Konstanz schreibt Claus Boldts Beigeordnetenstelle aus

Konstanz. Wie schwarz oder grün Konstanz ist, dürfte sich im März 2013 zeigen. Dann wählt der Konstanzer Gemeinderat einen neuen ersten Beigeordneten oder er wählt den bisherigen Bürgermeister Claus Boldt, wieder. In diesem Fall säßen dann zwei Mitglieder der CDU im Konstanzer Rathaus in der ersten Reihe. Denn der im  Juli gerade erst gewählte neue Oberbürgermeister Uli Burchardt ist wie Claus Boldt Mitglied der CDU. Burchardts Vorgänger Horst Frank war Grüner und der erste grüne Oberbürgermeister Deutschlands.

Beigeordnetenstelle wird ausgeschrieben

Die Amtszeit von Claus Boldt endet im Mai 2013. In seiner Sitzung am Donnerstag kommender Woche, 20. Dezember, beschäftigt sich der Konstanzer Gemeinderat mit dem „Verfahren zur Wiederbesetzung der Stelle der/des 1. Beigeordneten“, wie es bürokratisch korrekt heißt. Übersetzt heißt das: Die Stadt schreibt die Stelle Boldts neu aus. Dies ist nach acht Jahren ein formaler Akt – und unabhängig davon, ob sich der bisherige Stelleninhaber wieder bewerben möchte.

Claus Boldt in der Schusslinie

In der Vergangenheit stand Bürgermeister Claus Boldt immer wieder in der Kritik. Mit seinem Namen sind der sogenannte „Maultaschen-Fall“, der bundesweit Schlagzeilen machte, und auch die umstrittene und kostspielige Entlassung des ehemaligen Konstanzer Chefarztes Prof. Dr. Gert Müller-Esch verbunden. Die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft und die beiden Räte der Linken Liste Konstanz forderten Boldt damals sogar zum Rücktritt auf.

Das Dezernat ist heiß

Auch die Zustände bei der Konstanzer VHS setzen manche wenigstens teilweise mit auf die Rechnung Boldts. Hinter vorgehaltener Hand hatten Mitglieder des Rates damals darüber spekuliert, dass die Mehrheit des Konstanzer Gemeinderates Claus Boldt wohl nicht mehr wiederwählen wolle. Zuletzt fiel auch noch der Fall des Orchesterintedanten Florian Riem in Boldt Zuständigkeitsbereich. Boldt ist zwar für das Defizit bei der Südwestdeutschen Philharmonie persönlich nicht verantwortlich, aber für die Bereiche Kultur und Soziales in Konstanz er zuständig.

Abflug missglückt

Vor gut einem Jahr hatte der Konstanzer Bürgermeister versucht, die Reißleine zu ziehen und Konstanz zu verlassen. Claus Boldt hatte sich 2011 für das Amt des ersten Beigeordneten der Stadt Ellwangen beworben. Der Gemeinderat von Ellwangen wählte dann aber einen anderen Bewerber.

Wie viel CDU für Konstanz?

In Konstanz haben sich die Chancen Boldts unabhängig von seiner persönlichen Leitungsbilanz durch die Wahl von Uli Burchardt nicht unbedingt verbessert. Burchardt, dem das aufgeklärte, ökologisch orientierte Bürgertum ins Amt half, ist wie Boldt Mitglied der CDU. Die größte Fraktion im Gemeinderat ist aber die der Freien Grünen Liste (FGL). In Konstanz hätte somit die FGL das Vorschlagsrecht. So ist es in Konstanz Tradition. Wenn die FGL einen qualifizierten Bewerber oder eine Bewerberin vorschlägt, die mehrheitsfähig ist, dürfte Boldt ohne Chance sein.

FGL am Zug

Doch all das ist erst einmal Spekulation. Denn weder ist klar, ob die FGL einen Kandidaten oder eine Kandidatin findet noch ob sie mit anderen Fraktionen Absprachen treffen kann. Noch nicht öffentlich darüber geäußert, ob er wieder kandidieren will oder nicht, hat sich zudem Claus Boldt selbst.

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