Konstanzer Schülerparlament: Weniger Partys und weniger Glas im Sommer 2012

Neue Grillstelle bei der neuen Rheinbrücke – Jugendliche feierten in diesem Sommer anderswo

Konstanz. In diesem Sommer feierte die Generation Schüler nicht mehr so oft am Seerhein. Die Jugendlichen mieden die Plätze. Das ist ein Ergebnis eines Treffens des Konstanzer Schülerparlaments mit Stadt und Nachtwanderern. Die Stadt plant nach Informationen des KSP einen neuen Grillplatz bei der neuen Rheinbrücke. Diskutiert haben die Jugendlichen auch darüber, ob es sinnvoll wäre Drahtkörbe für leere Flaschen aufzustellen, in der Flaschen für Flaschensammler gesammelt werden könnten. Hier ein Gastbeitrag von Franz Sauerstein, bis Ende vergangenen Schuljahrs noch Sprecher des Konstanzer Schülerparlaments.  Franz Sauerstein machte im vergangenen Jahr sein Abitur.

 Vor und nach dem Glasverbot

„Vor und nach dem Glasverbot“ – über zwei Dutzend Jugendliche, Vertreter vom Amt für Stadtplanung, Nachtwanderer, KSPler, Jugendarbeiter und Schüler hatten sich am vergangenen Donnerstag getroffen, um zu diskutieren.

 Ruhig wie noch nie

Die Nachtwanderer berichteten am Donnerstag, dass die Freiluftsaison 2012 so „ruhig wie noch nie war.“ Hans-Rudi Fischer, Vertreter des Bürgeramtes stimmte zu und sagte, dass die Beschwerden der Anwohner zu Teilen ungerechtfertigt waren.

Rückzug der Jugendlichen vom Ufer

Es scheint, dass die „Jugendlichen von draußen verschwinden“ und mit dem Generationenwechsel sich die Treffen nach innen verlagern. Vielleicht fühlen wir uns aber auch wirklich an den Ufern „unerwünscht“ (Anna Rohde, KSP) und bleiben deswegen fern – rein in die Kneipen, rein in die Hauspartys. Von außerhalb, von unseren Dörfern lassen sich immer weniger Jugendliche in Konstanz blicken – die Cliquen feiern lokal. Natürlich gibt es dadurch weniger Probleme mit Scherben, aber auch die Eigeninitative, das Aufbrausen gegenüber Flaschenschmeißern ist gestiegen – die Nachtwanderer berichten.

 Rolle der Security

Viel wurde auch über die wandelnde Security diskutiert. Sie ist berechtigt, die Grundstücke der Anwohner zu bewachen und (leider) vor Randalierern zu beschützen. Im öffentlichen Raum hat sie aber wenig zu suchen – und keine Macht. Man kann sie wegschicken, freundlich – und sie müssen folgen. Die Nachtwanderer meinen: „Die Erwartungen durch die Anwohner an die Securitys sind zu hoch.“ Das Bürgeramt weiß: „Security hat im öffentlichen Raum nur eine Appellfunktion – Staatsgewalt bleibt Staatsgewalt.“

 Elf Grillplätze in Konstanz

Wo trifft sich die Jugend? Grillen ist cool, jeder liebt leckeres Fleisch vom warmen Lagerfeuer – oder auch knackige non-fleischliche Produkte. 11 Grillplätze gibt es in Konstanz – wusstet ihr das? Kaum jemand. Das Amt für Stadtplanung berichtet, es sei eine neue Grillstelle auf der Heroséseite des Rheines geplant, in der Nähe der neuen Rheinbrücke, dem alten Great-Lakes-Gelände. Die Anwesenden Jugendliche fanden, dass das Wasserwerk eine ideale Grillstelle ist – mal von der Entfernung abgesehen. Auch wünschten sich die Jugendlichen eine preiswerte Art, an Holz für die Grillstellen zu kommen – Holzautomaten wie im Wildpark zum Beispiel. Die Mülleimer am Schänzle müssten größer werden. Unsere Plätze sind schön – wir befinden uns hier auf einem richtigen Weg.

 Müll, der niemandem gefällt

Die Vermüllung der Plätze ist aber ein Problem. „Littering“ – ihr kennt es alle. Chipstüten und Pizzaschachteln liegen rum, 2 Meter vom Mülleimer entfernt. Viele räumen einer Minderheit hinterher – aber muss das sein?

 Umweltschutz cool

Nein! Unsere Freiflächen müssen für alle da und schön sein. Umweltschutz muss wieder cool werden. Das Glasverbot ist keine Lösung – niemand im Raum war dafür. Es beschneidet zu viel Freiheit für zu wenig Sicherheit. Das Glasverbot ist Geschichte.

 KSP: Sagt Eure Meinung

Uns interessiert eure Meinung: Sollte man Drahtkörbe neben die Mülleimer stellen, um dort die Pfandflaschen für die Flaschensammler zu deponieren? Ist das sinnvoll?

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