Konstanz fragt Bürger wegen Straßenumbenennung

Informationsveranstaltung für Anwohner und Betriebe der „Von-Emmich-Straße“ – Gemeinderat entscheidet

Konstanz. In dieser Woche geht es in Konstanz um die Umbenennung der „Von-Emmich-Straße“. Auf zwei Fragen muss die Stadt eine Antwort finden: Erstens darf heute eine Straße noch nach einem Militär aus dem ersten Weltkrieg benannt sein? Zweitens darf eine Stadt über die Köpfe der Anwohnerinnen und Anwohner hinweg entscheiden. Am Donnerstag, 24. Mai, lädt die Stadt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Baudezernates (Untere Laube 24, 6. OG) Anwohner und Betriebe der „Von-Emmich-Straße“ zu einer Informationsveranstaltung zur Straßenumbenennung ein.

Stadt informiert Bürger

Auf Vorschlag der Straßenbenennungskommission hat der Gemeinderat am im März 2012 die Umbenennung der „Von-Emmich-Straße“ in „Georges-Ferber-Straße“ beschlossen. Am 3. Mai 2012 beauftragte der Gemeinderat die Straßenbenennungskommission, vor einem Vollzug der Umbenennung den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern nochmals die Gründe für die Umbenennung sowie das Verfahren in einer Informationsveranstaltung näher zu erläutern. So heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sollen in dieser Wochen nun die Gelegenheit haben, ihre Argumente für oder gegen eine Umbenennung vorzubringen und mit den Mitgliedern der Straßenbenennungskommission zu diskutieren.

Entscheidung überdenken

Die Erkenntnisse aus der Bürgerinformationsveranstaltung werden dann in der Sitzung der Straßenbenennungskommission am 11. Juni 2012 besprochen und dem Gemeinderat vorgelegt. Für Anwohner bringt die Umbenennung einer Straße Unannehmlichkeiten mit sich und ist auch mit Kosten verbunden. Die Post kann plötzlich nicht mehr zugestellt werden und Visitenkarten oder Werbematerialien müssen neu gedruckt werden. Andererseits haben viele Städte aus Gründen der politischen Korrektheit mittlerweile Straßen umbenannt, die nach Militärs oder Weltkriegshelden heißen.

Ein Kommentar to “Konstanz fragt Bürger wegen Straßenumbenennung”

  1. dk
    22. Mai 2012 at 00:00 #

    Man kann es eigentlich nur begrüssen, wenn das Thema „preuss. Militarismus“ aus dem Blickfeld in Zeiten, wo die internat. Arbeitswelt sogar in KN sichtbar wird, verschwindet.
    Einiges wird durch Ausblendung von Geschichte einfacher: beim Besuch meines Elternhauses bin ich einer Osteuropäerin beim Verlassen begegnet. Ich wusste zuvor nur den Namen, den Herkunftsstaat und den leichten Akzent, durch den sie nicht wie bereits geschehen mit sog. Ossis verwechselt werden konnte.
    Beim Treffen habe ich nur gegrüsst und erfreut grinsen müssen, weil ich an grossartige gesellige Grillparties mit Bier in den Neuen BL denken musste. Am nächsten Tag berichtete die betreute Rentnerin, dass „die Neue“ aufgetaut ist und sich schon fast wie zu hause fühlt. Der ganze Pflegedienst (wahrscheinlich auch die Konkurrenz) ist äusserst beeindruckend; hoffentlich wechseln nicht zu viele in den Tourismus-Bereich.

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