Konstanz wächst bis 2030 und braucht Wohnungen

Universitätsstädte als Standort für Unternehmen immer attraktiver – Bevölkerungsrechnung bis 2030

Herbert WeberKonstanz. Konstanz ist keine schrumpfende, sondern eine wachsende Stadt. Die Bevölkerungszunahme setzt aber voraus, dass die Menschen in Konstanz eine Wohnung finden. Das sagte der Tübinger Geograf Tilman Häusser. Er stellte der Stadt eine Bevölkerungsvorausrechnung bis 2030 vor. Durchgespielt hat er zwei mögliche Szenarien. In einem kommt er auf eine Bevölkerungszunahme von 7,2 Prozent oder auf ein Plus von 5.700 Einwohnern. Beim Mittel der Szenarien läge der Zuwachs „nur“ bei 2,7 Prozent oder 2.200 Einwohnern. Die Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage für die Stadtplanung. Herbert Weber, SPD-Stadtrat und Vorsitzender des Mietervereins Bodensee, forderte aufgrund der Prognose erneut, mehr Wohnungsbau.

Konstanz bleibt Zuzugsstadt

Konstanz ist eine attraktive Stadt und die Gesamtbevölkerung nimmt bis 2030 laut Bevölkerungsvorausrechnung weiter zu. Bis 2030 könnten 85.000 Menschen in der Stadt leben. Die Prognose basiert auf kleinräumigen Daten. Die Bevölkerungszunahme beruhe vor allem auf Zuzügen, sagte Häusser. Universitätsstädte werden auch für Unternehmen immer attraktiver. Wer in Konstanz lebt, bleibt am liebsten hier. „Wegzug“-Städte sind hauptsächlich andere Universitätsstädte oder Orte in Seenähe.

Kinder in der Stadt

Anders als in vielen anderen Städten wird in Konstanz auch die Anzahl der unter Dreijährigen in der Zukunft weiter zunehmen. Zum Vergleich: In vielen Städten schrumpft die Zahl der unter Dreijährigen um bis zu 30 Prozent. Studierende sorgen ebenfalls für Bevölkerungswachstum. Eine Zunahme werde es in Konstanz aber auch in der Altersgruppe der 35- bis 65-Jährigen geben, und die Altersgruppe der über 65-Jährigen und der Hochbetagten über 85 Jahre werde ebenso größer. Die Lebenserwartung von Frauen beträgt in Konstanz derzeit im Schnitt 81,3 Jahre und die von Männern 79,1 Jahre.

Neue Wohnungen für wachsende Bevölkerung

Herbert Weber forderte Wohnungsbau. Die Nachverdichtung komme an ihre Grenzen. Die Stadt brauche Bauland, so der SPD-Stadtrat. Er sagte: „Sie können die Mieten in Konstanz nicht bezahlen.“ Weber sieht nur eine Möglichkeit: „Wir müssen neue Baugebiete ausweisen.“ Oberbürgermeister Horst Frank sagte, dass jährlich 300 Wohnungen neu entstehen sollen.

Großes Wohnungsangebot heißt nicht günstige Mieten

Häusser machte Weber und den Konstanzern aber wenig Hoffnung, dass viele neue Wohnungen dazu führen, dass die Mietpreise weniger schnell steigen. Er sagte: „Eine Angebotserweiterung schlägt sich nicht auf den Mietpreis nieder.“ Die Folge wären eher Leerstände in unattraktiven Quartieren.

Ein Kommentar to “Konstanz wächst bis 2030 und braucht Wohnungen”

  1. anonymous
    30. März 2012 at 19:37 #

    „Er sagte: „Eine Angebotserweiterung schlägt sich nicht auf den Mietpreis nieder.“ Die Folge wären eher Leerstände in unattraktiven Quartieren.“
    hört sich so an als hätte er keine Ahnung wovon er redet! Solang es Studenten gibt die aus Uhldingen bis Immenstaadt jeden Tag nach Konstanz pendeln, weil es hier nicht gibt, ist Leerstand reine Utopie. Ebenso wie es genug Pendler aus Radolfzell und Singen gibt, die gerne in Kn was hätten. Es liegt ja nicht mal an den hohen Mieten, sondern das fehlende Angebot.

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