Konstanzer Landrat Frank Hämmerle hat seine Domain verloren

Riesen Panne beim Internetauftritt des Landkreises Konstanz

Konstanz (wak) Dem Landkreis Konstanz ist offenbar seine Domain abhanden gekommen. Wer Frank Hämmerle oder einem seiner Mitarbeiter eine E-Mail schicken will, muss ab sofort eine neue E-Mail-Adresse eintippen. Die Domain http://www.landkreis-konstanz.de gibt es nicht mehr. Die Internetadresse hat offenbar ein „Domaingrabber“ auf sich registriert.

Kreis wird Opfer von Domaingrabbing

Das Ziel von Domaingrabbing ist es, entweder die Domains gewinnbringend zu verkaufen oder Besuchern der Seite vorzugaukeln, eine Website eines bestimmten Betreibers wie zum Beispiel eines Landkreises zu sein. Wer momentan auf die frühere Website des Kreises Konstanz klickt, landet bei einer Werbeseite. Wer die Seite des Kreises besuchen will, muss schon http://www.lrakn.de eingeben. Die alte gab es nur noch bis zum 30. Juni.

Osnabrücker registrierte die Domain

Registriert hat die alte Domain des Landkreises Konstanz bei DENIC Rüdiger Meinike aus Osnabrück. Das ist das Ergebnis einer simplen Domainabfrage. Seitens des Landratsamtes Konstanz hieß es zu der Panne nur: Es sei richtig, dass dem Kreis die Domain abhanden gekommen ist. Schuld habe der Provider. Der Kreis bemühe sich nun darum, seine alte Internetadresse zurückzubekommen. „Wir sind dran“, hieß es heute Montag aus der IT Abteilung des Konstanzer Landratsamtes.

Provider soll schuld sein

Den Namen des Providers, der schuld daran ist, dass ein Dritter die Domain überhaupt registrieren konnte, weil mutmaßlich ein Vertrag nicht entsprechend verlängert worden ist, wollte das Landratsamt nicht nennen. Das Screendesign der Seite stammt von der GRUPPE DREI® in Singen. Für die technische Seite zuständig ist das Systemhaus Advantic in Lübeck. Wo die  „Techies“ sitzen, die dafür verantwortlich sind, dass ein Domaingrabber zum Zuge kam und der Kreis seine Seite verloren hat, sagt das Landratsamt nicht. Einem Domaingrabbing geht normalerweise eine automatisierte Suche nach freien Domains voraus. Ein kleines Versäumnis wird schnell entdeckt und bleibt so wie jetzt für den Kreis Konstanz nicht folgenlos.

Foto: Landkreis Konstanz/Frank Hämmerle

4 Kommentare to “Konstanzer Landrat Frank Hämmerle hat seine Domain verloren”

  1. dk
    5. Juli 2010 at 16:02 #

    Ziemlich dreist, eine „hoheitliche Domain zu grabben“.

    Wenigstens ging die Datenbank nicht verloren: die neue Domain wirkt komplett und die Autofahrer müssen nicht Dreirad fahren; keine Glanzleistung des „Kommunalen RZs“.

    Der Privatmann weiss nun, weswegen seine Provider bisher immer auf eine schriftliche Kündigung (keine Mail) und Lastschrift bzw. Kreditkarte bei automatischer Domain-Verlängerung (1 Jahr) beharrt haben.

  2. Happytowner
    14. Juli 2010 at 17:36 #

    Ein erfolgreicher Internetsender in Schleswig-Holstein ist vor 2 Tagen auch den Machenschaften des Herrn Rüdiger Meineke aufgesessen ! ….und haben dadurch Ihre Domains verloren !
    Das gleiche wie in Konstanz ! Wie kann so etwas bloß angehen ?
    Da sollte die Staatsanwaltschaft sich doch mal einschalten und diesem Herrn das Handwerk legen !

  3. Flapcity
    12. August 2011 at 02:23 #

    @Happytowner: Volliger Unsinn, bitte informieren Sie sich vor dem Abgeben eines Kommentars wenigstens ein bisschen über die Faktenlage.

    Wenn eine Domain frei wird, kann sie jeder ebenso einfach und legal wieder registieren. Von Diebstahl oder bösen Machenschaften kann hier keineswegs die Rede sein, allem voran sollte man von einer groben Fahrlässigkeit des alten Domaininhabers sprechen.
    Was in diesem konkreten Fall vorliegen mag, ist eine Verletzung der Namensrechte des Landkreises Konstanz. Das hat jedoch mit dem Thema „expired domains“ nur in zweiter Instanz zu tun. Das Vorgehen des von Ihnen als Verbrecher dargestellten Herrn Meineke ist per se völlig legitim.

  4. Hanz Alz
    12. April 2014 at 18:20 #

    Legitim? Das haben die Gestzesspezialisten zu beurteilen und sonst niemand. Kommt von dem lateinischen Wort lex, legis.

    Egal ob etwas legitim ist, oder nicht, kann jeder seine eigene Meinung dazu haben. Das heißt dann Pluralität und ist im Grundrecht verankert.

    Meine Meinung zu so einer Sache ist, dass wir dringend Gesetze brauchen, die im Ansatz verhindern, dass so etwas passiert.

    Wer
    – wiederholt
    – und vorsätzlich Domains auf sich anmeldet, bei denen der Vertrag mal kurzzeitig ausser Kraft ist,
    – und wer dies darüberhinaus mit der Absicht der Gewinnerzielung betreibt
    – und wer Domains an sich bringt, die einem gesellschaftlichen-sozialen, pädagogischen oder NGO-Zweck dienen, die mit demjenigen auch gar Nichts zu tun haben

    sollte imho sofort die domain-Rechte abgeben müssen und beim wiederholten Mal dann auch Strafen erhalten, die bis hin zur sofortigen Vollstreckung mit Zwangsgeld und Beugehaft gehen. Es sollte im Straftatsbereich angesiedelt werden, damit die Ermittlung beim Staatsanwalt liegt und im Zusammenhang mit anderen Betrugsdelikten eine Strafsteigerung erfolgt.

    Wenn ich auf die Seite eines Fussballvereins gehe, um ein Kind anzumelden, brauche ich kein Video, bei dem mir erklärt wird, dass man mit 200 Euro und fiesen Börsentricks zum Millionär wird. Das ist imho einfach eine Nummer zu schleimig und gierig. Ich denke, derartige Subjekte braucht die Gesellschaft nicht. Nach meiner Meinung sind das Zecken und Ratten. Und eine eigene Meinung zu haben ist legitim. Zumal ich auch glaube, dass die meisten Menschen mir dabei zustimmen würden.

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