Konstanzer Schülersprecher-Gipfel gegen das Glasverbot

Konstanzer Schüler halten das Verbot für unwirksam – Erfahrungsaustausch nach glasfreiem Sommer bei SMV-Gipfel

Konstanz. Konstanzer Schülervertreter halten das in Konstanz seit diesem Sommer geltende großflächige Glasverbot für unwirksam. Bei einem SMV-Gipfel sprachen sich die Schüler mehrheitlich gegen ein Glasverbot aus. Da ein Student bereits gegen das Verbot vor dem Verwaltungsgerichtshof geklagt hat, könnte es im kommenden Sommer wieder fallen – vollkommen unabhängig davon, was eine politische Mehrheit in der Stadt möchte.

Erfahrungen nach einem Sommer mit Glasverbot

Beim ersten Konstanzer SMV-Gipfel war das Glasverbot noch von der Hälfte der Schülervertreter befürwortet worden, jetzt haben die Schüler ihre Erfahrungen ausgetauscht, die sie über den Sommer hinweg an der Seestraße, im Herosépark und an anderen beliebten Jugendtreffpunkten gemacht hatten. David Schuckhart, Schüler des Heinrich-Suso-Gymnasium und KSP-Mitglied, sagte: „Die Polizei ist sehr locker in der Durchsetzung des Verbots, die Effizenz der Verordnung ist gleich null.“ Dennis Erwerle, SMVler der Berchenschule ist überzeugt: „Das Glasverbot ist eine Einschränkung der Freiheit jedes Bürgers.“ Sophia Zademack, Schülerin des Heinrich-Suso-Gymnasium und KSP-Mitglied, meint dazu: „Die Umsetzung der Verordnung ist zu inkonsequent – besser wäre kein Glasverbot. Es kümmert sich momentan sowieso keiner darum.“

Glasflaschenwerfer ignorieren Verbot

Cecilia Beck, SMVlerin des Heinrich-Suso-Gymnasium unterstrich: „Das Glasverbot trifft Unschuldige – es ist zu schwierig auseinander zu halten, wer schuldig ist und wer nicht. Die Glasflaschenwerfer fahren auch jetzt noch mit dem Unsinn fort.“ Tobias Kossytorz führte an, dass der Wunsch, das Verletztungsrisiko durch Scherben beim Baden minimieren zu wollen zum Verbot geführt habe, die Umsetzung dieses Wunsches aber schlechtsei. Franziska Hilpert, Schülersprecherin des Alexander-von-Humboldt Gymnasium ergänzte: „Die Fraktion der Glasflaschentrinker wird durch das Verbot einfach nur kreativer im Verstecken der Flaschen und nicht davon abgehalten, Glas mit an das Ufer zu nehmen.“

Lob für Nachtwanderer-Aktion

David Schuckhart findet, dass das Glasverbot keine Wirkung gezeigt hat. Franz Sauerstein, Pressesprecher des KSP verweist auf Alternativen: „Andere Aktionen haben schon Wirkung gezeigt, zum Beispiel ,Kein Bock auf Scherben’”. Auch hätten die Nachtwanderer mit Pfandflaschensammlern zusammengearbeitet, um Glasmüll an der Seestraße zu reduzieren.

Weniger Bier, mehr harte Drinks

Cecilia Beck brachte vor: „Durch das Glasverbot wird jetzt schon weniger Bier und mehr Alkopops und Schnaps getrunken – eine sehr beunruhigende Entwicklung.“

Verbot aufheben oder neu formulieren

Nach dem Meinungsaustausch wurde beim SMV-Gipfel ein Meinungsbild erstellt. Für das Glasverbot, wie es jetzt ist, stimmte niemand der Anwesenden. Zehn der Vertreter waren bei der Abstimmung für die Abschaffung des Glasverbots, sechs weitere sprachen sich für eine Veränderung des Verbots aus.

Fotos: Franz Sauerstein, Pressesprecher des KSP

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