Konstanzer Bürgerinitiative hat Onlinepetition gegen den Fluglärm-Staatsvertrag gestartet

Untrschriften gegen mehr Fluglärm in Südbaden – Menschen im Kreis Konstanz noch nicht alarmiert genug

Konstanz/Bodenseekreis. Die Bürgerinitiative gegen Flugverkehrsbelastung im Landkreis Konstanz hat am Mittwoch dieser Woche im Internet eine an Bundesverkehrsminister Ramsauer gerichtete Onlinepetition freigeschaltet. Die Bürger können dort – auch anonymisert – den Minister auffordern, den Staatsvertrag zurückzuziehen. Das Bewusstsein über die Konsequenzen des Staatsvertrags sei im Kreis Konstanz noch nicht ausreichend vorhanden“, erklärt die Initiative. Noch weniger Widerstand komme aus dem Bodenseekreis.

 Viele Unterschriften bis 26. November

„Gegen mehr Fluglärm in Südbaden! Stoppt den Staatsvertrag!“, so lautet die Überschrift der Onlinepetition, die von der Bürgerinitiative auf dem Internetportal „openpetition.de“ mit einer Laufzeit von drei Monaten eröffnet wurde. Jeder Bürger kann eine Stimme abgeben. Die Initiative hofft, dass bereits bis zum 26. November, dem Gesprächstermin des Ministers mit den Landräten, Bürgermeistern, Abgeordneten und Vertretern der Bürgerinitiativen in Berlin schon eine beachtliche Anzahl von Unterschriften eingegangen sind.

Initiative im Web

Im Internet finden Interessierte die Initaitive unter „fluglaerm-weg.de“ sowie bei Twitter und Facebook. „Eine Ablehnung des Staatsvertrages im Bundestag ist keinesfalls sicher“, so die Bürgerinitiative. Inzwischen wird in den Medien offen über „Paketlösungen“ gesprochen. „Wenn Politikern Gegenleistungen angeboten werden, damit Sie im Bundestag für den Staatsvertrag stimmen, ist das ein unerhörter Skandal. Die Interessen der Südbadener dürfen nicht verraten und verkauft werden,“ so die Bürgerinitiative.

Konstanzer aufrütteln

Vielen Bürgern in Konstanz ist das Thema Fluglärm noch fremd, am Hochrhein, im Schwarzwald und auf der Baar ist dies anders. Die Lärmbelastung wird schleichend steigen. Wenn die Flieger erst einmal über das eigene Haus donnern, wird den Menschen die Problematik bewusst. Für einen Protest ist es dann zu spät. Die Konsequenzen für die südbadische Tourismusbranche werden fatal sein, heißt es in einer Mitteilung der Initiative.

Mehr Anflüge, niedrigere Flughöhen

Der Staatsvertrag ist bis 2030 nicht kündbar. 110.000 Anflüge über Süddeutschland und geschätzte 55.000 Abflüge allein über dem Bodensee werden der Schweiz darin ermöglicht. Und das ist nur der Anfang. „Der Flughafen Zürich (Flughafen Zürich AG mit dem Kanton Zürích als größtem Einzelaktionär) ist für 420.000 Flugbewegungen pro Jahr ausgelegt. Die Schutzzeiten (Nachtruhe) verdienen durch die Absenkung der Flughöhen ihren Namen nicht mehr“, protestiert die Initiative.

Warnung vor Fluglärm

„Es ist unerhört, dass zum Schutze des Züricher Südens selbst nachts in den betroffenen deutschen Regionen je nach Höhenlage in nur 1.400 m über Grund unbegrenzt geflogen werden darf. Dort ist mit einem Sechzehnfachen der bisherigen Lärmbelastung zu rechnen. Auch tagsüber kann eine unbegrenzte Anzahl von Anflügen in beliebiger Höhe über Südbaden abgewickelt werden Umweltbelastung, Dreck und Lärm werden vom Verursacher nach Südbaden exportiert. Lebensqualität, Immobilienwerte, Tourismus und damit auch die Wirtschaftsleistung im betroffenen Südbaden werden in Mitleidenschaft gezogen. Gleichzeitig wird die Wertschöpfung durch die unbeschränkten Nutzungsmöglichkeiten des deutschen Luftraumes für den Züricher Flughafen steigen. Wir, die Bürgerinnen und Bürger am Bodensee, im Südschwarzwald, auf der Baar und am Hochrhein wollen unseren Lebensraum erhalten, und nicht als Müllkippe für den Flughafen Zürich preisgeben“, heißt es in der Mitteilung der Initiative weiter.

Appell an Bürger

Wir fordern die Bürger auf: Wehren Sie sich gegen den Staatsvertrag und zeigen Sie dem Bundesverkehrsminister mit Ihrer Unterschrift die ROTE KARTE!

Hier geht’s zur Website und zur Petition.

Foto: Rolf Handke PIXELIO www.pixelio.de

 

4 Kommentare to “Konstanzer Bürgerinitiative hat Onlinepetition gegen den Fluglärm-Staatsvertrag gestartet”

  1. Hinterwäldler
    9. November 2012 at 19:10 #

    Endlich, jetzt ist er da, der neue Staatsvertrag. Selbst rote Politiker haben sich vor diesen nationalistischen Karren spannen lassen. Seit Jahren wurde provoziert und gestritten, um etwas was viel leiser ist wie der Verkehr in einem Wohngebiet und noch viel leiser wie die Glocken auf Nachbars Grundstück.

    Solange Kloten unser nächstliegender Fernflughafen ist und die DB es nicht schafft eine ordentliche Zugverbindung nach Stuttgart zu schaffen, solange werde ich meine Unterschrift verweigern.

    Übrigens sind die 4500 Glockenschlage täglich vom Nachbargrundstück sozialadäquat (lt. Landesumweltamt). Da uns keine Hilfe zur Lärmbekämfung zuteil wurde, blieb uns nichts anderes übrig als Fenster mit Dreifachverglasung auf eigene Kosten einzubauen. Nun können wir halbwegs ungestört telefonieren und den Sendungen im RF und TV folgen. Mit diesen Fenstern ertragen wir nun auch den Lärm der Flugzeuge in 500 m Flughöhe.

    Wo wart ihr, als wir alle gegen den fürchterlichen Lärm protestierten? Ihr habt ja noch nicht einmal protestiert, als die Glocken das Münster auf der Reichenau und das Ulmer Münster baufällig machte.

  2. Fafnir
    10. November 2012 at 16:15 #

    Das, was Hinterwäldler sagt. Und: Diese Petition reiht sich ein in die unglaublichen Albernheiten, die derzeit hier im Land stattfinden.

  3. Fafnir
    14. November 2012 at 18:18 #

    Hartmut Mehdron wird deutlich:

    Eine funktionierende Luftfahrt ist das Schmierfett einer funktionierenden Wirtschaft. Die Politik aber kümmert sich nur noch um Nachtflugverbote, CO2-Richtlinien und immer neue Regeln. Deswegen sind viele europäiche Fluglinien inzwischen pleite. Für die Politik sind Fluglinien nur die Lärmmacher. Die Luftverkehrssteuer ist Unzucht mit Abhängigen.

    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/sparprogramm-der-airline-air-berlin-erwaegt-massiven-stellenabbau/7385024.html

    Recht hat er.

  4. Immenstaader
    17. November 2012 at 15:11 #

    Auch am Nordufer fällt der Fluglärm schon auf. Den Flugverkehr überm See anschauen kann man auf dieser Seite http://radar.zhaw.ch/radar.html

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