Konstanzer SPD-Fraktionschef veräppelt CDU-Ratsherren wegen Papst-Brief

Jürgen Leipold meint auch grüner Politiker hat Recht auf eigene Meinung – Neuer Vorschlag zur Papst-Einladung

Streit ums KonziljubiläumKonstanz. Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Konstanzer Gemeinderat, Jürgen Leipold, hat an seine CDU-Kollegen Roger Tscheulin und Wolfgang Müller-Fehrenbach geschrieben. Er nahm mit ironischem Unterton Stellung zu einem Brief an Winfried Kretschmann, in dem sich die beiden Konstanzer über die Kritik des grünen Konstanzer Bundestagsabgeordneten Till Seiler am Papstbesuch in Freiburg mokiert hatten. Weitsichtig schlägt Leipold den CDU-Herren vor, die Konstanzer sollten den Ministerpräsidenten bitten, den Papst zum Konziljubiläum nach Konstanz einzuladen – damit die Konstanzer nicht auf den Kosten sitzen bleiben.

 Konstanzer Leipold schreibt an CDU-Kollegen

 

„Liebe Kollegen,

zu Ihrem Brief an den Ministerpräsidenten gestatte ich mir einige Anmerkungen: Ausweislich der Meldungen in den Medien ist der Ministerpräsident derzeit im Urlaub. Den sollten auch Sie ihm gönnen.

Ein Ministerpräsident ist nicht der Vorgesetzte der Bundestagsabgeordneten. Der Ruf nach dem gestrengen Vater und Disziplinierungsmaßnahmen mutet merkwürdig an; meinem Demokratieverständnis entspricht dies nicht.

Ein grüner Abgeordneter hat auch dann ein Recht auf seine eigene Meinung, wenn diese nicht der Ihrigen entspricht.

Till Seiler steht mit seiner Meinung zu der Rede des Papstes im Bundestag nicht alleine. Sie hat beispielsweise auch der Ratsvorsitzende der EKD stark kritisiert und das schon im Dezember letzten Jahres – ohne dass Sie ihn zur Ordnung gerufen hätten.

Ich will Ihnen aber nicht die Lust am Briefeschreiben nehmen und mache Ihnen zwei Vorschläge: Schreiben Sie doch dem Oberbürgermeister, dass er endlich die Landesregierung bittet, den Papst zum Konziljubiläum einzuladen. Würde der nämlich der bereits ausgesprochenen Einladung der Stadt Konstanz folgen, hätten diese die ganzen finanziellen Lasten zu tragen. Und das ging schon einmal schief: Nach dem Konzil lag die Stadt noch Jahre danach finanziell am Boden.

Den zweiten Brief könnten Sie dann –und dafür wäre er die richtige Adresse- dem Ministerpräsidenten schicken, mit dem Wunsch, der Bitte des Oberburgermeisters zu folgen.

Beste Grüße

Jürgen Leipold

Foto: Skulptur Peter Lenk/wak

Ein Kommentar to “Konstanzer SPD-Fraktionschef veräppelt CDU-Ratsherren wegen Papst-Brief”

  1. Mohrrübenkiller
    11. August 2011 at 09:56 #

    Jeder der sich sachkundig machen will, sollte mal die Internet –
    Seite von “ Freiburg ohne Papst“ besuchen.
    Hier wird zum Beispiel darüber gesprochen, was der Besuch des
    Papstes alleine für Kosten bei der Polizei hervorruft.
    Auf einmal interessiert sich die „rosa Seite“ für Kosten. Ist ja schon
    sehr interessant.
    Interessiert sich die gesamte Linke einschließlich der Antifanten
    überhaupt für Geld?
    Habe noch nie gelesen, daß die S 21 – Gegner mal über die Kosten
    der Polizei in Stuttgart nachgedacht hat.
    Wenn der Papst im Bundestag spricht regt sich hier ein nachrangiger
    Abgeordneter auf.
    Und wenn ein Regierungschef eines NATO – Staates anlässlich eines
    Besuches in Deutschland in einer Sport – Arena ausruft, das die
    Assimilation Sünde sei, dann findet das jeder in Ordnung. Nein.
    Bitte, messen Sie nicht mit zweierlei Maß.
    Wenn der Herr Seiler seinen Protest kundtut kann er dies doch tun.
    Kein Mensch würde Ihn daran hindern. Musste er es ausgerechnet
    auf diesen „rosaroten“ Seiten tun.
    Wenn Homos gegen den Papstbesuch sind, dann ist dies doch Ihre
    eigene Sache. Aber doch nicht die der Allgemeinheit.

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