Konstanzer Gemeinderat beschäftigt sich mit Burkini-Verbot

Burkini ja oder nein? Die  Konstanzer Bädergesellschaft will den Burkini als übrliche Badebekleidung in Konstanzer Bädern erlauben. Das Burkini-Verbot soll fallen. Ob das Burkini-Verbot der Konstanzer Bädergesellschaft bestehen bleibt, ist zunächst aber noch Thema am Donnerstag in der Sitzung des Konstanzer Gemeinderats.

Badeordnung lässt Burkini nicht zu

Die Bädergesellschaft wurde in den vergangenen Monaten vor die Frage gestellt, wie sie mit dem Thema Burkini in den Konstanzer Bädern umgehen soll. Der Burkini wird als Ganzkörperbadeanzug teilweise von muslimischen Frauen als Badebekleidung genutzt. Die derzeit geltende Badeordnung lässt nur sogenannte „allgemein übliche Badebekleidung“ zu. Als Ganzkörperbadeanzug wäre der Burkini von der Badeordnung ausgeschlossen.

Unterschiedliche Auffassungen

Recherchen der Bädergesellschaft in anderen Städten zeigten, dass der Umgang mit dem Burkini sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Insgesamt wurde deutlich, dass in vielen Kommunen eine große Unsicherheit zu diesem Thema besteht. Eine Ursache liegt darin, dass der Burkini oft als politisches und religiöses Symbol betrachtet wird, das mit antiemanzipatorischen oder sogar fundamentalistischen Tendenzen in Verbindung gebracht wird. Auch beim Deutschen Städtetag gibt es Unsicherheit, wie man generell mit dem Thema umgehen sollte. Daher gab es auch von dem Verband keine Empfehlung.

Argumente für Burkini

Um die Informationsbasis zu dem Thema zu verbessern lud Bürgermeister Dr. Andreas Osner muslimische Bürger, Vertreter des Gemeinderats und der Verwaltung sowie Experten der Universität zu einem Gespräch ein. Verschiedene Wissenschaftler des Exzellenzclusters „Kulturelle Grundlagen von Integration“ sind seit Jahren mit dem Thema der Integration von Bürgerinnen und Bürgern muslimischen Glaubens befasst und verfügen bundesweit über eine große Reputation. Dr. Özkan Ezli vom Exzellenzcluster erläuterte in einem Vortrag, dass die Verunsicherung bezüglich des Burkini auf die Namensgebung zurückzuführen ist, in der auch der Begriff „Burka“ enthalten ist. Dr. Ezli stellt klar, dass die sozialen Funktionsweisen von Burkini und Burka jedoch entgegengesetzt sind. Die Burka ziehe im öffentlichen Raum eine klare materielle und symbolische Grenze zwischen Mann und Frau. Der Burkini dagegen trenne nicht, sondern verbinde, indem der Fokus auf einer gemeinsamen Praxis liegt, nämlich dem öffentlichen Schwimmen mit anderen. Da insbesondere auch die räumliche Trennung der Geschlechter kein Thema ist, könne das Tragen des Burkini in öffentlichen Bädern durchaus als eine individuelle und „moderne“ Form der Aneignung von kultureller Prägung und Religion verstanden werden.

Bädergesellschaft will Burkini zulassen

Um den Bürgerinnen muslimischen Glaubens die Benutzung öffentlicher Bäder zu ermöglichen, wird die Bädergesellschaft in Zukunft den Burkini als „allgemein übliche Badebekleidung“ zulassen. Die Stadt möchte mit dieser Regelung auch den Respekt vor dem kulturellen und religiösen Selbstverständnis ihrer muslimischen Mitbürger bezeugen.

Trennung von Geschlechtern undenkbar

Die Bädergesellschaft stellt aber klar, dass eventuelle weitergehende Forderungen nach einer Trennung von männlichen und weiblichen Badegästen bzw. Badepersonal nicht umsetzbar wären.

 

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