Konstanz verzichtet auf Jugendgemeinderat

Wahlbeteiligung bei Friedrichshafener Jugendratswahl sehr niedrig – Alternative Jugendforen

Konstanz. Die Stadt Konstanz hält an der bisherigen Konzeption zur Jugendbeteiligung wie das „schulbezogene Jugendforum“ und das „stadtteilbezogene Jugendhearing“ fest. Die Einrichtung eines Jugendgemeinderates lehnte der Konstanzer Gemeinderat ab. Zum Vergleich: In Friedrichshafen gibt es einen Jugendrat. Das Interesse der Jugendlichen ist aber gering.

Wenige Interesse am Jugendrat

Obwohl die Jugendlichen in Friedrichshafen in diesem Frühjahr sogar erstmals übers Internet abstimmen konnten, war die Wahlbeteiligung bei der Jugendratswahl sehr gering. Nur 16,03 Prozent der jungen Friedrichshafener oder nur 608 Jugendliche stimmten ab. Liegen könnte das auch daran, dass die Jugendratsmitglieder, wenn es um Jugendthemen geht, zwar gehört werden, sie aber im Gemeinderat kein Stimmrecht haben.

Alternative Jugendforen und Jugendhearings

Konstanz geht einen anderen Weg: Von der Mitte 2008 gegründeten Arbeitsgruppe wurde ein Konzept „Jugendbeteiligung“ ausgearbeitet. So entstand zunächst die Idee einer Beteiligungsvariante „schulbezogenes Jugendforum“. Um darüber hinaus auch Jugendliche und junge Erwachsene zu erreichen, für die Schule nicht oder nur eingeschränkt positiv besetzt ist, oder die keine Schule mehr besuchen, wurde ergänzend das Modell der „stadtteilorientierten Jugendhearings“ weiter verfolgt. Auch weitere Beteiligungsformen sind, wie die Stadt mitteilte, bereits vorhanden: So können etwa Ausschüsse Vertreter des Konstanzer Schülerparlaments anhören und der Gemeinderat kann Jugendliche als sachverständige Bürger beiziehen. Im Jugendhilfeausschuss sind Jugendverbände stimmberechtigt vertreten.

Ein Kommentar to “Konstanz verzichtet auf Jugendgemeinderat”

  1. selber_denker
    25. September 2010 at 21:19 #

    „…war die Wahlbeteiligung bei der Jugendratswahl sehr gering. Nur 16,03 Prozent der jungen Friedrichshafener…“

    Nun, 16 % sind sicher nicht viel, es ist schade dass die Wahlbeteiligung nicht höher lag und nicht mehr Jugendliche die Chance einer Beteiligung genutzt haben.

    Aber zum Vergleich: Bei den durchaus verbindlichen Gemeinderatswahlen, bei der man wirklich Einfluss hat und nicht nur symbolisch wählt, lag die Wahlbeteiligung in der Universitätsstadt Konstanz letztes mal bei nur 46% der Erwachsenen!

    Das ist zwar das dreifache – aber da es um mehr als dreimal soviel geht doch wirklich schwach!

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