Konstanzer Bodensee-Therme ist angekommen

Bädergesellschaft vermeldet Rekordergebnis – 934.000 Badegäste und knapp vier Millionen Umsatz

Konstanz. Die Konstanzer Bodensee-Therme ist angekommen. Im vergangenen Jahr kamen so viele Besucher wie nie zuvor. 368.000 Badegäste planschten im warmen Wasser. Das waren sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Saunabader stieg sogar um 12 Prozent. An 27 Tagen im Jahr sei die Kapazitätsgrenze erreicht worden, sagte Georg Geiger, Geschäftsführer der Bädergesellschaft. Er sagte: „365 Tage im Jahr sind Badetage.“

 

Hoher Kostendeckungsgrad der Konstanzer Bäder

Geigers Kollege Konrad Frommer sagte, die Bodensee-Therme habe ihre Betriebskosten – ohne den Kapitaldienst – fast selbst erwirtschaftet. Sie schaffte eine Kostendeckung von 97 Prozent. Ins Schwaktenbad kamen fünf Prozent mehr Besucher als 2009. Im Schwaketenbad lag der Kostendeckungsgrad bei 41,5 Prozent. Für ein Hallenbad ist dieser Wert beachtlich: „Normal“ wären 30 Prozent.

Stadt bezuschusst jeden Badbesuch mit 2,20 Euro

Insgesamt machte die Bädergesellschaft in ihren acht Bädern 2010 einen Umsatz von knapp vier Millionen Euro. Das Jahresergebnis lag um 400.000 Euro über dem erwarteten Ergebnis. Die Stadt Konstanz konnte deshalb ihren Bäderzuschuss von 2,3 Millionen auf zwei Millionen Euro verringern. Und das ist so, obwohl sich Konstanz acht Bäder leistet und der Eintritt in die Strandbäder – mit Ausnahme des Rheinstrandbads – kostenlos ist. Die Stadt Konstanz bezuschusst jeden Badbesuch mit etwa 2,20 Euro.

Hohe Zufriedenheit der Konstanzer mit ihren Bädern

Geiger sagte, die zwei großen Konstanzer Bäder, die Bodensee-Therme und das Schwaketenbad mit seinem Kursangebot, seien bei ihren jeweiligen Zielgruppen angekommen. Wie zufrieden die Konstanzer tatsächlich mit ihrer Bäderlandschaft sind, zeigte auch die Bürgerbefragung von Stadt und Universität zur Nutzung kultureller Einrichtungen und Lebenszufriedenheit. Die Konstanzer Strandbäder Hörnle, Wallhausen, Dingelsdorf und Litzelstetten stehenauf dem Spitzenplatz. 96 Prozent der Befragten waren mit den Bädern zufrieden. Auch die Bodensee-Therme, das Schwaketenbad und die hauptsächlich von Vereinen genutzte Schwimmhalle Hallenbad schafften es weit nach vorn. 72 Prozent waren mit diesen Bädern, in denen sie Eintritt zahlen mussten, zufrieden.

Das Bad für den Thurgau

Die Bodensee-Therme ist aber nicht nur das Bad der Konstanzer. „Sie ist das Bad für den Thurgau“, sagte Georg Geiger. 30 Prozent der Thermenbesucher sind Schweizer. Auch aus Winterthur, Zürich oder sogar Bern kämen die Gäste. Viele nehmen offenbar rabattierte Kombiangebote an und reisen mit der Schweizer Bahn und dem Bus an. Auch viele Deutsche nehmen längere Anfahrtszeiten in Kauf: Etwa auf der Linie Ludwigshafen und Messkirch verlaufe die Grenze zwischen dem Einzugsbereich der Konstanzer und der Überlinger Therme, sagte Geiger. Praktisch keine Besucher kommen aus dem Raum Meersburg und dem Linzgau, so der Bäderchef. Hier trennt der See. Konrad Frommer sagte, viele Gäste kämen aus dem Raum Stuttgart, von der Alb oder aus den Regionen und Orten entlang der A 81. Das haben Kennzeichenzählungen und die Abfrage von Postleitzahlen ergeben.

Sauna-Hype in der Bodensee-Therme

Riesig sei die Nachfrage nach der Sauna. Sie ist Premiumprodukt und Profitcenter der Konstanzer Therme. 22 Prozent der Thermenbesucher entscheiden sich in der Bodensee-Therme fürs Saunabaden – und 44 Prozent der Erlöse kommen aus der Sauna. Im Gegensatz zu den anderen Thermen am See bietet Konstanz weiterhin auch einen reinen Frauensaunatag an. Männer müssen dann draußen bleiben. Demnächst könnte es sogar noch einen weiteren Mehrwert geben: Auch die Konstanzer Therme soll in Zukunft eine Außensauna bekommen. Entsprechende Planungen gibt es bereits. Geplant ist offenbar ein direkter Seezugang. Direkte Seezugänge sind derzeit noch Alleinstellungsmerkmale der Meersburger und der Überlinger Thermen. Noch lassen Geiger und Frommer die Katze aber nicht aus dem Sack. Bevor die an die Öffentlichkeit gehen, darf erst noch die Kommunalpolitik mitreden. Erst dann und nach vielen Genehmigungen ist der Weg frei.

Comeback des Rheinstrandbads

In Zukunft möchten die Konstanzer vor allem auf Qualität setzen. Derzeit entsteht zum Beispiel in der Bodensee-Therme – die sich auch ein 50 Meter Schwimmerbecken leistet – für 130.000 Euro eine Breitrutsche, die den Freibadbereich für Kinder Jugendliche von 10 bis 15 Jahren attraktiver machen soll. Das Strandbad Horn und das Rheinstrandbad bekommen neue Spielgeräte. Das Rheinstrandbad ist für Bewohner der Altstadt, des Paradieses und aus Petershausen trotz innenstadtnaher kostenloser Badeplätze linksrheinisch am Schänzle und rechtsrheinisch neu im Herosépark nicht wegzudenken. Nach anfänglichem Besucherrückgang kamen im vergangenen Jahr wieder mehr Besucher ins Rheinstrandbad. Der gepflegte Rasen, die warmen Duschen und die Gastronomie dürften den Ausschlag gegeben haben. Und noch ein Trend sei festzustellen, sagte Geiger. Das Familienbad Schwaketenbad ist bei schlechtem Wetter längst auch im Sommer attraktiv. Auf die Idee, es im August zu schließen, käme die Bädergesellschaft heute nicht mehr. Wenn kein schönes Wetter sei, strömten die Gäste auch im Sommer ins Hallenbad.

Foto: Konrad Frommer und Georg Geiger vor dem Thermalaußenbecken der Bodensee-Therme.

 

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