Konstanzer Konzil: Geschichtsträchtiges Gebäude mit moderner Nutzung

Sanierung des Konzilgebäudes fertig gestellt – Stadtbaumeister Johannes Kumm verabschiedet

Konstanz. Fertig. Die Stadt Konstanz hat die Sanierung des Konzilgebäudes abgeschlossen. Am Dienstag gab es sogar eine Feierstunde. Neu sind ein Veranstaltungssaal im Dachgeschoss, zusätzliche Räume für die Technik und eine moderne zeitgemäße Energieversorgung. Die Schlüsselübergabe war gleich auch noch der Zeitpunkt für die Verabschiedung des langjährigen Leiters des Hochbau- und Liegenschaftsamtes Johannes Kumm. Er hatte das Projekt beendet.

Landmark am Bodensee

Oberbürgermeister Horst Frank hob die große Bedeutung des Konzilgebäudes für Konstanz hervor: „Das Konzilgebäude ist seit Jahrhunderten prägend für die Silhouette der Stadt. Es ist ein Wahrzeichen und Aushängeschild unserer Stadt, ein Gebäude, das mit der Identität unserer Stadt untrennbar verbunden ist.“

Asbestsanierung und Sicherung der Statik

Johannes Kumm erläuterte die Sanierungsarbeiten am Gebäude. Sie bestanden aus drei Grundpfeilern: Sicherung der Statik, Erneuerung der veralteten Technik und einer Asbestsanierung. Sogar eine komplett neue Energieversorgung durch Geothermie wurde eingerichtet. Durch den neuen Speichersaal im Dachgeschoss wurde zusätzlich Raum für 200 Personen geschaffen. Insgesamt stehen nun 2000 Quadratmeter für 1400 Menschen zur Verfügung.

Riesen Lob für Johannes Kumm

Johannes Kumm lobte die engagierte Arbeit der Handwerker, deren Anstrengungen – auch an den Wochenenden – eine termingerechte Schlüsselübergabe ermöglicht hatten. Die große Herausforderung war, während des laufenden Betriebes des Konzils alle Umbauarbeiten zu realisieren. Ein logistischer Kraftakt, Stadtbaumeisters Johannes Kumm dank seiner jahrzehntelangen Erfahrung des und der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten erfolgreich gemeisterte.

11,5 Millionen Euro investiert

Die Investitionen in das Gebäude betrugen insgesamt 11,5 Millionen Euro. An Zuschüssen werden 3,58 Millionen aus dem Landessanierungsprogramm innerhalb des Gesamtsanierungsgebietes „Altstadt mit Niederburg und Erweiterungen“ erwartet. Im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes (ZIP) wurde die Technik- und Asbestsanierung mit 1,78 Millionen Euro bezuschusst. Beantragt sind noch Gelder bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem staatlichen Denkmalförderprogramm.

Historisches Denkmal mit moderner Nutzung

Oberbürgermeister Horst Frank dankte Land und Bund für die bereitgestellten Mittel. Die Zuschüsse helfen, ein historisches Denkmal zu erhalten und mit modernem Nutzen für die Bürger zu erfüllen. „Hier wurde gewaltiges geleistet und das Geld sinnvoll investiert“, so der Oberbürgermeister.

Mailänder Kaufleute gaben Anstoss

Auf Initiative der Mailänder Kaufleute entschied sich der Rat im 14. Jahrhundert zur großen Investition für ein „Gredhaus“ (gradus = Stufen die zum See hinunter führen). Der Bau wurde 1388 begonnen und innerhalb von nur drei Jahren beendet. Seine Ausmaße sprengten alles, was man bisher an Ökonomiegebäuden gewohnt war: er war das größte Warenhaus und die wichtigste „Börse“ am See. Der Radius der Konstanzer Kaufleute im 14. Jahrhundert reichte in den Genfer Raum, Südfrankreich, Spanien, Flandern, England und besonders aber nach Italien. Die Kaufleute des 14. Jahrhunderts bildeten große Vermögen und brachten der Stadt Ruhm und Wohlstand.

Papstwahl 1417 im Konzil

Im Obergeschoß hat 1417 das wichtigste Ereignis der damaligen Zeit, die Papstwahl in Konstanz, stattgefunden. Nach den Sanierungen wird das Badische Landesmuseum Karlsruhe die Räume für die große Landesausstellung während des Konziljubiläums 2014 nutzen.

Geschichtsträchtigstes Gebäude

„Das Konzil als eines der markantesten und geschichtsträchtigsten Gebäude soll auch weiterhin ein Schmuckstück unserer Stadt bleiben – für die Bürger und die Gäste“, so Johannes Kumm. Es war das letzte Projekt des Stadtbaumeisters vor seinem Ruhestand.

Ein Kommentar to “Konstanzer Konzil: Geschichtsträchtiges Gebäude mit moderner Nutzung”

  1. Fafnir
    26. Juli 2012 at 08:19 #

    Mit der Sanierung des Konzils haben die Konstanzer nun ein schönes Andenken an den Stadtbaumeister Johannes Kumm. Tolle Leistung. Natürlich auch der Handwerker, die das wieder hergerichtet haben, was ihre Kollegen vor 600 Jahren gebaut haben.

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