Konstanzer Museumschef Engelsing: Gesellschaft darf Bildungseinrichtungen nicht betriebswirtschaftlich bewerten

Leiter der Städtischen Museen nimmt Stellung zur Streitschrift „Der Kulturinfarkt“ – Kulturvermittlung eröffnet Zugang zu Welterklärunsgmodellen

Konstanz. Auch der Leiter der Städtischen Museen in Konstanz, Tobias Engelsing, hat auf Anfrage von See-Online zur Debatte über die Streitschrift „Der Kulturinfarkt“ Stellung bezogen. Die Autoren Dieter Haselbach, Pius Knüsel, Armin Klein und Stephan Opitz haben eine Streitschrift verfasst, in der sie die These vertreten, die Hälfte der Kultureinrichtungen könnte geschlossen werden. Die Republik diskutiert seither darüber, wie viel Kultur sie sich leisten möchte.

Fundamentale Werte nicht preis geben

Engelsing schreibt: „Museen, Theater, Galerien, das sind gelebte Werte der menschlichen Zivilisation. Museen tradieren die materielle Erinnerung an das künstlerische, kulturgeschichtliche, politische und soziale Wirken des Menschen in seiner Zeit.“ Der Leiter der Städtischen Museen weiter: „Frei zugängliche Kulturvermittlung hat die Aufgabe, jungen und älteren Menschen eine Verbindung zu Kunst, Musik, Theater, Tanz und Literatur und damit auch zum Verständnis anderer Kulturen und Welterklärungsmodelle zu ermöglichen.“ Für den promovierten Historiker Engelsing steht fest: „Eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft, die damit begänne, das Überlebensrecht ihrer Bildungseinrichtungen nur nach den Überschüssen ihrer Bilanz zu bewerten, gäbe letztlich die fundamentalen Werte ihrer Kultur preis.“

Geäußert hatte sich in der vergangenen Woche auch der Konstanzer Theaterintendant Christoph Nix. http://www.aktuelles-bodensee.de/36124/konstanzer-intendant-christoph-nix-beteiligt-sich-rege-an-kulturinfarkt-debatte/

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