Konstanz Stadt, Fluss, Luft: Der beste ÖPNV für die Stadt

Seilbahn KoblenzKonstanz. Konstanz sucht weiter nach der besten Verkehrslösung, um die Innenstadt mit Hilfe des ÖPNV vom Stau und Stop-and-Go zu befreien. Die Stadt prüft weiter drei mögliche Alternativen. Konkret geht es um die ÖPNV-Angebote Wasserbus, Seilbahn und Straßenbahn zur Verkehrsentlastung der Innenstadt. Alle drei Verkehrsmittel sind grundsätzlich denkbar.

Freie Grüne Liste stellte Antrag

Den Antrag, die Verkehrsmittel zu prüfen, hatte die Fraktion der Freien Grünen Liste im Oktober vergangenen Jahres gestellt. Walter Rügert, Sprecher der Stadt Konstanz, stellte klar, dass die Stadt alle drei Alternativen ernsthaft prüfen möchte. Dann erst kann eine politische Entscheidung fallen. Kein Verständnis hat der städtische Pressesprecher offenbar für vorschnelle vernichtende Urteile. Auch eine Seil- und eine Straßenbahn seien grundsätzlich denkbar, sagte Walter Rügert.

Straßenbahn fährt zweigleisig

Walter Rügert verweist auf das Beispiel Karslruhe und zitiert aus der Sitzungsvorlage für den Konstanzer Gemeinderat, in der es unter anderem heißt: “In Karlsruhe wurde erstmals 1992 eine Zweisystemstadtbahnlinie in Betrieb genommen.” Solche Zweisystemstadtbahnen nutzen, darauf weist Walter Rügert hin, im innerstädtischen Bereich Straßenbahngleise. Die gibt es in Konstanz bisher nicht. Über Systemwechselstellen können die Bahnen aber auch auf das normale Eisenbahnnetz gelangen und hier bestehende Strecken mitnutzen. Denkbar sei es möglicherweise, dass eine Straßenbahn auf der Bahnschiene vom links- ins rechtsrheinische Konstanz fahre und dann auf einer Straßenbahnschiene weiter nach Allmannsdorf oder an die Univertität.

Seilbahn bleibt Alternative

Zum Thema Seilbahn steht in der von Walter Rügert zitierten Sitzungsvorlage: “Seilbahnsysteme sind in Bergregionen seit Jahrzehnten ein bewährtes Verkehrsmittel. In den letzten Jahren wurden aber auch vermehrt Seilbahnprojekte in urbanen Räumen umgesetzt.” Gondeln seien grundsätzlich auch in Konstanz denkbar. Auf der Homepage der Stadt Koblenz heißt es zum Beispiel: “Die größte Seilbahn ihrer Art nördlich der Alpen mit ihren 18 Gondeln wurde für die Bundesgartenschau 2011 errichtet und zählt seither zu den Attraktionen in Koblenz.”

Große Mehrheit für Prüfung

In Konstanz stimmte am Donnerstag eine große Mehrheit der Ratsmitglieder dafür, die Prüfung der ÖPNV-Alternativen Wasserbus, Seilbahn und Straßenbahn weiter zu verfolgen. Das Abstimmungsergebnis lautete  32 Ja-, 1 Neinstimme und es gab 4 Enthaltungen.

Foto: Seilbahn Koblenz 

 

6 Kommentare to “Konstanz Stadt, Fluss, Luft: Der beste ÖPNV für die Stadt”

  1. Nabholz
    2. Februar 2014 at 00:06 #

    Machbar ist die Seilbahn sicherlich,aber ob sie das Verkehrsproblem löst ist mehr als fraglich.Als Touristenattraktion mehr als geeignet, aber das bringt noch mehr Verkehr in die Stadt.
    Für mich gibts nur eine Lösung:Einbahnverkehr um die Altstadt mit vorfahrtberechtigter Busspur, Parkhaus/Tiefgarage am Döbele und Parkhauserweiterung am Lago und Paradies Zufahrt nur für Anwohner.
    Aber das wollen ja die freiheitsliebenden Grünen und Linken nicht. Also weiter Verkehrsstau,Gestank in der Stadt und Absenken der Lebensqualität der Altstadtbewohner.
    Konstanz, I love you

  2. Haufraufundschluss
    2. Februar 2014 at 07:46 #

    @Nabholz: Das genau ist das Problem. Verkehrspolitik wird hier nämlich von Ideologen gemacht, die fachlich dazu gar nicht in der Lage sind. Die Grünen müssten eigentlich mittlerweile gelernt haben, dass Wunschdenken und die Transformation des Menschen zu einem ideologisch einwandfreien und gottgleichen grünguten Wesen nicht funktioniert. Aber sie versuchen es immer wieder.

  3. Walter Rügert
    2. Februar 2014 at 13:00 #

    Da verfügen Sie offenbar nicht über die aktuellen Informationen. Der Gemeinderat hat unlängst einer weiteren Prüfung eines Einbahnrings um die Altstadt mehrheitlich nicht zugestimmt. Zuvor hatten bereits Verkehrsgutachten eine erhöhte Verkehrsbelastung bei einem Einbahnverkehr auf dem Altstadtring prognostiziert.

  4. Jürgen Ruff
    2. Februar 2014 at 16:29 #

    Ja, es ist leider so, dass außer uns Sozialdemokraten und ein paar wenigen aus anderen Fraktionen niemand mehr für die vorgeschlagene, kostengünstigste und am schnellsten umsetzbare teilweise Einbahnlösung war. Wir sind womöglich zur Zeit die einzigen, die konsequent versuchen, pragmatisch Verkehrspolitik zu betreiben, was z.B. heißt, dort Parkplätze schaffen, wo man sie für Bewohner und Gäste braucht (nämlich Döbele) und dort zu verhindern, wo sie noch mehr Verkehr erzeugen (wie die LAGO-Parkhauserweiterung, die leider mit einer Stimme Mehrheit inklusive OB Frank damals gerade so durchkam). Aber bei der nächsten Kommunalwahl können die Wähler ja entscheiden, ob sie mehr Pragmatismus und Sachverstand im Rat haben wollen … ;-)

  5. Haudraufundschluss
    2. Februar 2014 at 19:27 #

    Es ist ein Irrglaube, dass Parkraum Verkehr verursacht. Das Gegenteil ist der Fall. Parkraumverknappung als verkehrserzieherische Maßnahme ist eine fixe Idee aus der verstaubten Ideologiemottenkiste der Grünen. Wer sowas für “Sachverstand” hält, hat Sinn für Humor.

    Es fehlen in allen Breichen verbindliche Zielvorstellungen: Wie soll bezüglich Parkraum in den einzelnen Stadtteilen mit Berufspendlern, Einkaufskunden, Besuchern, Lieferverkehr, Anwohnern usw. umgegangen werden? Wie entwickelt sich der Verkehr in den Neubaugebieten? Wie wird der Verkehr aussehen, wenn jährlich 400 Wohnungen dazukommen? Wie wird der ÖPNV ausgebaut? Bau Bushof, Seehashaltestelle Sternenplatz und Bodensee-Ringbahn, Bushof Fernbusse, Umbau Parkplätze von Längs nach Schräg, Erlaubnisse Gehwegbeparkung, Bau von Tiefgaragen unterm Döbele, Laube, unter Schulhöfen, Stephansplatz, Bodanplatz, Klein-Venedig, Büdingen, usw. Betreiberkonzepte Parkhäuser/Tiefgaragen?

    Übrigens: Wer Sachverstand im Gemeinderat haben will, soll seine Kreuze ganz weit weg von den roten und grünen Sozialisten und Ideologen machen.

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  1. gazette.ich - 4. Februar 2014

    […] wir uns still und leise. Wer Augen und Ohren nicht verschließt, dem dürften die Reaktionen auf “Wassertaxi-Seil- und Straßenbahn” in der vergangenen Woche zu denken geben. Nachzulesen sind solche Kommentare zum Beispiel auf […]

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