Kandidatenwatching im Bodenseekreis: Was tun für den Radverkehr?

ADFC verschickte Wahlprüfstein mit 13 Fragen – Vier Kandidaten antworteten

Bodenseekreis. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat den Landtagskandidaten von CDU, SPD, Grünen und FDP 13 Fragen zum Thema Radverkehr gestellt. Die Antworten auf diese „Wahlprüfsteine“ haben Bernhard Glatthaar, den Kreisvorsitzenden des ADFC, teilweise überrascht. So fragte der ADFC die Kandidaten, ob sich Ausgaben für den Radverkehr am in Baden-Württemberg angestrebten Radverkehrsanteil von 20 Prozent orientieren sollten. Diese Frage haben alle Kandidaten im Bodenseekreis bejaht. Da würde bedeuten, dass im Vergleich zu heute viel mehr öffentliches Geld in Radstrecken gesteckt würde.

Kandidaten-Check zum Fahrrad-Verkehr

Anlässlich der Landtagswahl am 27. März 2011 befragte der ADFC Bodenseekreis die Landtagskandidaten der CDU, SPD, der Grünen und der FDP, wie sie im Falle ihrer Wahl den Radverkehr unterstützen würden. Insgesamt 13 Fragen des ADFC zum Radfahren und zur Förderung des Radverkehrs wurden von den vier Kandidaten beantwortet. Sowohl die Ergebnisse ihrer politischen Arbeit der letzten Jahre als auch ihre Ziele für die kommende Legislaturperiode waren für den ADFC von Interesse.

Alle Politiker im Bodenseekreis pro Rad

Zur Frage, was sie unternehmen würden, um mehr Menschen dazu zu bewegen, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen, antworteten die Kandidaten so: Norbert Zeller, SPD, will die Vorteile des Radfahrens vor allem als Alltagsfahrzeug verdeutlichen und sich für mehr Radwege einsetzen. Ulrich Müller, CDU, möchte sich weiter für den Radwegebau im Bodenseekreis einsetzen, das Radwegekonzept des Landes aktiv unterstützen und als IBT-Aufsichtsratsvorsitzender den Radtourismus fördern. Martin Hahn von den Grünen würde die Attraktivität des Radfahrens durch fahrrad- und fußgängerfreundlichere Verkehrsplanung, eine integrierte (Rad-)Wegeplanung über Gemeindegrenzen hinweg und eine einheitliche landesweite Radwegebeschilderung fördern. Die kommunale Straßenbauförderung müsse endlich auch die Interessen der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer berücksichtigen. Dr. Hans-Peter Wetzel, FDP, will Radwege verbessern und sichern und zum Rad fahren motivieren. Die Mitnahme von Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln möchte er erleichtern, gegebenenfalls auch im Fahrpreis reduzieren oder eine Gratis-Mitnahme der Räder einführen.

Fahrradland Nummer eins

Die Landesregierung hat das Ziel definiert, „Fahrradland Nr. 1“ zu werden und will dabei einen Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr von 20% erreichen. In diesem Zusammenhang stellte der ADFC den Kandidaten die Frage, ob sich zukünftig die Ausgaben der öffentlichen Hand für den Radverkehr am angestrebten Radverkehrsanteil von 20 Prozent orientieren sollten. Diese Frage wurde von allen Kandidaten bejaht. Das habe den ADFC positiv überrascht, würde dies doch eine enorme Erhöhung der heute nur marginalen  Ausgaben bedeuten.

Fahrrad-Tourismus

Zum Thema Fahrradtourismus, einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in Baden-Württemberg, interessierte den ADFC, wie die Kandidaten die bisherigen Maßnahmen des Landes zur Förderung dieser Entwicklung beurteilen. Alle Kandidaten halten sie für ausbaufähig oder sogar stark ausbaufähig.

Ja zu rundem Tisch in Friedrichshafen

Eine Frage mit lokalem Hintergrund beschäftigte sich mit dem Thema Bürgerbeteiligung bei Verkehrsplanungen. Hierzu stellte der ADFC den Kandidaten am Beispiel des Dornierknotens die Frage, ob zukünftig bei Verkehrsplanungen ein temporärer Runder Tisch mit lokalen und kommunalen Teilnehmern eingerichtet werden sollte. Diese Frage wurde von den Kandidaten Norbert Zeller, Martin Hahn und Hans-Peter Wetzel mit Ja beantwortet, während Ulrich Müller dies nicht generell für erforderlich hält.

Hier geht’s zu den Wahlprüfsteinen.

ADFC-Wahlpruefsteine_Bodensee_2011_-_Antworten

Foto: Jürgen Frey PIXELIO www.pixelio.de

 

 

2 Kommentare to “Kandidatenwatching im Bodenseekreis: Was tun für den Radverkehr?”

  1. Karolin Seeger
    11. März 2011 at 14:03 #

    In meinen Augen ist das Fahrrad das bei weitem BESTE Verkehrsmittel der heutigen Zeit. Ein Urlaub/Ausflug mit dem Rad ist einfach das schönste und erholsamste, das ich mir vorstellen kann. Und bei den hohen Benzinpreisen komm ich jeden Tag zum Grinsen;)

  2. dk
    11. März 2011 at 19:42 #

    Eigentlich kann man dem dt. Bodenseeraum nur eine Radwege-Infrastruktur wünschen, die ähnlich durchdacht und beschildert ist wie die Wanderwege in den CH-Alpen (z.B. Säntis-Gebiet, Toggenburg).

    Schon das Thema S21 erinnerte schmerzlich daran, dass sämtlich Eisenbahnlinien in der CH seit Jahrzehnten elektrifiziert sind; auch Schmalspurbahnen.

    Manche Dinge nimmt man nur staunend zur Kenntnis und der anfangs scherzhafte Gedanke zum Stichwort „Stammtische in KN“ in diesem Blog, dass es sich wohl um „Selbsthilfegruppen“ handeln muss, wird unsicher geworden hinterfragt.

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