Konstanzer Grüne haben aus Fehlern bei OB-Wahl gelernt

Konstanz. Die Freie Grüne Liste im Konstanzer Gemeinderat hat sich auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten oder einer Kandidatin für die Nachfolge von Bürgermeister Claus Boldt gemacht und ist zuversichtlich, dass sie eine mehrheitsfähige Person präsentieren kann. Das erklärten die beiden grünen Stadträtinnen Christiane Kreitmeier und Charlotte Biskup. Die Sprecherinnen der FGL-Fraktion im Konstanzer Gemeinderat von 2012 und 2013, Christiane Kreitmeier und Charlotte Biskup, nahmen genauso wie einige andere grüne Räte, Altstadträte und Alt-OB Horst Frank am Neujahrsempfang der Grünen im Speichersaal des historischen Konzilgebäudes am vergangenen Sonntag teil.

Lob für OB Uli Burchardt

Bei ihrem Rückblick auf 2012 sagte Christiane Kreitmeier, im vergangenen Jahr habe es zwei Highlights gegeben: Das eine sei die OB-Wahl gewesen. Christiane Kreitmeier sagte, Uli Burchardt sei ein OB, mit dem man gut zusammenarbeiten könne. Nach der OB-Wahl seien die Grünen ins sich gegangen. In zwei Monaten werde in Konstanz ein neuer Dezernent oder eine Dezernetin gewählt. Die Freie Grüne Liste wollten einen oder eine Bewerberin präsentieren, mit dem oder der eine Mehrheit zufrieden sein könne.

Lehren aus der verlorenen Wahl

Bei der OB-Wahl im Juli vergangenen Jahres war die eher dogmatische Grüne Sabine Sabine Seeliger nicht mehrheitsfähig. Die grün-ökologisch-konservativ orientierten Wählerinnen und Wähler hatten ihre Stimme deswegen dem “grünen” CDU-Kandidaten Uli Burchardt gegeben. Nach 16 Jahren, in denen in Konstanz der grüne OB Horst Frank regiert hatte, zog dann wieder ein CDU-Mitglied ins Rathaus ein und besetzte den Chefsessel.

Zukunftsaufgabe demente Patienten

Christiane Kreitmeier sagte, der neue Dezernent oder die Dezernetin müsse sich vorrangig um die Themen Schule und Demenzpatienten kümmern. In Konstanz würden neue Plätze und auch neue Formen der Pflege gebraucht. Die Bürger sollten beteiligt werden – die Frage sei nur, zu welchem Zeitpunkt. Ein Problem sieht Christiane Kreitmeier darin, in Konstanz Pflegekräfte zu finden. Der Arbeitsmarkt in der Schweiz sei attraktiver.

Soziales hat Vorrang

Die Kompetenz eines neuen Bürgermeisters oder einer Bürgermeisterin in den Bereichen Sport, Kultur, Theater und Philharmonie sieht Christiane Kreitmeier offenbar als weniger wichtig an als die Kompetenz im Bereich Soziales.

Städtische Baustellen

Charlotte Biskup sagte, Baustellen in der Kommunalpolitik fänden besondere Beachtung. Sie nannte den Konzilvorplatz, einen barrierefreien Bahnhof, den es 2014 noch immer nicht geben wird, die Begegnungszone vor dem Bahnhof, die so nicht bleiben könne und den Verkehr. Sie sprach von Fahrrädern und Wassertaxis.

Hoher Bedarf bei Kleinkindbetreuung

Bei der Kleinkindbetreuung sei in Konstanz viel passiert. In Konstanz werde aber eine eine Quote von voraussichtlich 60 Prozent benötigt, die die Stadt nicht erreiche. Den neuen Haushalt werde die Stadt voraussichtlich erst im März verabschieden. Man habe dem neuen OB mehr Zeit zur Einarbeitung geben wollen. Charlotte Biskup sagte, der finanzielle Rahmen sei nicht schlecht. Die Stadt sei strukturell sehr gut aufgestellt.

Priorität hat der Nutzen

Für die Freie Grüne Liste sei klar, dass, wenn es um die Finanzierung geht, der Nutzen vor ästhetischen Aspekten komme. Die Fraktion wolle zum Beispiel nur den direkten Konzilvorplatz neu gestalten und nicht ein ganzes Gelände. Dafür gab es spontanen Zwischenapplaus.

Ein Kommentar to “Konstanzer Grüne haben aus Fehlern bei OB-Wahl gelernt”

  1. dk
    22. Januar 2013 at 17:31 #

    … Ein Problem sieht Christiane Kreitmeier darin, in Konstanz Pflegekräfte zu finden. Der Arbeitsmarkt in der Schweiz sei attraktiver. …

    Die Schweiz macht deutlich mehr Spass, nicht nur für Pflegekräfte; wahrscheinlich auch für zukünftige Demenz-Patienten.

    Immerhin gibt es in KN eine sehr gute Herzklinik, deren Muttergesellschaft im Thurgau zuhause ist; diese hat aber viele Jahre auf die Zulassung für Krankenkassen-Patienten warten müssen.

    Der Vorteil der CH ist auch ein deutlich umfassenderer und rationalerer Denkansatz, worauf man sich ganz gut einstellen kann, wenn höhere Mathematik im Gymnasium eher eine leichtere Übung war.

    Nach Jahren des Berufslebens war alles vergessen, konnte aber in 2-3 Wochen wieder aufgefrischt werden. Hier am Bodensse liegen mir Programmiersprachen eher als die allemanische oder die hochdeutsche Sprache; eigentlich könnte man auch noch CH-Deutsch dazulernen (ohne Jodler).

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