Konstanzer Glaswürfel symbolisiert Energie-Wende in die Zukunft

Energiewürfel ist eines der ersten gewerblichen Plus-Energie-Gebäude in Deutschland

Konstanz. Mit einem Energiewürfel, der mehr Energie erzeugen wird, als er selbst verbraucht, vollziehen die Konstanzer Stadtwerke die Wende in die Zukunft. Der Würfel ist die energetisch optimalste geometrische Gebäudeform. Drei Millionen Euro haben sich die Stadtwerke das Signal, das das Unternehmen als modern, innovativ und der Zukunft zugewandt zeigen soll, kosten lassen. Ab Anfang Juli beraten die Stadtwerke Konstanz ihre Kunden im imposanten Würfel über Fragen rund um die Themen Energie, Mobilität und Freizeit. Am kommenden Sonntag gibt es erst einmal einen Tag der offenen Tür. Kritiker hat der transparente Würfe – sogar im Aufsichtsrat der Stadtwerke – übrigens auch. Sie halten die Bürofläche, die auch Image-Werbung ist, schlicht für zu teuer.

Mit Bauweise Vorreiter in Deutschland

Beim Bau und Betrieb des Gebäudes setzt das Konstanzer Unternehmen auf nachhaltige Technologie: Der Energiewürfel ist eines der ersten Plus-Energie Gebäude in Deutschland, das gewerblich genutzt wird.

Hintergrund der Investition

Der Bau kostet das Unternehmen rund drei Millionen Euro. Sinn und Zweck der Investition erklärten die beiden Geschäftsführer Kuno Werner und Konrad Frommer übereinstimmend: „Unser Unternehmen ist im vergangenen Jahrzehnt größer geworden und unser Geschäft hat sich durch Wettbewerb und technischen Fortschritt stark verändert. Es ist auch deutlich beratungsintensiver geworden. Das erweiterte Raumkonzept auf unserem Betriebsgelände ermöglicht die erforderliche Bündelung unserer Kompetenzen zum Vorteil unserer Kunden. Der Energiewürfel ist ein äußeres Signal für eine Aufbruchstimmung im Kundenservice der Stadtwerke.“

Ästhetisch und klar – die Architektur

Auf einem Teil des bisherigen Kundenparkplatzes am Verwaltungsgebäude in der Max-Stromeyer-Straße steht inzwischen ein viergeschossiges Gebäude in einer klaren Würfeloptik. Seine Kantenlänge beträgt 15 Meter. Auf alle Ebenen verteilt hat der Energiewürfel eine Gesamtfläche von etwa 800 Quadratmetern. Das Gebäude steht auf 47 Pfählen, die bis zu 18 Meter tief ins Erdreich gedrückt werden mussten. Die Fassade ist transparent und wirkt mit vereinzelten opaken Flächen sehr ästhetisch. Sie besteht aus 80 großen Glasfeldern mit einer Gesamtfläche von 1000 Quadratmetern. „Auch im Inneren des Energiewürfels wurde auf große Transparenz geachtet – nicht nur aus Gründen der Helligkeit, sondern auch zur Demonstration der Offenheit gegenüber Kunden“, erklärt Arnold Wild, Architekt und Bauleiter der Stadtwerke Konstanz. Einzelne Flächen der Fassade können in den Farben des Unternehmens beleuchtet werden.

Innovativ und nachhaltig – das Energiekonzept

Bei der Planung des neuen Kundenzentrums ist insbesondere auf Energieeffizienz und die Nutzung regenerativer Energiequellen gesetzt worden. Der Neubau wird – wie es in einer Mitteilung der Stadtwerke heißt – über seine Nutzungsdauer betrachtet mehr Energie erzeugen, als er selbst verbraucht. Die Energie der Sonne und der Erde werden dabei für Strom, Wärme und Kälte sorgen. „Als Form wurde ein Würfel gewählt, da dies die energetisch optimalste geometrische Gebäudeform ist“, so das Konstanzer Unternehmen.

So funktioniert der Würfel

Umkehrpumpen gewinnen Wärme und Kälte aus der Erde. Diese werden über einen Wasserkreislauf, der durch alle Decken des Gebäudes läuft, je nach Bedarf zur richtigen Temperierung des Gebäudes eingesetzt. Eine fünfeinhalb Meter lange Oberlichtverglasung kann zur Belüftung und Kühlung geöffnet werden. Auf dem Dach und an der Süd-Fassade erzeugt eine Photovoltaikanlage Strom. Für die Fassade wurde ein besonders innovatives Konzept entwickelt. Denn sie soll zu jeder Zeit viel Tageslicht ins Haus bringen, um damit so wenig elektrisches Licht wie möglich zu benötigen. Als Plus-Energie-Gebäude wird der Energiewürfel nicht nur Energie erzeugen, sondern auch besonders wenig Energie verbrauchen. Bei Bedarf hat die Fassade die Aufgabe, die Sonnenenergie auch zur Wärmeerzeugung einzufangen. Im Sommer aber soll das Sonnenlicht möglichst ausgesperrt werden, um ein angenehmes Raumklima zu erhalten. Um diese zahlreichen Funktionen erfüllen zu können, entwickelten die Stadtwerke in Kooperation mit einem Ingenieurbüro für Energietechnik und mit der Hochschule Rosenheim eine spezielle Funktionsverglasung. Sie besteht aus einer transparenten äußeren Schale als Dreifachverglasung, einem Sonnenschutz und Licht-Lenklamellen und einer innen liegenden zusätzlichen Einfachverglasung. Die im Zwischenraum zirkulierende Luft wird abgesaugt und über einen Wärmetauscher bei Bedarf im Gebäude verteilt.

Anschaulich und vielseitig – die Beratung

„Wechselnde Ausstellungen und Seminare zu den Kompetenzfeldern des Unternehmens werden das breite Angebot ergänzen“, kündigten die Stadtwerke an. Im Energiewürfel werde die Beratung zur „umweltschonenden und wirtschaftlichen Energieanwendung“ zusammengeführt mit der Vermarktung „zukunftsfähiger Energiesysteme“ sowie ihrer Anwendung in der Mobilität. Das neue Kundenzentrum stehe offen für die Beratung von Privat- und Gewerbekunden sowie für den Dialog mit gesellschaftlichen Kräften in Politik und Wirtschaft aus Konstanz und aus der Region. Im Energiewürfel bieten die Stadtwerke außerdem für das Fachhandwerk in Konstanz eine Präsentationsfläche sowie Fortbildungen zu neuen Themen wie Glasfaser oder Smart Meter an, so das Unternhemen weiter. „Damit wollen wir die Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken und dem Handwerk vor Ort noch besser verknüpfen“, so Geschäftsführer Kuno Werner.

Das Leben im Energiewürfel – ein Rundgang

Im Erdgeschoss wird der Besucher an einer großen Infotheke von den Mitarbeiterinnen des Kundenservice empfangen. Im großen Raum befinden sich auch Beratungsplätze und Informationssäulen. Im ersten Stock beraten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vertriebs ihre Kunden zu allen Fragen der Gas-, Strom- und Wasserversorgung. Im multifunktionalen Showroom im zweiten Stock werden Demonstrationsobjekte die Kundenberatung unterstützen.

Auch Datentransfer ist Thema

Außer der klassischen Energieberatung erhält der Kunde hier auch Einblicke in neuere Technologien zur Energienutzung. Beispielsweise kann er den intelligenten Stromzähler begutachten oder die Datenübertragungsraten von Kupfer- und von Glasfaserkabeln direkt vergleichen. Komplizierte technische Themen werden so konkret begreifbar gemacht. Ganz oben befindet sich die Seminaretage. Mit einem sehr guten Blick in Richtung Münster und Säntis können hier bis zu hundert Menschen an Vorträgen oder Seminaren teilnehmen. Der große Raum kann durch eine gläserne Wand geteilt werden. Es sind verschiedenste Veranstaltungen geplant – von der Information über aktuelle Vorhaben in Sanierungsgebieten bis zur Podiumsdiskussion über Zukunftsthemen wie der Vernetzung von Mobilitäts- und Energiekonzepten bei der Stadterneuerung.

Tag des offenen Würfels

Am Sonntag, 10. Juli, geht es los: Die Stadtwerke Konstanz eröffnen ihr neues Kundenzentrum mit einem Tag der offenen Tür. Um 11 Uhr startet ein Programm aus Action und Information. Im Außenbereich des Würfels gibt es eine Ausstellung rund um das Trendthema Elektromobilität. Zu sehen sind unter anderem E-Bikes, Elektroroller und das Elektroauto der Stadtwerke, der „Tazzari“. „Natürlich darf man auch gerne Probesitzen – oder noch besser gleich selbst eine Probefahrt machen“, kündigen die Stadtwerke an. Außerdem gibt es einen Segway-Parcours.Gegen 14 Uhr präsentieren die Stadtwerke eine weitere Neuheit: Direkt neben dem Energiewürfel wird eine Stromladesäule in Betrieb genommen. Hier können Besitzer von Eelektrofahrzeugen in Zukunft ihr Elektrofahrzeug mit Ökostrom aufladen, für Kunden der Stadtwerke ist das Angebot sogar kostenlos.

Foto: Stadtwerke Konstanz

Ein Kommentar to “Konstanzer Glaswürfel symbolisiert Energie-Wende in die Zukunft”

  1. TB
    6. Juli 2011 at 08:52 #

    Sehr schön: Ein Artikel über schonenden Umgang mit unseren Ressourcen ohne die Verdummungsvokabel „Klimawandel“ und hysterische Hinweise auf das angeblich so böse CO2.

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