Konstanzer SPD Ortsvereinsvorsitzende tritt zurück

Sozialdemokraten in Konstanz stehen ohne gewählte Vorsitzende da

Konstanz (wak) Die Konstanzer SPD-Ortsvereinsvorsitzende Natalie Wöllenstein tritt nach noch nicht einmal einem halben Jahr zurück. Ausschlaggebend seien private Gründe, sagte die Ortsvereinsvorsitzende. Mit Kontinuität tut sich die Konstanzer SPD offenbar schwer. In zehn Jahren gab es fünf verschiedene Vorsitzende.

SPD-Vorsitzende tritt zurück

Vorwärts schreiten wollte der SPD-Ortsvereinsvorstand in den kommenden Jahren mit seiner neuen Vorsitzenden Natalie Wöllenstein. Die 26-jährige Rechtsreferendarin kündigte noch im Januar an, dass die SPD in Zukunft muffige Hinterzimmer verlassen will und sich auf in die Stadtteile machen möchte. Klar war schon bei ihrer Wahl, dass der Weg wird in den kommenden Jahren kein leichter sein würde: Die SPD in Konstanz hatte sich nicht weniger vorgenommen als für sich die Mitte der Gesellschaft zurück zu erobern. Mit der 26-jährigen Rechtsreferendarin Natalie Wöllenstein hatten die 310 Konstanzer SPD-Mitglieder im Hotel „Barbarossa“ ihren langen Marsch angetreten.

Private Gründe

Am Montag kommender Woche, 12. Juli, ist der Marsch erst einmal wieder vorbei. Vor der Mitgliederversammlung kündigte Natalie Wöllenstein an: „Ich selbst werde diese Mitgliederversammlung nutzen müssen, mein Amt als Vorsitzende aufzugeben und zurückzutreten. Nachdem ich bereits in den vergangenen Monaten beruflich stärker eingespannt war, als ich erwartet hatte, machen seit einigen Wochen auch private Aspekte meinen Rücktritt alternativlos. Ich bedauere diesen Schritt zutiefst und habe mir die Entscheidung alles andere als leicht gemacht. Für Eure bisherige Unterstützung und das mir entgegen gebrachte Vertrauen möchte ich mich bedanken. Der Vorstand wird in den kommenden Tagen aus seiner Mitte einen kommissarischen Vorsitzenden wählen, der/die die Vorstandsgeschäfte übernehmen und so dafür sorgen wird, dass die Vorstandsarbeit reibungslos weiterlaufen kann. Eine Neuwahl des/r Vorsitzenden wird voraussichtlich auf der nächsten Mitgliederversammlung im Herbst stattfinden.“

Fünfte Vorsitzende in zehn Jahren

Eine Befragung der SPD Ortsvereine hatte den Zustand der Partei erst kürzlich schonungslos aufgedeckt. Entscheidend dafür, ob die SPD den Aufbruch in die Zukunft schafft oder neuen basisdemokratisch orientierten Parteien wie den Piraten das Feld überlässt, ist, dass sie sich weiterentwickelt und auch politische Ausrufezeichen setzt. „Wir müssen deshalb unsere Parteistrukturen – auch Gewachsenes, Gewohntes, Liebgewonnenes, Bequemes – kritisch hinterfragen und so verändern, dass wir die Möglichkeit zum Engagement erweitern“, heißt es bei der Bundes-SPD. Der Konstanzer Ortsverein muss das jetzt erst einmal ein halbes Jahr lang ohne gewählte Vorsitzende tun. Natalie Wöllenstein war die fünfte Vorsitzende in zehn Jahren. Von 2000 bis 2002 hieß der Vorsitzende Rainer Ruess, danach zwei Jahre lang Jürgen Puchta, dann zwei Jahre Christoph Schwertfeger und von 2006 bis 2010 Andreas Kesting, der nicht mehr in Konstanz wohnt. Natalie Wöllenstein wurde im Januar gewählt.

Über die Wahl von Natalie Wöllenstein und das Ergebnis der bundesweiten Befragung der Ortsvereine berichtete auch See-Online.

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