Konstanz in Zahlen und Fakten

Team Statistik schrumpft 81.958 Einwohner Stadt am Bodensee auf 22 Seiten

Konstanz/Kreuzlingen (wak) Team Statistik und Steuerungsunterstützung in der Stadtverwaltung schafft mit vielen statistischen Informationen erst die Voraussetzung dafür, dass Konstanz planen kann. Teamleiter Eberhard Baier hat die Stadt gerade wieder auf 22 Seiten zusammengeschrumpft und Konstanz und Kreuzlingen neu in Zahlen und Fakten präsentiert. Der Nutzer erfährt zum Beispiel, dass Horst Frank seit 1996 Oberbürgermeister ist, die Freie Grüne Liste die meisten Sitze im Gemeinderat hat und in Konstanz statistisch betrachtet 1.758 Stunden im Jahr die Sonne scheint.

Konstanzer werden immer mehr

Eberhard Baier listet Zahlen und Fakten auf und zeigt, was sich in fünf Jahren in Konstanz verändert hat. Die Konstanzer werden zum Beispiel immer mehr. Die Zahl derer, die mit Hauptwohnsitz in der Stadt gemeldet sind, liegt bei 81.958. Es gibt mehr Zu- als Wegzüge und besonders viele Studenten im Alter zwischen 18 und 25 Jahren melden sich mit Hauptwohnsitz in der Stadt an. Wenn die Hochschule am Seerhein einen neuen Studiengang einrichtet, steigt die Zahl der Konstanzer, von denen knapp 10.000 keine Deutschen sind, automatisch. Aufgrund der Studenten hat die Bevölkerung der Konstanzer zwar keine Pyramidenform aber eine „Tannenbaumform“: Unten gibt es wenig Kinder, dann kommen viele Studenten, die geburtenstarken Jahrgänge folgen breit und die über 80-Jährigen bilden oben die Spitze des Baumes. Auch in Konstanz ist die Zahl der Sterbefälle zwar größer als die der Geburten. Die Zahl der Geburten liegt aber bei mehr als 600 Babys jährlich, so dass die demografische Entwicklung nicht ganz so dramatisch verläuft wie in anderen Städten. Die Botschaft an die Stadt heißt: Krippen- und Kindergartenplätze schaffen und auch Schulplätze werden noch gebraucht.

Petershausen vor der Altstadt

Die meisten Konstanzer wohnen in Petershausen, genau 19.733 wohnen in Petershausen. Allein in Petershausen West, in dem Quartier zwischen Wollmatinger und Reichenaustraße, sind es 13.071. In Petershausen Ost, im Musikerviertel, wohnen 6.662. Immerhin 11.545 Konstanzer leben in der Altstadt. Im Paradies sind es nur 5929, wobei mehrere Straßen jenseits der Laube nicht dem Paradies, sondern der Altstadt zugerechnet werden. Apropos wohnen: 2009 sind in Konstanz, einer Stadt mit mehr als 80.000 Einwohnern, 182 Neubauten genehmigt worden. In der viel kleineren Stadt Kreuzlingen, die nur 18.933 Einwohner hat, waren es immerhin 188. Etwa ein Viertel der Kreuzlinger sind Deutsche. 4.048 Deutsche wohnen in Kreuzlingen.

Studenten schmälern Kaufkraft

Spannend findet Eberhard Baier den Blick auf die Seite 8 der Broschüre. Dort geht es um die Einzelhandelsrelevante Kaufkraftsumme. Insgesamt ist die Kaufkraft in Konstanz geringer als zum Beispiel in Friedrichshafen. Das liege am hohen studentischen Bevölkerungsanteil, so Baier. Der Einzelhandelszentralität Index von 126,8 zeige aber, dass Kunden in die Stadt kommen und in Konstanz mehr eingekauft wird als es der Kaufkraft in der Stadt entspricht.

Fachbarbeitermangel mit Ansage

Die Statistik der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten spiegelt die älter werdende Gesellschaft. Immer mehr sind 45 Jahre und älter. „Arbeitgeber müssen sich auf ältere Mitarbeiter einstellen.“ Immer größer werde die Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen. „Der Fachbarbeitermangel zeichnet sich ab“, so Baier.

Rollerfahren statt ÖPNV nutzen

Der Blick auf die Verkehrsmittelwahl im Zehnjahresvergleich zwischen 1997 und 2007 (Social-Data-Verkehrsbefragung) zeigt, dass weniger Konstanzer zu Fuß gehen, das Fahrrad oder den Bus benutzen. Der prozentuale Anteil sank von 61 auf 59 Prozent. Der motorisierte Individualverkehr (Autos und motorisierte Zweiräder) nahm dagegen von 39 auf 41 Prozent zu. Verändert hat sich zum Beispiel die Zahl der Familienfahrten zur Schule und zum Kindergarten. Außerdem fahren immer mehr Jugendliche mit dem Roller. Im Vergleich zu anderen Städten stehe Konstanz immer noch sehr gut da, sagte Baier. Außerdem versucht die Stadt, die Entwicklung wieder zu drehen: So wurden zum Beispiel Walking-Busse initiiert, in denen Schüler zusammen zu Fuß zur Schule gehen.

Eberhard Baier mag Zenus

Die Volksbefragung Zensus hält das Team Statistik und Steuerungsunterstützung in der Stadtverwaltung übrigens für dringend nötig. Offenbar gibt es Informationslücken, was den Gebäude- und den Wohnungsbestand betrifft. Auch über die Heizungsart und den CO2 Ausstoss verfüge die Stadt über zu wenig Informationen. Weiter erhoffe sich Konstanz Aufschlüsse über den Bildungsstand. Die Ergebnisse von Zensus erhält Konstanz aber erst 18 bis 24 Monate nach der Befragung, gegen die Kritiker eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht eingereicht haben. Eberhard Baier sieht den Datenschutz gewährleistet. So hätten die Mitarbeiter, die an Zensus mit arbeiten, zwei PCs auf dem Schreibtisch stehen. Auf einem würden ausschließlich Zensusdaten verarbeitet – E-Mails verschicken sie vom anderen.

Der Flyer „Konstanz in Zahlen“ 2010 ist in einer Auflage von 10.000 Stück klimaneutral gedruckt worden. Außerdem gibt’s den Flyer online.

Foto: unopaella PIXELIO

Ein Kommentar to “Konstanz in Zahlen und Fakten”

  1. dk
    29. Juli 2010 at 23:32 #

    Der KNer Stadtrat hat mit seiner Klausur in der Kartause Ittingen eine optimale Wahl getroffen:
    http://www.kartause.ch/de/spiritualitaet/labyrinth/

    Als ehem. Kloster gibt es viel Raum für neue Gedanken. Seminare und Tagungen werden jenseits der üblichen Management-Welt durchgeführt, wobei die Schlichtheit des klösterlichen Lebens positive Einflüsse auf Management-Strategien haben kann. Der Spruch „manchmal ist weniger mehr“ und lieber „kurz und tief nachdenken als lang und oberflächlich“ sind sicher Gedanken mit maximaler Rendite und passen auch zur Zielsetzung.

    Als junger Erwachsener durfte ich einen ehem. Arbeitskollegen in der Kartause besuchen, der inzwischen dort Nachtwächter geworden war (heute Rentner). Nach 2-3 Std. Unterhaltung in seinem Zimmer durfte man zum Abschluss an einem Rundgang teilnehmen; inkl. historischer Führung mit Lebensalltag eines MA-Klosters. Unterkünfte und Tagesablauf der Mönche waren hochinteressant. Vielleicht liegt das Geheimnis des CH-Topmanagements auch in dieser Kartause bzw. in deren Spiritualität; tiefes Nachdenken wird durch die ruhige Umgebung begünstigt.

    PS.
    An wenigen Stellen sollte man etwas Abstand halten und kurz die Blickrichtung wechseln; der Besuch hat lediglich einige gedankliche Ansätze zur Lebensführung vermittelt.

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