Konstanzer Rosgartenmuseum of Modern Art

Tobias Engelsing setzt mit Museumsshop ersten Akzent im Eingangsbereich – Audioguide noch Zukunftsprojekt

Konstanz. Tobias Engelsing, Leiter der Städtischen Museen, will das Konstanzer Rosgartenmuseum fit für die Zukunft machen und hat mit einem neugestalteten, modernen Eingangsbereich erste Akzente gesetzt. Ein Hingucker sind Reproduktionen von Zeichnungen aus der Richental Chronik an der Decke und über dem Shop. Abgebildet sind Marktszenen aus der Konstanzer Konzilzeit. Die Besucherzahl im Rosgartenmuseum stieg von 19.000 im Jahr 2007 auf zuletzt 45.000 im vergangenen Jahr. Damit auch die Generation, die mit dem Web aufwächst, sich in den kommenden Jahren noch fürs Museum begeistern kann, muss der Museumschef sein Haus aber noch einmal ordentlich umkrempeln. Der neue Museumsshop ist nur ein erster Schritt, ein Audioguide oder eine Rosgartenmuseums App müssen folgen.

Profitcenter Shop und Café

Engelsing weiß, dass er nicht nur Bewahrer und Hüter von Schätzen ist, die in Depots schlummern. Er redet von „Kundenfreundlichkeit“ im Museum und vom „emotionalen Erlebnis“. Dass das Museum Entrée und Shop neu gestaltet hat, war höchste Zeit. „Wir müssen liefern“, sagt Engelsing. Über den Eintritt lassen sich die Einnahmen des Museums nicht mehr weiter verbessern, glaubt der Museumschef. Der Shop und das Café sind zusätzliche Einnahmequellen. Das Museumscafé, das seinen Kuchen übrigens vom Rosgartenmuseum nebenan bezieht, habe sich gut etabliert und es sei für die Kundenbindung wichtig. Besteller im Shop könnten alte, historische Konstanzer Münzen mit dem Konstanzer Wappen werden, die aus einer Privatsammlung stammen. So sagt es Engelsing.

Souvenirs als Erinnerung an Museumsbesuch

Bevor das Museum seinen Eingangsbereich verändert hat, ließ Engelsing erst einmal Studierende der HTWG recherchieren und Vorschläge machen. Sie schauten sich in anderen Museen um und berichteten von „Sichtachsen“ und davon, wie andere ihre Foyers gestaltet haben. Geschlossene Vitrinen sind heute ein No-Go. „Die Besucher möchten alles anfassen“, sagt Engelsing. Er stellte aber fest, dass Mitbringsel oder kleine Souvenirs immer noch im Trend liegen. Von 2007 bis 2011 stieg der Umsatz des Museumsshops immerhin von 13.000 Euro auf 20.000 Euro.

Sanierung Schritt für Schritt

Der neue Eingangsbereich, in dem sich auch der Shop befindet, sei wichtig, um die Besucherströme zu kanalisieren. Die Gestaltungsvorschläge machte Pragmadesign aus Konstanz. Modernisiert hat das Museum außerdem die Sicherheitstechnik. Neue Panoramakameras sollen vor Diebstählen schützen. Noch nicht beendet sind die Arbeiten im Leiner Saal, wo das Museum die Vor- und Frühgeschichte präsentiert. Dort werden gerade Dielen im Holzboden ausgetauscht und eine Säule sei saniert worden. 100.000 Euro hat das Museum für sein Facelifting und die Modernisierung ausgegeben.

Konstanz Hauptstadt des Thurgau

In einem nächsten Schritt nimmt sich das Museum der Dauerausstellung an. 20 Jahre dieselbe Dauerausstellung zu zeigen, sei heute nicht mehr möglich. Zumindest möchte das Museum die Exponate in neuen Zusammenhängen präsentieren. Das Stammpublikum aus dem regionalen Einzugsbereich, das aus Zürich, Schaffhausen, Romanshorn, dem Appenzell und dem Linzgau bis hinauf zum Landkreis Tuttlingen komme, will Engelsing immer wieder neue faszinierende Museumserlebnisse bieten. Bis Ende Mai möchte das Museum Konstanz als Bischofs- und freie Reichsstadt inszeniert haben und auch das Verhältnis von Konstanz zur Schweiz thematisieren. „30.000 Schweizer sind jedes Wochenende da“, sagt Engelsing und Konstanz sei die „Hauptstadt des Thurgau“ gewesen.

Mediale Vermittlung immer wichtiger

Lieber heute als morgen würde Engelsing ein Audioguidesystem einführen. Die mediale Vermittlung werde immer wichtiger. Museumsbesucher haben offenbar immer weniger Lust, Texte zu lesen. Wie in anderen Museen auch könnten Schauspieler die Texte lesen. Rund 100.000 Euro müsste das Museum investieren und eine zusätzliche Personalstelle wäre nötig, um das System zu warten, meint Engelsing. Gern würde er auch Webfilme auf Youtube und Facebook stellen. Die Website der Museumsfreunde bekomme einen Relaunch. Doch noch steht das Museum mit solchen Projekten ganz am Anfang. Für den Audioguide gibt es momentan noch keine Haushaltsmittel. Ein paar Kopfhörer werde es aber bald geben. Anhören könnten sich Museumsbesucher dann Prozessberichte von Hinrichtungen oder auch die Fischereiordnung.

 

 

 

 

 

 

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