Konstanzer Mathe-Café: Startup sucht Formel für Erfolg

Franz Josef Zeller hat das erste Jahr geschafft – Ein echtes Café wäre nett

Konstanz. Das Konstanzer Mathe-Café ist ein Jahr alt. Das Startup ist erfolgreich. Das sagt der wahrscheinlich unkonventionellste „Mathe-Pauker“ der Stadt. Mit seiner Idee hat es Franz Josef Zeller geschafft, Schüler neu für Quadratische Gleichungen, Trigonometrie oder eben für Mathematik zu begeistern. Dass sein Startup funktioniert und natürlich bessere Noten sind die wichtigsten Ziele des Mathe-Lehrers, der eigentlich gar keiner ist.

Ohne Anstrengung geht es nicht

Eine Verabredung mit Franz Josef Zeller in seinem Mathe-Café beginnt in der Fußgängerzone. Zeller steht vor der Tür. Das Café befindet sich im dritten Stock eines Wohn- und Geschäftshauses in der Wessenbergstraße. Mitten in der Konstanzer Fußgängerzone hat sich Zeller in einem Büro eingemietet. Wer ihn besuchen möchte, muss erst einmal die Treppen bis in den dritten Stock nach oben steigen. Ohne persönlichen Einsatz ist bei Zeller nichts zu machen. Das gilt erst Recht für seine Schüler.

Kaffee zu jeder Tageszeit

Franz Josef Zeller möchte an diesem sonnigen Tag viel lieber draußen bleiben. Manchmal beobachtet er einfach nur so das Treiben in der Straße. „Der Raum ist ein Kompromiss“, sagt er. Manche seiner Schüler haben tatsächlich ein echtes Café erwartet und die lockere, lässige Café-Atmosphäre vermisst. Ein Raum im Parterre mit einem großen Fenster und der Aufschrift „Mathe-Café“ wäre Zellers Traum. Streng genommen hält er sogar gerade Ausschau nach einem echten Café, obwohl er in seinem Mathe-Café mittlerweile zwei Kaffeemaschinen stehen hat und zu jeder Tageszeit Kaffeeduft durch den Raum wabert. Kaffee gibt es bei ihm immer, und im Sommer nimmt er seine Schüler gelegentlich mit in des Garten des Café „Zeitlos“.

Mathe, Kommunikation und Kaffee

Im März 2010 startete der Gründer, der Wirtschaftsinformatik studiert hat, sein Experiment. Bei Franz Josef Zeller treffen zwei sehr unterschiedliche Welten aufeinander, die gegensätzlicher kaum sein könnten – die Mathematik und der Kaffee eben. „Ich möchte mit meinen Schülern ins Gespräch kommen“, sagt Zeller. „Kommunikation und Kaffee gehören zusammen.“ Und Koffein fördert die Konzentration, wenn man nicht zu viel davon konsumiert. Immer wieder redet Zeller davon, dass er Lust machen möchte auf Mathematik.

Der Traum von vielen Mathe-Cafés

Aktuell hat er 25 Schüler. Etwa bei zwei Dritteln klappe es. Es sei ein Vorteil, dass er keine Mathelehrer sei, sagt Zeller. Er wollte etwas ausprobieren. Sein Umsatz sei der eines Kleinunternehmers, sagt er. Ein Familienvater mit zwei Kindern könnte den Schritt in die Selbständigkeit, so wie er ihn gemacht hat, vermutlich nicht wagen, meint der Gründer. Zumindest müsste sich ein Familienvater viel mehr disziplinieren und dürfte nicht so viele Ideen haben. Zeller erzählt begeistert von seiner Mathenachhilfe online und einem Live-Stream und Mathe-Videos, die ein anderer anbietet, der auf Sylt sitze. Zeller denkt, dass es eines Tages noch viel mehr Mathe-Cafés zwischen Sylt und dem Bodensee geben wird. Er spricht vom Internet und davon, das Lernen zu lernen. Dabei hat Zeller nie Pädagogik studiert, sondern war früher Projektleiter im IT-Bereich.

Mathe-Café in den Osterferien

In den Osterferien will Zeller Schüler fit für die Mittlere Reife im Fach Mathematik machen. Am 10. Mai müssen die Schüler den Stoff beherrschen. Klar, dass das Mathe Café in der Woche nach Ostern zur Vorbereitung einen Kurs anbietet. Der Kursplan steht bereits: Am Dienstag quadratische Gleichungen und Parabeln, am Mittwoch Gleichungssysteme und Bruchgleichungen, am Donnerstag Prozentrechnen und Sachrechnen, am Freitag Trigonometrie, Flächen- und Körperberechnungen und am Samstag Wahrscheinlichkeitsrechnung. Zeller will mit den Kursteilnehmern die Prüfungsausgaben lösen. Er hofft, dass der Kurs zustande kommt. Am Ende muss ein Ergebnis stehen – auf dem Blatt mit den Aufgaben und in der Bilanz des Kleinunternehmers.

Hier geht es zum virtuellen Mathe-Café.

 

 

Ein Kommentar to “Konstanzer Mathe-Café: Startup sucht Formel für Erfolg”

  1. Thomas Heidrich
    25. März 2011 at 11:14 #

    Ich finde es toll, wenn sich jemand so für unseren Nachwuchs engagiert.

    btw: Die Verlinkung zum Mathecafe ist imho etwas daneben gegangen. Am besten direkt auf http://www.mathe-cafe.de/ verweisen. :-)

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