Konstanzer Kämmerer Hartmut Rohloff zeichnet wegen Zenus kein Horrorszenario

HartmutRohloffIMG_0274Konstanz. Die Stadt Konstanz hat weniger Einwohner als angenommen. Ein Horrorszenario zeichnet Kämmerer Hartmut Rohloff aber wegen des Zensus-Ergebnisses nicht. Momentan geht Konstanz basierend auf dem „Kopfbetrag“ (Geldzuweisung pro Einwohner) für 2014 und 7.000 Konstanzern weniger noch von einem Minus in Höhe von 4 Millionen Euro 2014 aus. 

Bundesweit gibt es Verschieubungen

Doch verschoben hat sich nicht nur die Einwohnerzahl von Konstanz, sondern die vieler Städte und auch die von Baden-Württemberg und den anderen Bundesländern insgesamt. Womöglich könnte Konstanz am Ende zwar tatsächlich weniger Einwohner haben, aber möglicherweise von höheren Zuweisungen profitieren. Das aber wäre bisher nur Spekulation.

Prozentual verliert Konstanz am meisten Einwohner

Seit Freitag vergangener Woche sind die Ergebnisse des Zensus bekannt. Der Konstanzer Hauptamtsleiter Roland Bunten fasste das Ergebnis bei einer Medienkonferenz im Konstanzer Rathaus noch einmal zusammen: Konstanz hat 8,2 Prozent weniger Einwohner und in absoluten Zahlen 6.985 Einwohner weniger. Prozentual hat Konstanz im Land am meisten Einwohner verloren. Diese rund 7.000 Einwohner weniger haben Auswirkungen auf  finanzielle Zuweisungen.

Städtetag hinterfragt Verfahren

Unklar ist momentan, ob die baden-württembergischen Städte das Ergebnis überhaupt so akzeptieren. Mittlerweile hat sich der Städtetag geäußert und das Stichprobenverfahren hinterfragt. Der Städtetag stellte sich zwar hinter den Zensus 2011, hält es aber für möglich, dass Städte den Rechtsweg beschreiten.

Gewinner und Verlierer

Zu viele Ungereimtheiten gibt es: Mannheim hat 12.000 Personen verloren und Heidelberg 13.000 hinzugewonnen. Erst Ende Juni bekommen die Städte den formellen Bescheid, so lange passiert erst einmal nichts.

Nicht alles schlecht für Konstanz

Kämmerer Hartmut Rohloff sagte, dass Konstanz aufgrund der neuen festgestellten Einwohnerzahl nicht Baulasträger für Bundesstraßen werde. Das sei eine gute Nachricht. Denn mit Blick auf die Brücken käme da schnell ein 6-stelliger Betrag zusammen.

Nicht auf Euro und Cent

Rohloff kündigte an, die Stadt werde mit dem Ergebnis umgehen müssen. Die spannende Frage, wie sich das Minus an Einwohnern auf Schlüsselzuweisungen auswirkt, kann der Kämmerer aktuell noch nicht beantworten, weil es hier zu viele unbekannte Größen gibt.

Kopfbeträge ändern sich

Jede Stadt bekommt „Kopfbeträge“ zugewiesen. Der Grundkopfbetrag, der je nach Größe der Stadt variiert, liegt 2013 bei 1.050 Euro. 2014 läge er für Konstanz bei 1.381 Euro.

4 Millionen minus

Fakt ist 2013 ändert sich an der Zuweisung erst einmal nichts. Erst ab 2014 werden die Ergebnisse des Zensus zu 50 Prozent und ab 2015 zu 75 Prozent berücksichtigt. So käme Konstanz für 2014 zunächst auf ein Minus von 4 Millionen Euro.

Mehrere unterschiedliche Einwohnerzahlen

Noch verwirrender wird es, da es verschiedene Einwohnerzahlen gibt: Es gibt die alte amtliche Einwohnerzahl, in der Konstanz im Juni 2013 86.600 Einwohner hätte. Es gibt die neue durch Zensus 2011 ermittelte Einwohnerzahl von aktuell 79.900 und die eigene Bevölkerungsfortschreibung der Stadt. So käme Konstanz aktuell auf 81.400 Einwohner. Aufgrund eines Bundesverfassungsgerichtsurteils konnten die Ergebnisse der Volkszählung von 1987 und die Fortschreibung dieser Zahlen nicht mit dem Melderegister abgeglichen werden. Faktisch liegen in Konstanz die selbst ermittelte Einwohnerzahl und das Zensus-Ergebnis nahe beieinander. Da die städtischen Planungen auf den „Konstanzer Zahlen“ beruhen, hat der Zensus keine Auswirkungen auf Kinderbetreuung, Schulentwicklung und Altenpflege. Hier arbeitete Konstanz auch bisher schon mit realistischen Zahlen.

 

Ein Kommentar to “Konstanzer Kämmerer Hartmut Rohloff zeichnet wegen Zenus kein Horrorszenario”

  1. Hinterwäldler
    5. Juni 2013 at 22:01 #

    Wenn ich in eine andere Stadt/Gemeinde ziehe, muss ich mich nicht ab, aber am neuen Wohnort anmelden. Das Ortsamt des neuen Wohnortes muss dann die Abmeldung am alten Wohnort übernehmen. Ein Problem sehe ich darin nicht.

    Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, das aus rein monitären Gründen die Ortsämter angehalten sind, die Abmeldung soweit wie möglich hinaus zu zögern. Immerhin war das in der ganzen Republik uses und die Gemeinden/Städte wären ganz schön dumm gewesen, es nicht zu tun. Nun sind mehr als ein Mille Ummeldungen glattweg vergessen worden. Ein Schelm der böses denkt.

    Irgendwie erinnert mich das Ganze an Thilo Sarrazin. Er hat nur den falschen Aufhänger benutzt. Jetzt haben wir den Salat. :-)))

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