Konstanz schneidet im Städtevergleich „Urban Audit“ gut ab

Luftbild KonstanzKonstanz. Kuscheliges Thema für Konstanzer Gemeinderatsmitglieder: Auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) am Donnerstag dieser Woche stehen acht Punkte, darunter der „Urban Audit“-Bericht zur Lebensqualität in deutschen Städten im Vergleich vor. Der Städtevergleich bescheinigt Konstanz eine hohe Lebensqualiät. Ein Ausreißer ist nur die Wohnsituation. Zu finden ist der Bericht auch im Internet auf der Homepage der Stadt Konstanz.

Befragung in 20 Städten

Die KonstanzerInnen sind mit der Lebensqualiät ihrer Stadt sehr zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt die Städteumfrage „Urban Audit 2012“ , die alle drei Jahre stattfindet. In einer Stichprobe wurden die BürgerInnen aus 20 deutschen Städten zu verschiedenen Lebensbereichen befragt.

Quervergleich mit sechs Städten

„Die deutschlandweite Befragung ermöglicht einen Quervergleich zu grundlegenden Themen der Kommunalpolitik und ist damit zugleich ein Gradmesser, wie Konstanz in verschiedenen Bereichen im Vergleich zu anderen Städten aus Sicht der BürgerInnen abschneidet“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. In sechs Städten mit weniger als 150.000 Einwohnern wurden 3.306 Menschen befragt und die Werte miteinander verglichen. Neben Konstanz wurden BürgerInnen in Koblenz (800 Befragte), Darmstadt (502 Befragte), Heilbronn (501 Befragte), Fürth (500 Befragte) und Zwickau (501 Befragte) befragt.

Große Zufriedenheit mit Wohnort

Laut Befragung sind die Konstanzer insbesondere mit ihrem Wohnort, der Gesundheitsversorgung, der Luftqualität, dem eigenen Leben und dem Sicherheitsgefühl in ihrer Stadt (sehr) zufrieden (90 Prozent Zustimmung).

Minus beim Wohnungsmarkt

Ebenfalls zufrieden war ein Großteil der Konstanzer mit den öffentlichen Flächen, dem öffentlichen Nahverkehr, dem Lärmpegel, der Sauberkeit, den Einzelgeschäften, der finanziellen Situation ihres Haushaltes und der Vertrauenswürdigkeit ihrer Mitmenschen (über 80 Prozent Zustimmung). Den Wohnungsmarkt bewerten die Konstanzer Befragten hingegen schlechter als die Befragten aus den kleineren Städten.

Gute Noten im direkten Vergleich

Deutlich zufriedener waren die Konstanzer Befragten im Vergleich zu dem Durchschnittswert der kleineren Städte mit der Integration von Ausländern, der Armutssituation, der Luftqualität und beim Thema Sicherheit. 76 Prozent der Konstanzer Befragten stimmten der Aussage, dass Ausländer in Konstanz gut integriert sind eher/sehr zu. In den Vergleichsstädten lag der Wert 11 Prozentpunkte niedriger (65 Prozent). Besonders zufrieden sind die Konstanzer mit der Luftqualität: 92 Prozent sind mit dieser sehr/eher zufrieden. In den Vergleichsstädten sind dies 83 Prozent.

Lob für Stadtpolitik

59 Prozent der Befragten aus Konstanz stimmten zudem der Aussage, dass die Stadt mit ihren Mitteln verantwortungsvoll umgeht sehr/eher zu. In den Vergleichsstädten waren dies lediglich 50 Prozent. Der Zeitvergleich zeigt, dass die Konstanzer ihrer Stadt in den letzten Jahren in Bezug auf den Umgang mit finanziellen Mitteln mehr Vertrauen entgegenbringen. Noch 2006 stimmten der Aussage lediglich 46 Prozent und 2009 49 Prozent zu.

Wohnugsmarkt in Konstanz wichtigstes Thema

Das für Konstanzer Befragten mit Abstand wichtigste Thema ist das Wohnungswesen (64 Prozent), gefolgt von Bildung und Ausbildung mit 44 Prozent und der Infrasturktur der Strassen. Das Wohnungswesen wird mit 58 Prozent der Nennungen ebenfalls hoch bewertet. Bei den Städten unter 150.000 Einwohner insgesamt bezeichneten die Befragten die Bildung und Ausbildung als das bedeutendste Thema. Als zeitwichtigstes Thema wurde die Infrastruktur der Straßen und als drittwichtigstes Thema die Gesundheitsversorgung genannt. Die geringste Bedeutung für alle Befragten hatte die Lärm- und die Luftverschmutzung. Im Einzelnen gibt es aber große Unterschiede zwischen den Städten.

Befragung alle drei Jahre

Die Befragung wurde zentral von einer Arbeitsgruppe des Verbandes Deutscher Städtestatistiker (VDSt) erstellt und an ein Marktforschungsunternehmen vergeben. Den Städtevergleich Urban Audit gibt’s alle drei Jahre.

Städteumfrage besteht aus zwei Teilen

Die Städteumfrage ist in zwei Teile gegliedert. Ein Fragenteil in der beschäftigt sich mit der Zufriedenheit von Infrastruktureinrichtungen. Hierzu gehören das Gesundheitswesen, kulturellen Einrichtungen, öffentliche Flächen, Grünflächen, Zustand von Straßen und Gebäuden, Lärm, Luftverschmutzung, Schulen, Einzelhandelsgeschäfte, Sportanlagen und der ÖPNV.

Subjektive Einschätzung gefragt

In einem weiteren Fragenblock ist die subjektive Einschätzung unterschiedlicher Aspekte von Lebensqualität ein wichtiges Thema. Hier geht es einerseits um soziale Aspekte wie das Sicherheitsempfinden, das soziale Vertrauen, und die Integration von Ausländern. Aber auch ökonomische Aspekte wie die eigene finanzielle Situation, der Arbeitsmarkt, die Wohnungskosten und das Thema Armut in der Stadt werden von den Bürgerinnen und Bürgern beurteilt. Der verantwortungsvolle Umgang mit den finanziellen Mitteln der Stadt sowie die Qualität der Arbeit der Stadtverwaltung stehen ebenso auf dem Prüfstand.

Foto: Peter Schottmüller

 

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