Keine Einbahnstraßen in Wollmatingen

Konstanzer Gemeinderat beschließt Verkehrskonzept ohne Einbahnregelung

Konstanz. Der Konstanzer Gemeinderat hat einem Verkehrskonzept zugestimmt, das Wollmatingen vom Durchgangsverkehr entlasten soll. Möglich ist es, sobald der Verkehr über die Westtangente rollt. Einbahnverkehr wird es aber nicht geben. Dagegen hatten sich vor allem Gewerbetreibende gewehrt.

Gewerbetreibende setzen sich durch

Kritisch gesehen hatte eine temporäre Einbahnregelung auch die IHK. Hauptgeschäftsführer Claudius Marx und Betram Paganini hatten erklärt, der sogenannte Ziel- und Quellverkehr müsse die Gewerbebetriebe in Wollmatingen erreichen können. Die Bewohner der Stadtteile Litzelstetten, Dettingen und Dingelsdorf müssten in den Wollmatinger Dorfkern fahren können. „Die Stadtteile sind für das Wollmatinger Gewerbe existenziell“, argumentierte die IHK. Darauf wies in der Sitzung zum Beispiel auch der in Litzelstetten wohnende Stadtrat Jürgen Puchta (SPD) hin. Die Bewohner der Stadtteile kauften in Wollmatingen ein – viele auf dem Heimweg von der Arbeit. Auch die Universität war gegen die Einbahnregelung, weil so Umwegfahrten nötig geworden wären. Die Uni wäre während des Einbahnverkehrs in der morgendlichen und abendlichen Rush-Hour nur auf Umwegen zu erreichen gewesen. Die Auswikungen der Umwegfahrten hätten auch andere Stadtteile wie Allmannsdorf gespürt.

OB stimmte gegen Beschluss

Nicht einverstanden war Oberbürgermeister Horst Frank. Er wollte die Einbahnregelung. Damit glaubte er, den Verkehr aus Wollmatingen heraus halten zu können. Bei täglich 26.000 bis 27.000 Autos wollte er auf den temporären Einbahnverkehr nicht verzichten. Der OB sagte, er habe den Eindruck, es werde nach dem Motto verfahren. „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“ Geplant sind nun unter anderem aber Geschwindigkeitsbeschränkungen. Mit dem vorgelegten Verkehrskonzept soll nachhaltig mit verkehrsrechtlichen und stadtgestalterischen Veränderungen der Durchgangsverkehr aus Wollmatingenvorrangig auf die Westtangente verlagert werden. Die geplanten Änderungen werten die Straßenräume im Ortskern von Wollmatingen und Fürstenberg auf. Spätestens ein Jahr nach Öffnung der Westtangente werden dem Gemeinderat die Auswirkungen auf die Ortsteile dargestellt. Sollte sich dabei herausstellen, dass die angestrebte erhebliche Entlastung Wollmatingens vom Durchgangsverkehr durch die bis dahin umgesetzten Veränderungen nicht realisiert werden (Entlastung des Durchgangsverkehrs in der Radolfzeller Straße um etwa 65 Prozent), soll der Gemeinderat erneut über die Option der unechten Einbahnstraße oder andere Verändeurngen entscheiden, um die angestrebte Entlastungswirkung zu erreichen. Voraussetzung für die Umsetzung des neuen Verkehrskonzeptes ist die Freigabe der Westtangente, die eine Umfahrung von Wollmatingen ist und den Verkehr auf die B 33 neu leitet.

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