Konstanzer Linksjugend verschickt Nachruf zum Weltfrauentag

Sexismus und Homophobie tief in der Gesellschaft verwurzelt – Über Reaktionen in der Stadt

Konstanz. Acht junge Menschen verteilten anlässlich des Internationalen Frauentages in der Innenstadt Flyer für die linksjugend[’solid] Konstanz, um ein Zeichen gegen Sexismus zu setzen. Unter ihnen war auch Ronja. Erst auf den zweiten Blick erkennt man: „Ronja“ ist gar keine Frau. Eine Passantin kicherte: „Guck mal, die feiern noch Fasnacht.“

Männer reagierten angenervt

„Aber darum geht es nicht“, erklärt Ronja und führt meint weiter: „Homophobie und Sexismus hängen zusammen und sind tief in der Gesellschaft verankert. Mit einigen Ausnahmen sind Frauen dem Kostüm gegenüber aufgeschlossen und nehmen gerne ein Infoblatt an. Männer reagieren mehrheitlich hingegen auf den Anlass ‚Frauentag‘ genervt und auf meine Aufmache angewidert.“

Linksjugend will sensibilisieren

Durch die Aktion will die linksjugend[’solid] für Themen der Gleichstellung sensibilisieren. Tanja Kaufmann, Unterstützerin der linksjugend, bemerkt: „Zu den billigsten aller billigen Arbeitskräfte werden international Frauen und Kinder gemacht. Sie sind die eigentlichen und zentralen Pfeiler des Kapitalismus und der Globalisierung und gleichzeitig ihre Opfer.“

Los geht’s im Kinderwagen

Für uns als linksjugend ist klar, dass es einen Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Geschlechterklischees gibt. Männer würden in die Rolle des „harten Ernährers“ gedrängt wohingegen Frauen immer noch zu passivem Verhalten erzogen würden. Dieser Prozess beginne bereits im Kinderwagen und nur wenige könnten sich im Laufe ihres Lebens gegen diese verkrusteten Rollenmuster wehren. Kevin Kulke, [’solid]-Mitglied, unterstreicht: „Solche an das Geschlecht gebundene Vorstellungen laufen dem Menschenrecht auf freie Selbstentfaltung zuwider und wirken unter anderem in der Erwerbsarbeit bis ins Rentenalter fort – meist zum gravierenden Nachteil von Frauen. Das kann nicht der Anspruch einer offenen, toleranten Gesellschaft sein“.

Foto: Linksjugend

2 Kommentare to “Konstanzer Linksjugend verschickt Nachruf zum Weltfrauentag”

  1. Fafnir
    9. März 2012 at 19:40 #

    Für mache HyperaktivistInnen ist anscheinend die bloße Anwesenheit von Männern bereits schon Sexismus und Unterdrückung. Insofern wird der Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen wohl niemals aufhören. Schaut die Linksjugend auch mal da hin, wo andere aus Angst vor einer Sarrazinierung lieber schweigen? Diesen völlig von der realen Lebenswelt losgeslösten Befreiungskampf von unausgelasteten Pennälern kann doch keiner ernst nehmen. Man spricht übrigens heute noch von den Suffragetten, die vor hundert Jahen einen bedeutenden Schritt Richtung Gleichberechtigung erreicht haben. Ich glaube allerdings nicht, daß sich auch nur in zwei Wochen irgendjemand an diese Befreiungs-Aktion der Linksjugend erinnert.

  2. dk
    11. März 2012 at 14:56 #

    Die Begrüssung „Hey Guys, nice to see you“ ist vollkommen Sexismus-frei und spricht im Internet bei Blogs und Websites alle Geschlechter und Altersgruppen an (sofern man sich nicht zu „Gays“ vertippt). Mittlerweile wird man süchtig nach einer solch höflichen Anrede: das Internet kommt auch ohne deutsches Leistungsschutz-Recht gut zurecht.
    Sicherlich gibt es eine Menge Guys, die jetzt erst einmal im Wörterbuch „Englisch-Deutsch“ nachschlagen: das Wort „Guy“ könnte auf einem T-Shirt also auch für Verwirrung suchen.

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