Konstanzer mobilitätsbewegte Bürger spielen Master und planen

Etwa 90 Bürger haben am Masterplan Mobilität mitgeschrieben – Ergebnisse des dreistündigen Events werden noch dokumentiert

Konstanz. Wer am zweiter Adventssamstag in Konstanz in den Wolkensteinsaal gekommen ist, wollte mitreden und selbst „Master“ sein. Drei Stunden lang ging es um den Masterplan Mobilität und darum, wie sich die Konstanzer in Zukunft in ihrer Stadt fortbewegen möchten. Etwa 90, unter ihnen OB Horst Frank, Baubürgermeister Kurt Werner und Vertreter von Parteien und Interessengruppen haben sich beteiligt. Ihre Wünsche schreiben die Bürger auf kleine Zettel und pappten diese an Schautafeln. Besonders häufig wünschten sie sich mehr Rad- und Busspuren.

Konstanzer Dialog fängt an

Während auf den Straßen Polizei und Verkehrsengel Autos auf P+R Parkplätze lenkten, Autofahrer mit Grillwürsten („Der Stau is(s)t uns Wurscht“) bestochen haben und sich vor den besetzten Parkhäusern trotzdem Autos stauten, diskutierten drinnen die Konstanzer über eine dauerhafte Lösung des Verkehrsproblems. Titel der Veranstaltung lautete „Der Masterplan im Dialog“. Die Themen reichten von „A“ wie Abfluss des Einkaufsverkehrs vom Lago bis zu „Z“ wie Zukunftsmobilität mit neuartige (Elektro-)Fahrzeugen. Im Fokus standen Bus- und Radspuren auf der Laube, Fahrradverleihsysteme und auch mehr Toleranz Kindern gegenüber.

Top-Themen der Mobilität in Konstanz

Die Teilnehmer pinnten ihre Ideen zu „Kindern und Jugendlichen“ an die Wände – genannt haben sie einen „Schülertarif für Einzelkarten in Bussen“ und „Tempo 30 in der Innenstadt“. Erwachsene wünschten sich zum Beispiel „Radspuren in der Laube“ und keine Unterführungen mehr. Sie möchten „oben bleiben“. Senioren vermissen den „dritten Aufzug“ am Bahnhof und unter „Touristen“ klebten die Konstanzer Zettel mit Aufschriften wie „P+R, hohe Taktung“, „Leihfahrräder“ und „Carsharing“. „Fußgänger“ wünschen sich längere Grünphasen an Ampeln und „Radfahrer“ Abstellplätze im öffentlichen Raum und eine Ost-West-Route durch die Stadt. Bei ÖPNV notierten die Bürger „durchgängige Busspur rund um Innenstadt“ und „Personenfähre über den Seerhein“. Bei „ruhendem Verkehr“ klebte ein Zettel mit der Aufschrift „City-Maut“ und „Auffangen der Autos außerhalb der Innenstadt“.

Virtuelle Beteiligung gewünscht

Die Leitfragen lauteten: „Wie entwickelt sich der Verkehr in Konstanz? Welche Konzepte und Lösungen brauchen wir dafür?“ Die sind die großen Fragen, die die Stadt in den kommenden Monaten beantworten muss. Antworten finden wollen Planer und Bürger im Dialog bei mehreren Foren wie dem vom vergangenen Samstag. Moderiert hatten es Mitarbeiter des Beratungsunternehmens CG-Konzept aus Freiburg und Verkehrsfachleute des Büros Steteplanung aus Darmstadt. Alle Kommentare würden dokumentiert und systematisiert, haben die Veranstalter versprochen. Noch nicht ganz klar ist, wie und wann es 2012 weiter geht. Einige Teilnehmer äußerten den Wunsch, auch Anregungen per Mail schicken zu können und auch nach Maillinglisten, bei denen alle allen antworten können. Auch der Einsatz der freien Software Liquid Feedback zur Meinungsbildung wurde angeregt. Beschlossen werden soll das Handlungskonzept Mobilität dann vom Gemeinderat Ende des Jahres 2013.

Hier geht es zu Vorschlägen. Der Haken und Häufung von Haken hinter dem Vorschlag bedeutet zusätzliche Zustimmung auch von anderen Teilnehmern und hohe Gewichtung. (Zum Vergrößern 1 x  auf Foto klicken)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: wak

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