Klimawandel-Skeptiker Nigel Lawson kommt an Bodensee

Nigel Lawson spricht an der Zeppelin Universität über Klimawandel und einen Haufen Unsinn

Friedrichshafen. Einer der bekanntesten Klimawandel-Skeptiker, der britische Journalist und Politiker Nigel Lawson, Baron Lawson of Blaby, kommt am Mittwoch, 23. Februar, zu einem Vortrags- und Diskussionsabend an die Zeppelin Universität (ZU). Ab 19 Uhr wirft er in der Reihe „ZU|Gast“ auf dem ZU-Campus am Seemooser Horn „A Cool Look at Global Warming“ – einen „kühlen Blick auf den Klimawandel“.

Unbequemer Geist aus Großbritannien

Lawson, 1932 als Sohn einer wohlhabenden Londoner Kaufmannsfamilie geboren, war Schüler der renommierten Privatschule Westminister und studierte am Christ Church College der Universität Oxford als Stipendiat Philosophie, Politik und Volkswirtschaft. Nach dem Abschluss mit Auszeichnung begann er seine berufliche Karriere zunächst als Journalist, die ihn bis in die Chefredaktion des „Spectators“ führte, bevor es ihn in die Politik zog. Für die Konservative Partei zog er erstmals 1974 als Abgeordneter von Blaby (Leicestershire) in das Unterhaus ein, vier Jahre später bereits war er Finanzsekretär im Schatzamt, 1981 stieg er zum Energieminister auf. Nur wiederum zwei Jahre später übernahm er im Kabinett unter Premierministerin Margaret Thatcher das Amt des Schatzkanzlers, das er bis zu seinem Rücktritt 1989 ausübte – so lange wie kein anderer Schatzkanzler in Großbritannien seit Ende des Ersten Weltkrieges. Stets galt er dabei als unabhängiger und unbequemer Geist der Regierung. Sein Unterhaus-Mandat legte Lawson 1992 nieder und wurde als geadelter Baron Lawson of Blaby Mitglied des britischen Oberhauses, dem er bis heute angehört.

Klimawandel-Debatte ein Haufen Unsinn

Seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts erhebt Lawson zunehmend seine Stimme in der Klimawandel-Debatte. 2008 veröffentlichte er sein Buch „An Appeal to Reason – A Cool Look auf Global Warming“ – „Ein Appell an die Vernunft – ein kühler Blick auf den Klimawandel“. Darin hält er der Debatte über den Klimawandel vor, sie enthalte „ein Körnchen Wahrheit und einen Haufen Unsinn“, und warnt zugleich vor einem „Ökofundamentalismus“. Die einzige ehrliche Antwort auf die Frage, ob der Klimawandel vom Menschen verursacht sei oder eine Folge natürlicher Prozesse, sei – so Lawsons Behauptung -, dass wir es nicht wissen.

Die Veranstaltung an der ZU mit Nigel Lawson findet in englischer Sprache statt. Anmeldungen werden entgegengenommen unter www.zeppelin-university.de/veranstaltungen

Foto: ZU/Wirft einen „kühlen Blick auf den Klimawandel“: Der britische Journalist, Politiker und Klimawandel-Skeptiker Nigel Lawson, Baron Lawson of Blaby.

4 Kommentare to “Klimawandel-Skeptiker Nigel Lawson kommt an Bodensee”

  1. Patrick Brauns
    14. Februar 2011 at 12:46 #

    Da versucht sich wohl ein Ex-Politiker, der sich im Ruhestand langweilt, mit Ignoranz gegenüber 99 % der Klimaexperten als Querdenker und „unbequemer Geist“ zu profilieren – und die ZU benutzt ihn für die eigene Profilierung …

  2. Schmidtchen
    14. Februar 2011 at 22:24 #

    Moooment mal. Keiner leugnet den Klimawandel. Vielmehr geht es darum, wie hysterisch wir damit umgehen und wie und das IPCC uns verblödet und wie willfährig Politiker darauf anspringen. Wie uns unter dem Diktat des Ökoterrors das Geld aus der Tasche gezogen wird. Nicht der Status Quo ist der Normalzustand, sondern der Wandel. Und das seit 4,5 Milliarden Jahren. Der Mensch hat herzlich wenig Einfluss darauf – vermessen wer das glaubt. Und das böse CO2 ist kein „Klimakiller“.
    Und es geht darum, daß „Klimaschutz“ (sowas albernes!!!) kein Umweltschutz ist. Schonender Umgang mit Ressourcen ist wichtig, aber „Klimarettung“ ist bescheuert, weil es nämlich nicht „das“ Klima gibt und weil ein sich ständig ändernder Zustand nicht „gerettet“ werden kann. Ich emfehle Dirk Maxeiner.

  3. Patrick Brauns
    15. Februar 2011 at 11:26 #

    Wer den Klimawandel der letzten 50 Jahre für ganz normal hält, outet sich als Ignorant bei diesen Themen – von keiner Sachkenntnis getrübt.
    Und ausgerechnet Dirk Maxeiner: Es sollte langsam bekannt sein, dass er als PR-Schreiber für große Chemie-Firmen arbeitet.

  4. Bruno Neidhart
    15. Februar 2011 at 18:21 #

    Es lässt sich einfach und präzise nachweisen, dass sich das Klima in weiten Teilen der Welt innert weniger Jahrzehnte so rapide veränderter hat wie noch nie, seit darüber Statistiken gemacht und weiterhin erstellt werden. Nach den Ursachen wird überall geforscht. Wohl mehr als eine Vermutung – und auch dem sensiblen Laien wohl verständlich – ist die Möglichkeit, in der Industrialisierung, besonders in der enorm gesteigerten Energiegewinnung, die sich seit dem 19. Jahrhundert in einen gigantischen Ressourcenrausch gesteigert hat, zu finden. Der explosive Urwaldverlust ist ebenso zu erwähnen, usw. Wir als „Verbraucher“ sind mittendrin angesprochen und nach Ansicht vieler Experten durch unser Verhalten ein Teil des Problems! Dass sich das Klima seit Jahrmillionen rhythmisch ändert, ist ebenso ein einfacher statistisch-wissenschaftlicher Befund. Die Geschwindigkeit der aktuellen Veränderung kann sich nun aber tatsächlich zum Problem für die immer zahlreicher werdende Erdbevölkerung entwickeln, z.B. über die Landwirtschaft, über den Land- (und Stadt-) verlust durch den Meeresanstieg, usw. Es ist also sinnvoll, den Ursachen in allen möglichen Richtungen nachzugehen und – wenn es sich ergibt, dagegen etwas zu unternehmen. Den beiden Polen: den Veränderungszweiflern durch ein menschliches Zutun, sowie den Versteifern auf das menschliche Tun als Hauptursache auf der anderen Seite, ist anzuraten, immer sachlich zu bleiben und sich den „gegnerischen Argumenten“ zu öffnen. Nur so entsteht Zukunft, sollte diese tatsächlich „hausgemacht“ in Gefahr geraten. Sich zum Thema auf eine Art „korrupt“ bestimmten Interessengruppen durch eine Aussage unterzuordnen, wäre die schlechteste Eigenschaft in der Diskussion über ein Thema, da nun wirklich alle zu betreffen scheint – es sei denn, einige wandern zum Mond oder gar Mars aus. Da geht es dann allerdings noch um ganz andere Überlebenskünste!

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