Konstanzer Hochschule entwickelt Sparfuchs Netzteil für PC

Lüfterloses Netzteil macht weniger Lärm und spart Strom – Stadtwerke Konstanz förderten das Projekt

Konstanz. Die Entwicklung neuartiger Netzteile für Personal Computer ist an der HTWG Konstanz gelungen. Jetzt geht es in die Testphase. Zu den Förderern zählen die Stadtwerke Konstanz und das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Durchbruch an Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik

„Sie haben einen extrem großen Schritt gemacht“, bescheinigte Kuno Werner, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Konstanz, den Entwicklern bei der Vorstellung der Ergebnisse. Dr. Alexander Kirjuchin von der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule Konstanz und Professor Dr. Ewgeni Komarov vom Moskauer Energetischen Institut (TU) haben sich bei der Entwicklung eine höhere Effizienz, größere Energieeinsparung und weniger Netzrückwirkung zum Ziel gesetzt. Das ist ihnen gelungen. Ein angenehmer Nebeneffekt der Entwicklung: Das Netzteil braucht keinen Lüfter mehr, die akustische Belästigung entfällt.

Geringerer Stromvebrauch

Die Optimierung der lüfterlosen Netzteile ist in der Tat signifikant: Während konventionelle Netzteile immer noch rund 30 Prozent der zugeführten Energie in Wärme umwandeln, hat das in Konstanz entwickelte Gerät eine Verlustleistung von lediglich zehn Prozent. Damit hat es „eine sehr hohe Energieausbeute, die zugeführte Energie steht zu 90 Prozent dem Computer für seine eigentliche Aufgabe zur Verfügung“ so Alexander Kirjuchin. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Netzteil weniger Netzrückwirkungen (Netzstörungen) als konventionelle Netzteile hat. „Das wirkt sich auch auf die Lebensdauer anderer Geräte positiv aus, die vom Netz versorgt werden. Außerdem wird mit dem Einsatz der neuen Technik derjenige Teil der Energieverluste im Netz vermieden, der bei konventioneller Technik durch Netzrückwirkungen verursacht wird“, sagt Kirjuchin weiter.

Test an 25 PCs

Derzeit werden an der Hochschule Konstanz die Netzteile auf ihre Funktionsfähigkeit im Alltagsbetrieb getestet und weiter optimiert: Sie wurden in 25 PCs eingebaut und werden von Studentinnen und Studenten genutzt. Nach zwei Monaten Dauerbetrieb ist nur ein einziges Netzteil ausgefallen.

5 Kommentare to “Konstanzer Hochschule entwickelt Sparfuchs Netzteil für PC”

  1. Thomas Heidrich
    7. Februar 2011 at 09:38 #

    Theoretisch müsste die Entwicklung dann ja der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Der Bürger hat schließlich dafür gezahlt. Kennt jemand eine Webseite, wo man die detaillierten Spezifikationen, Schaltpläne, Platinenlayouts,… für das Netzteil herbekommt?

  2. Ankarudi
    7. Februar 2011 at 10:52 #

    @ Thomas Heidrich
    Glaubst Du wirklich, dass die Ihre Erfindung mit allen Bauplänen ins Netz stellen?! So blöd
    werden die doch nicht sein.

  3. Thomas Heidrich
    7. Februar 2011 at 12:11 #

    Wenn es öffentlich ist, kann es jeder nutzen. Es kann niemand mehr patentieren und sich somit niemand ne goldene Nase mit verdienen. Folglich wäre dadurch sichergestellt sein, dass jeder dieses effiziente Netzteil bauen und benutzen kann. Das Volk hat die Entwicklung bezahlt. Das Volk darf es uneingeschränkt einsetzen. Ich bin nun mal ein Freund von „Das Wissen gehört der Welt.“ :-)

  4. achim kleinmann
    2. März 2011 at 10:11 #

    es handelt sich sicher um ein schaltnetzteil, das mikroprozessor gesteuert ist … einfach mal nachbauen ist da nicht so ohne weiteres drin ohne die entsprechenden elektronik- und programmiertools,

  5. Thomas Heidrich
    2. März 2011 at 10:24 #

    Besonders unsere Freunde aus Fernost sind mit genug Leuten und viel Know-How darauf spezialisiert, Reverse Engineering in dieser Form zu betreiben. Weiter ist es afaik bei denen nicht so wirklich schlimm, wenn man nicht-asiatische Patente verletzt.

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