Keine Entscheidung über Abriss des Konstanzer Brandhauses Kanzleistraße 19

Beschädigtes Haus in der Kanzleistraße bleibt möglicherweise stehen – Komplizierte Arbeiten gehen nur langsam voran

Konstanz. Seit Dezember vergangen Jahres klafft eine Wunde mitten in der Konstanzer Altstadt. Damals brannten drei Häuser in der  Altstadt. Ein Haus ist noch am Brandtag eingestürzt. Noch immer unklar ist, ob das beim Feuer schwer beschädigte Nachbarhaus Kanzleistraße 19 stehen bleibt. Es wird mit Holz abgestützt. Die Abbrucharbeiten und Räumung des Grundstücks Hussenstraße 1 gehen weiterhin nur langsam voran. Das berichtete der Konstanzer Architekt und FDP-Stadtrat Johannes Hartwich am Donnerstagabend dem Konstanzer Gemeinderat.

Verzögerungen auf der Baustelle

Bis Ende Juni sollte der Schutt abgeräumt sein. Das war der ursprüngliche Plan. Doch auch am letzten Septemberwochenende liegen weiterhin schwarz verkohlte Trümmer und Bauschutt hinter dem Bauzaun nahe des Obermarktes. Für die Verzögerungen an der Brandstelle mit verantwortlich sind Staatsanwaltschaft, Polizei und Versicherungen, die den Brandschutt immer wieder akribisch untersucht haben. Bis heute ist die Brandursache des verheerenden Feuers, das am Tag vor Heiligabend 2010 mitten in der Konstanzer Innenstadt ausgebrochen war, noch ungeklärt. Dass ein Adventskranz das Großfeuer in der Altstadt ausgelöst hat, ist nicht bewiesen.

Haus Hussenstraße 3 teilweise abgerissen

Das Haus Hussenstraße 1 ist noch während des Brandes eingestürzt. Zwei Nachbarhäuser sind bei dem Feuer schwer beschädigt worden. Das Rückgebäude des Hauses Hussenstraße 3 ist mittlerweile abgerissen. Der beim Abbruch angefallene  Schutt wurde auf dem Grundstück des eingestürzten Hauses an der Ecke Hussenstraße und Kanzleistraße zwischengelagert.

Schicksal der Kanzleistraße 19 ungeklärt

Das akut vom Einsturz bedrohte Nachbarhaus Kanzleistraße 19 steht noch. Ob es erhalten bleibt oder ebenfalls abgebrochen wird, ist nach Aussage Hartwichs noch nicht entschieden. Sollte es abgerissen werden, würden die Besitzer die Trümmer ebenfalls gern über das Grundstück Hussenstraße 1  entsorgen.

Brandhäuser haben gemeinsame Kellerwand

Herausgestellt hat sich mittlerweile, dass die Gebäude Hussenstraße 1 und Kanzleistraße 19 noch eine gemeinsame Kellerwand haben. Seit acht Wochen ist bekannt, dass der Keller des eingestürzten Hauses aus dem 13. und 17. Jahrhundert stammt. Er soll erhalten bleiben. Um an der Stelle des Brandhauses ein neues Gebäude zu bauen, waren nach Aussage Hartwichs Bodenverbesserungen nötig, um die statische Sicherheit herzustellen. Eine neue Bodenplatte mit Fundamentfunktion muss eingezogen werden. Gleichzeitig müssten die alten Fundamente erhalten bleiben.

Massivbau hat höheres Gewicht

Die Architekten und Ingenieure stehen vor großen Herausforderungen. Hartwich sagte: „Ich habe viele alte Häuser saniert, technisch ist es das Komplizierteste, was man sich vorstellen kann.“ Es sei nicht möglich, das neue Haus in Holzbauweise aufzubauen. Ein Massivbau habe aber ein wesentlich höheres Gewicht.

Baubeginn Ende Oktober

In der zweiten Oktoberhälfte soll mit dem Neubau des Hauses Hussenstraße 1 begonnen werden. Der Kran soll nun in der Kanzleistraße und doch nicht auf dem Obermarkt stehen. Der Obermarkt werde benötigt, um Material anzutransportieren. Je nach Wetter könnten die Bauarbeiten voran gehen. Das neue Gebäude soll dann Ende 2012, spätestens im Frühjahr 2013 fertig gestellt sein.

Foto: wak

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