Konstanzer Kandidatin Erikli: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss endlich auch für Frauen gelten!“

Nese Erikli

Nese ErikliKonstanz. Die Bundestagskandidatin von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Nese Erikli fordert anlässlich des Equal Pay Day am morgigen Freitag, die Ursachen der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern endlich ernsthaft anzugehen. „Seit Jahren liegt der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen bei 22%, das ist nicht länger hinnehmbar. Unter schwarz-gelb wurde nichts getan, um die Ursachen der Lohnlücke anzugehen“. „Im Gegenteil“, so Erikli weiter, „durch das Betreuungsgeld der schwarz-gelben Koalition wird diese Schieflage weiter verstärkt.“

Deutschland ist Schlusslicht

Deutschland ist europäisches Schlusslicht bei der Entgeltgleichheit, fast nirgendwo arbeiten so viele Frauen Teilzeit oder sind geringfügig beschäftigt, ist die Müttererwerbstätigkeit so niedrig und die Rentenlücke so groß. „Wir können nicht länger auf die Selbstverpflichtungen der Wirtschaft vertrauen, wir brauchen ein Entgeltgleichheitsgesetz, den Abschied vom Haupternährermodell und eine verbindliche Quote für Aufsichtsräte und Vorstände“, fordert Erikli.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

„Der Schlüssel für eine gleiche Bezahlung zwischen Frauen und Männern liegt in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, erläutert Erikli. Frauen unterbrechen familienbedingt ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger als Männer oder können nur halbtags arbeiten. Das führt zwangsweise zu einer schlechteren Lohn- und Einkommensentwicklung bei Frauen. „Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken brauchen wir mehr Investitionen in die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur und nicht die teure Herdprämie der schwarz-gelben Koalition!“, kritisiert die grüne Bundestagskandidatin.

Gleichstellungspolitik gefordert

Eine weitere Ursache für die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern liegt in der Tatsache, dass Frauen in bestimmten Berufen, Branchen und auf höheren Stufen der Karriereleitern gänzlich fehlen oder stark unterrepräsentiert sind. „Mit Schröders freiwilliger Flexi-Quote wird daran nichts ändern“, kritisiert Erikli, „wir brauchen eine gezielte Gleichstellungspolitik und eine verbindliche Quote in den männerdominierten Vorstandsetagen.“

Im Fokus Gesundheitsberufe

Der Schwerpunkt des diesjährigen Equal Pay Day liegt auf der Lohnfindung in den Gesundheitsberufen. Frauen sind in diesem Berufsfeld überproportional vertreten. „Es ist eine Zumutung, dass Frauen im Gesundheits- und Pflegebereich trotz hoher fachlicher und sozialer Kompetenz so schlecht bezahlt werden“, erklärte Erikli. Die Gesundheitsbranche ist nur ein Beispiel für die traditionell schlechtere Bewertungen und die prekäre Ausgestaltung von Tätigkeiten, die als Frauenberufe gelten, oder überwiegend von Frauen ausgeübt werden. „Im Gegensatz zur Union und FDP, die immer noch einem verstaubten Rollenverständnis zwischen Frauen und Männern anhängen, wollen wir Grüne diese Missstände engagiert angehen“, machte Erikli abschließend deutlich.

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