhig gegliedert und begegnen dem heterogenen städtischen Umfeld sehr wohltuend. Die terrassierte Platzabfolge westlich der Schule wirkt sehr angenehm als Freiraumelement, das den „Brückenplatz“ im Süden mit dem Quartier verbindet. Die klare Grundrissstruktur und die einfache Geometrie lassen eine sehr wirtschaftliche Umsetzung erwarten.“

Zu hoher Baustandard, zu groß und zu teuer

Grundlage des Wettbewerbs für die neue Schule (ohne gymnasiale Oberstufe) mit Dreifeldsporthalle ohne Neben- und Konstruktionsfläche war eine Programmfläche von etwa 7.000 Quadratmetern, die rechnerisch einer Bruttogeschossfläche von 10.800 Quadratmetern entspricht. Der erste Preisträger schlägt einen sehr hohen Baustandard vor, der mit rund  35 Prozent deutlich über dem bundesweiten Vergleichswert liegt, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Zusätzlich überschreiten beide Preisträger die Bruttogeschossfläche um zehn bzw. 20 Prozent. Die Preisträger und die Mehrzahl der eingereichten Arbeiten sehen zudem den Abriss des bestehenden Gebäudes vor.

Architekten sollen Kosten verringern

Mit der größeren Baumasse, einem überdurchschnittlichen Baustandard, dem Abbruch des bestehenden Schulgebäudes sowie der Erweiterung für die gymnasiale Oberstufe gehen die beiden Siegerentwürfe nach derzeitigem Stand bis zu 30 Prozent über den im Haushaltsentwurf angestrebten Kostenrahmen von 20,65 Millionen Euro hinaus. Ziel des folgenden Verhandlungsverfahrens ist es deshalb, die Entwürfe hinsichtlich Flächengröße und Baustandard zu überarbeiten und damit die Kosten der im Haushaltsentwurf veranschlagten Summe anzupassen, teilte die Stadt mit. Anschließend werden die modifizierten Vorschläge Ausschüssen und Gemeinderat zur Beratung vorgelegt.

Ausstellung im Bürgersaal

Die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten im Bürgersaal am Stephanplatz können am Donnerstag, 24. Januar und Freitag, 25. Januar sowie von Montag, 28. Januar bis Mittwoch, 30. Januar jeweils von 14 bis 19 Uhr besichtigt werden. Am kommenden Wochenende, 26. und 27. Januar hat die Ausstellung von 10 bis 15 geöffnet.

Fotos: Stadt Konstanz/Titelfoto Dieter Broghammer, Hanns Jana, BM Kurt Werner, Werner Wohlleber und Johann Senner (von links) präsentieren den Siegerentwurf

 

 

 

 

 

 

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