Klinik will bei Schlaganfällen besser werden

Helios Spital Überlingen veröffentlicht Qualitätszahlen

Überlingen (red) Das Helios Spital Überlingen nimmt an der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) teil und veröffentlicht seine medizinischen Leistungskennzahlen für 2009. „Rund 7.000 Todesfälle hätten vermieden werden können, wenn in allen deutschen Krankenhäusern die IQM Qualitätsergebnisse erreicht worden wären“, behauptet der private Krankenhausträger.

Krankenhausleistungen vergleichbar machen

Überlingen. Zusammen mit 121 weiteren Krankenhäusern hat das Helios Spital Überlingen im Rahmen der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) zum ersten Mal vollständig seine Liste der IQM-Qualitätsindikatoren für das Jahr 2009 veröffentlicht. „Damit wollen wir Krankenhausleistungen vergleichbar machen, die Ergebnisqualität der medizinischen Behandlung wichtiger Krankheitsbilder transparent darstellen und damit die Qualität im Gesundheitswesen verbessern.“, erklärt Verwaltungsleiterin Ramona Engel die Initiative. Ermöglicht wird dies durch den Vergleich der Routinedaten von mehr als 1,8 Millionen stationären Patienten. „Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Kliniken an dieser Initiative teilnehmen, um eine breite Vergleichsmöglichkeit zu schaffen. Das neue und einzigartige daran ist, dass die Kliniken damit dann auch die Sterblichkeit bei ausgewählten Krankheitsbildern veröffentlichen.“

Verbesserungsbedarf bei Todesfallrate beim Schlaganfall

Das Überlinger Krankenhaus scheut sich nicht, auch die Bereiche offen zu legen, in denen es einen Verbesserungsbedarf gibt, wie etwa bei der Todesfallrate beim Schlaganfall. „Hier sind im vergangenen Jahr 11 von 81 Patienten gestorben, womit wir eine Todesfallrate von 13,6 anstelle von 12,9 Prozent hatten“, legt der Ärztliche Direktor Dr. Kühnl dar. „Die Abweichungen sind aufgrund der kleinen Gesamtzahl nur gering. Dennoch nehmen wir jeden einzelnen Todesfall sehr ernst und lassen ihn intern und extern durch eine Gutachtergruppe überprüfen. Unser Ziel ist es, die Sterblichkeitsrate in allen Bereichen weiter zu senken.“ So können etwa Schlaganfall-Patienten unter anderem von der neu geschaffenen Intermediate Care Station und der Komplexbehandlung profitieren.

Insgesamt steht Überlinger Krankenhaus gut da

Insgesamt steht das Überlinger Krankenhaus mit seinen Zahlen jedoch sehr gut da, wie der Ärztliche Direktor darlegt „Die dargestellten Bereiche bilden nur einen kleinen Teil des medizinischen Leistungsspektrums ab. In 20 von 26 überprüften Bereichen wurden die medizinischen Ziele erreicht und sogar übertroffen“, so Dr. Kühnl.

Bei schweren Krankheitsbildern gut abgeschnitten

Vor allem die Behandlung bei schweren Krankheitsbildern wie etwa der Herzinsuffizienz ist sehr gut. Hier betrug die Sterblichkeit nur 7,1 Prozent – im Durchschnitt sterben in Deutschland 11,6 Prozent der Patienten, die mit einer Herzinsuffizienz stationär im Krankenhaus behandelt werden. Sehr gute Werte gibt es ebenso bei der Lungenentzündung (10 statt 15,3 Prozent Sterblichkeit); auch bei der Beatmung (26,6 statt 32,8 Prozent) und Sepsis (15 statt 32,8 Prozent) liegt das Helios Spital deutlich unter Vergleichswert.

Manipulation der Daten ausgeschlossen

Die Daten, die zur Messung der medizinischen Qualität erhoben werden, sind manipulationsfeste Routinedaten, die auf gesetzlicher Grundlage (§ 301 SGB V) erhoben werden. Die Qualitätsindikatoren werden aus diesen Daten errechnet und anschließend zur Qualitätseinschätzung mit geeigneten Referenzwerten verglichen. Dabei werden die spezifische Alters- und Geschlechterverteilung der behandelten Patientinnen und Patienten berücksichtigt. Bei allen Qualitätsindikatoren ist eine Referenzquelle angegeben, mittels derer die betrachteten Qualitätsergebnisse verglichen werden können.

Bei komplexen Krankheitsbildern wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Lungenentzündung liegen die Sterblichkeitsraten bei Helios deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Rund 7.000 Todesfälle wären insgesamt zu vermeiden gewesen, wenn in allen deutschen Krankenhäusern die IQM Qualitätsergebnisse erreicht worden wären, heißt es.

Checkliste vor OP auch bei bei „low risk“ Eingriffen

In den medizinischen Bereichen, wo es in der Regel eine nur sehr geringe Sterblichkeit gibt, zeige die Einführung der Helios Checklisten zur Patientensicherheit erste Wirkung. Dem Ziel, durch Checklisten selbst geringste Risiken im Vorfeld einer Operation zu berücksichtigen, kommt Helios mit der Verbesserung der Werte bei „low risk“ Eingriffen von 2008 auf 2009 sichtbar näher.

„Die Entwicklung unserer Qualitätszahlen zeigt uns, dass unser System wirksam und erfolgreich ist“, sagte Professor Dr. Ralf Kuhlen, Helios Geschäftsführer Medizin. „Der transparente Umgang mit Qualitätsergebnissen in unseren Kliniken steigert das Problembewusstsein, schafft eine offene Fehlerkultur und stärkt die Motivation zur kontinuierlichen Verbesserung.“

Hat eine Klinik in einem Bereich auffällige Werte, so leisten in sogenannten Peer-Review-Verfahren Kollegen desselben Fachgebietes aus einer anderen Klinik Unterstützung: Gemeinsam werten sie Behandlungsabläufe aus und ermitteln das Verbesserungspotenzial, beseitigen Fehler. Im Jahr 2009 wurden in den Helios Kliniken insgesamt 17 Peer–Review-Verfahren durchgeführt.

Krankenhaus seit Februar 2007 Helios-Spital

Das Helios Spital ÜberlingenDas Krankenhaus Überlingen gehört seit Februar 2007 zu den Helios Kliniken. Das Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung verfügt über 170 Betten. In der Klinik mit ihren Fachabteilungen Innere Medizin, Unfallchirurgie, Viszeral- und Allgemeinchirurgie, Urologie, Anästhesie und Radiologie sowie den Belegabteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe, HNO und Augenheilkunde arbeiten 415 Mitarbeiter. 2009 verzeichnete das Krankenhaus rund 7.000 stationäre und 11.000 ambulante Behandlungsfälle.

Zur Helios Kliniken Gruppe gehören 61 eigene Kliniken, darunter 42 Akutkrankenhäuser und 19 Rehabilitationskliniken. Mit fünf Maximalversorgern in Berlin-Buch, Erfurt, Krefeld, Schwerin und Wuppertal nimmt Helios im deutschen Klinikmarkt eine führende Position bei der Privatisierung von Kliniken dieser Größe ein. Darüber hinaus hat die Klinikgruppe 24 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und vier Seniorenresidenzen. Helios ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Helios Konzernzentrale ist Berlin.

Helios versorgt jährlich mehr als zwei Millionen Patienten, davon rund 600.000 stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 18.500 Betten und beschäftigt über 33.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2009 erwirtschaftete Helios einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius SE.

Die Qualitätszahlen des Helios Spital Überlingen sind im Internet abrufbar unter http://www.Helios-kliniken.de/klinik/ueberlingen/medizinische-qualitaet/iqm-kennzahlen.html.

Foto: Helios

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