Konstanz erhascht einen Zipfel von Zeppelin

Konstanz/Friedrichshafen. Zum 175. Geburtstag greift auch Konstanz nach einem Zipfel des Mantels von Graf Ferdinand von Zeppelin. Im Konstanzer Hafen erinnert ein Denkmal an den Grafen, der in Konstanz geboren wurde. Seine Luftschiffe ließ der Graf aus Konstanz aber in Friedrichshafen in den Himmel steigen. In Friedrichshafen war mehr Platz für die Luftschiffe. Dort werden er und der Luftschiffbau bis heute verehrt.

Graf Ferdinand von Zeppelin und Friedrichshafen

Heute ist Friedrichshafen eine prosperierende Industrie- und Dienstleistungsstadt, in der große Firmen, ja Weltkonzerne, nicht zufällig ihren Sitz haben und noch immer Gründer voran kommen können. Der Preis, den die Stadt für ihren Ruhm bezahlte, war allerdings hoch. Im zweiten Weltkrieg war die Rüstungsindustrie Ziel von Bombenangriffen. Am Anfang von all dem  – von Aufstieg, Zerstörung und Wiederaufstieg – stand der in Konstanz geborene Graf Ferdinand von Zeppelin.

Zwei Städte, zwei Museen, zwei Ausstellungen

Gleich zwei Museen, das Zeppelin-Museum Friedrichshafen (17. Mai bis 15. September) und das Konstanzer Rosgartenmuseum (12. Juli bis 29. Dezember) widmen dem Grafen in diesem Jahr anlässlich des 175. Geburtstages von Ferdinand von Zeppelin jeweils eine Ausstellung. In Friedrichshafen, wo es erwartungsgemäß um den Visionär, Unternehmer, Techniker und Luftschiffer geht, sollen weniger bekannte Aspekte im Brennpunkt des Interesses stehen. Das Konstanzer Rosgartenmuseum stellt seine Ausstellung unter den Titel „Die Zeppelins – Eine Adelsfamilie am Bodensee“.

Geschichte einer Adelsfamilie

In Konstanz geht es also weniger um Technikgeschichte als um Familiäres.Graf Zeppelin neben Kaiser Wilhelm II. galt als der berühmteste Deutsche seiner Zeit. Der Graf hatte vormals den Ruf „Beherrscher der Lüfte“ zu sein und stand sinnbildlich für die Einheit des Kaiserreichs. Hinter dem Mythos Graf Zeppelin sei der Mensch Ferdinand von Zeppelin längst verschwunden, beklagt das Konstanzer Rosgartenmuseum. Die Konstanzer stellen denn auch die Kinder- und Jugendjahre des Grafen in den Mittelpunkt ihrer Show. Erzählen wollen die Ausstellunsgmacher vom Unternehmergeist, einer europäisch vernetzten Adelsfamilie Schweizer Verwandten und baltischen Ehefrauen.

5 Kommentare to “Konstanz erhascht einen Zipfel von Zeppelin”

  1. Gerry
    8. Januar 2013 at 09:59 #

    Graf Ferdinand von Zeppelin, ist nicht nur wegen dem Platz von Konstanz weg, sondern Konstanz war schon immer sehr vorsichtig, geradezu ängstlich! Es wird in meiner Stadt immer eher gewartet als gehandelt. Viele Ingenieure, Tüftler haben in dieser Stadt keine Chance gehabt. Auch der Freund vom Grafen Herr Claude Dornier war in dieser Stadt nicht erwünscht. Wasserflugzeuge machen Krach…..Als ich mein fliegendes, schwimmendes Auto auf unserem Verkehrslandeplatz ausprobieren, wollte verweigerte man mir auch den Zutritt. Es gibt in Konstanz einige Unternehmer, die gerne mehr machen würden auch innovatives in der Luftfahrt. Elektrische Luftfahrzeuge etc. aber sie haben keine Chance! Schön ist wenigstens das die Stadt sich an ihren Sohn „Zeppelin“ noch erinnert der hier im Inselhotel geboren wurde.

  2. dk
    8. Januar 2013 at 11:45 #

    Es sollte nicht der Eindruck entstehen, es würde nur Spitzen-Wissenschaftler im Ländle geben. Ein Ost-Professor hatte einmal angedeutet, dass im Ostblock zwischen Elbe und Fernost nicht nur Zuckerrüben angebaut worden sind.

  3. dk
    9. Januar 2013 at 14:36 #

    Ich möchte weiterhin nicht mehr provozieren: aber KN ist gut als Wohnort, um sich in der Umgebung einen Job zu suchen, als Arbeitsstätte, wenn man selbstständig werden will und virtuelle Märkte erschliessen will und als Alterssitz.
    Sofern man im Schwimmen mangelhaft ist und weder Paddelboot noch Yacht besitzt, ist es relativ uninteressant.

    Meiner Mentalität würde unter anderen Umständen eher Friedrichshafen entsprechen: die Arbeitsteilung „KN = Kultur + Geschichte und FN = Technik, Wirtschaft“ scheint wenig überzeugend.

    Ich zweifele etwas daran, ob alleine aus Tradition zum Grafen Z. ein Flugplatz dort gebaut wurde und sich grosse Betriebe und Konzerne niedergelassen haben. Die Uni KN würde eigentlich ganz gut nach FN passen; vielleicht gibt es dort ja noch einmal eine spezielle (öffentliche) Hightech-Hochschule.

    Ende der 70er Jahre hat ein Gymnasial-Lehrer ein Buch mit dem provakanten Titel „von Sauschwobe und Löhlis“ geschrieben, um vertiefende Grundlagen (Geschichte, Politik, Kultur) über die CH zu vermitteln. Den letzteren lustigen Namen habe ich erst beim Schulfreund mit CH-D-Pass nachfragen müssen, was soviel wie Landwirt bedeutet und als schlimmes Schimpfwort gelten soll. Schon seit langer Zeit ist der Eindruck entstanden, dass CH-Landwirte mehr denken als dt. Lobbyisten. Man muss also nicht unbedingt zum Glücklichsein in Dt. ein Erfinder oder Spitzenforscher werden: notfalls tut es auch eine Hightech-Landwirtschaft.

  4. Dagmar
    9. Januar 2013 at 20:51 #

    …ist übrigens der 175. Geburtstag…

  5. wak
    10. Januar 2013 at 09:49 #

    @Dagmar Kommt davon, wenn man gedruckte Infos bekommt.

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