Kampf gegen Schlangen und Seeungeheuer

Libelle Verlag verlegte Arno Borsts Mönche am Bodensee neu

Konstanz (wak) Der Konstanzer Verleger Ekkehard Faude das Buch „Mönche am Bodensee“ neu aufgelegt, Der wissenschaftliche Bestseller des 2007 verstorbenen Historikers Arno Borst gilt als ein Meisterwerk über Mönche und Nonnen am Bodensee. Mönche waren es, die einst die Landschaft des Bodensee eroberten, gegen den aufbrausenden See und Schlangen kämpften und den Urwald rodeten. Das Buch erzählt von ihrem Leben, ihren Visionen, ihrem Alltag und den Gefährdungen. Borst berichtet von den ersten Benediktinern,  Reformklöstern der Zisterzienser und Bettelmönchen.Von Wasserteufeln und einem stürmischen See

Arno Borst selbst schrieb über das Thema Mönche: „Wenn wir begreifen wollen, wie das Land am Bodensee zu einem geistlichen Treffpunkt Europas wurde, müssen wir es nicht als das Ferienparadies betrachten, das heute vor uns liegt, sondern als die Wildnis, die vor 1400 Jahren den ersten Mönchen vorschwebte. Sie kamen von weit her, aus Irland und Frankreich, und was sie suchten, war keine Heimat, sondern ein Exil, in dem sie mit Gott und ihrer Seele allein sein könnten. Hier fanden sie einen unheimlichen See; über ihm Stürme und Nebel, in seiner Tiefe Wasserteufel. Und sie fanden einen Urwald ohne Wege, in den Ebenen Bären und Schlangen, auf den Bergen Wetterhexen.“

Mönche rodeten den Urwald

„Hier bauten die Mönche seit dem siebten Jahrhundert Einsiedeleien. Allmählich rodeten sie den Urwald, betrieben Ackerbau und Viehzucht, züchteten sogar Heilkräuter und Rassepferde. Die Benediktiner zogen alemannische Bauern an, die von ihnen Glaubensernst und Arbeitseifer lernten. Der Bodensee selbst wurde zur Brücke zwischen den Menschen. Gemeinsam bändigten sie die materielle Not und schufen geistig geprägte Siedlungen; da gediehen das Totengedenken und der Geist von Kunst und Wissenschaft“, so Arno Borst.

Arno Borst war ein begeisternder Lehrer

Arno Borst war einer der wichtigen europäischen Historiker des 20. Jahrhunderts. 1968 kam er an die neu gegründete Reformuniversität Konstanz auf den Lehrstuhl für mittlere und neuere Geschichte. Seine stark besuchten öffentlichen Vorlesungen über das Mittelalter am Bodensee waren ein wichtiger Beitrag zur Verankerung der jungen Universität in der Region. Für seine Studenten blieb er bis 1987 ein begeisternder und von vielen Studierenden verehrter Lehrer.

Historisches Werk spannend wie ein Krimi

Arno Borsts Buch „Mönche am Bodensee“ erschien erstmals 1978. Bis zur Neuauflage  war das Werk vergriffen. „Arno Borst schreibt eine wunderbare literarische Prosa“, urteilt Monika Dörr vom Konstanzer Bücherschiff. Trotzdem bleibe das Werk ein wissenschaftiches und liest sich nicht ganz so leicht wie ein Krimi, so Monika Dörr. Andererseits sei es aber – zum Beispiel die Passage über die erste Besiedelung der Insel Reichenau – so spannend wie ein Krimi. „Gebannt folgen wir Borst auf den Spuren der Zisterzienser, Franziskaner und Kartäuser, die aus allen Weltgegenden an den Bodensee strömten, sich von der Welt abwandten und diese doch nachhaltig veränderten. Fesselnder, anschaulicher, analytischer kann man diese versunkene Epoche nicht Schildern. Ein Meisterwerk“, befand Manfred Papst in der NZZ am 3. Januar.

Arno Borst, Mönche am Bodensee, 680 S., gebunden, 59 farbige Abbildungen Euro 29,90 (bis 31. März), ab 1. April kostet es dann 34,80 Euro.

Mehr Infos unter http://www.libelle.ch/backlist/905707304.html

Fotos: pixelio.de/Martin Egg (Kirche St. Georg) und Matthias Lohse (Luftbild)

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