Konstanzer Oktoberfest gegen Grillwurst für Jugendliche

Empörung wegen Grillplatz-Sperrung auf Klein Venedig – SPD fordert sofortige Wiedereröffnung des Grillplatzes

Konstanz. Die Konstanzer SPD ist empört. In einem Brief an Oberbürgermeister Horst Frank protestiert sie heftig gegen die Schließung des Grillplatzes auf Klein Venedig. Wegen des Oktoberfestes kann die Grillstelle zwei Monate lang bis Ende Oktober nicht mehr benutzt werden. In einer schnöden Pressemitteilung hatte die Stadt über die Schließung des Grillplatzes berichte.

Zwei Monate Sperrung wegen Oktoberfest

In dem Brief an Oberbürgermeister Horst Frank heißte es: „Die Verwaltung hatte in einer dürren, wenige Zeilen umfassenden Information der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass der öffentliche Grillplatz am Seeufer auf Klein Venedig wegen des Oktoberfests nicht mehr zur Verfügung steht.“ Der Platz sei somit zwei Monate lang nicht mehr öffentlich zugänglich.

SPD ist befremdet

„Wir sind über diese Meldung in höchstem Maße befremdet“, schreibt die SPD-Fraktion im Gemeinderat. Hanna Binder und Brigitte Leipold wiesen darauf hin, dass als der Gemeinderat beschlossen habe, diesen Grillplätz neu anzulegen, die Verwaltung einen „gänzlich anderen Eindruck“ erweckt. Habe.

Wo ist der 20 Meter breite Streifen?

Die SPD-Stadträtinnen haben Recht: So hatte der Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, dass künftig ein 20 Meter breiter Streifen entlang des Ufers der öffentlichen Freizeitnutzung dauerhaft zur Verfügung stehen solle und auch bei temporären Veranstaltungen freizuhalten sei. Das Oktoberfest war nicht ausgenommen.

Veranstalter müssen Grillplatz akzeptieren

In der Vorlage TUA 2011-016 führte die Verwaltung zur Begründung aus: „Der Standort wurde so gewählt, dass die bisherige temporäre Nutzung der Wiesenfläche östlich des bekiesten Festplatzes (z.B. Oktoberfests) im bisherigen Umfang möglich ist.“ Künftige Veranstalter würden vorab im Zusammenhang mit Abschluss der Sondernutzungserlaubnis auf die Grillstelle hingewiesen

Strandbar wegen Blockade des Areals abgelehnt

„Es war also keineswegs die Rede davon, dass die Grillstelle während des Oktoberfests nicht zugänglich sein wird“, protestieren die SPD-Stadträtinnen. Der Gemeinderat verfolgte, so die SPD, mit dem Beschluss der Grillstelle das Ziel, Uferbereiche dauerhaft der Allgemeinheit zur Nutzung zur Verfügung zu stellen. Daher habe der Rat auch der Vermietung an eine Strandbar an dieser Stelle eine Absage erteilt. Wenn die Verwaltung jetzt für eine rein kommerzielle Veranstaltung die Grillstelle auf Klein Venedig zwei ganze Monate und damit etwa ein Drittel der möglichen Nutzungszeit sperre, verstoße sie erheblich gegen „Inhalt und Geist des Gemeinderatsbeschlusses“.

Stadt sendet verheerendes Signal an Jugendliche

Im Zusammenhang mit dem erlassenen Glasverbot in der Seestraße und am Seerhein haben, woran die SPD erinnert, viele – vor allem junge – Menschen der Stadt vorgeworfen, dass die Stadt sie verdrängen wolle. Die Grillstelle auf Klein Venedig hatte in erster Linie die Zielgruppe Jugendliche. „Sie müssen nun leider die Erfahrung machen, dass ihre Treff und Anlaufpunkte ohne lang zu überlegen zugunsten kommerzieller Veranstaltungen gesperrt werden. Das ist ein verheerendes Signal, das die Stadt aussendet“, schreibt die SPD. Ähnlich war auch die erste spontane Reaktion des Konstanzer Juso-Vorsitzenden Gyrel Herrmann. Er war überrascht und irritiert und sagte beim Gassenfreitag in der Niederburg, die Jusos würden bei ihrem nächsten Treffen über die Grillplatz-Sperrung diskutieren.

SPD will Grillplatz wieder zugänglich machen

„Wir fordern die Verwaltung daher auf, die Grillstelle unverzüglich wieder zu öffnen, so dass sie in den letzten warmen Sommerabenden noch genutzt werden kann“, verlangt die SPD. Gegebenenfalls müsse die Verwaltung die vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten nutzen und die Sondernutzungserlaubnis für das Oktoberfest entsprechend abändern.

Hier geht es zu dem Brief an Oberbürgermeister Horst Frank a_110906_grillstelle_kleinvenedig

Foto: wak

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