Konstanzer Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren gegen Zollitsch ein

Kein Verdacht mehr gegen Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch wegen Verdachts der Beihilfe zum sexuellen Missbrauch

Konstanz (red) Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat das auf Grund einer Strafanzeige einer Privatperson von der Staatsanwaltschaft Freiburg übernommene Ermittlungsverfahren gegen Erzbischof Robert Zollitsch eingestellt.

Vorwurf betraf Zeitraum zwischen 1987 und 1992

Zollitsch war von dem Anzeigeerstatter vorgeworfen worden, sich in strafrechtlich relevanter Weise an dem von einem Pater des Priorats Birnau begangenen Missbräuchen von Kindern beteiligt zu haben. Zollitsch, so der Vorwurf, hätte in Kenntnis aller Umstände als zuständiger Personalreferent den Einsatz dieses Paters zwischen 1987 und 1992 in dem Priorat mitverantwortet.

Missbrauchsfälle passierten in den 60-er Jahren

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen kam es zu Missbrauchsfällen durch den Pater anlässlich seines ersten Tätigkeitszeitraums in Birnau zwischen 1966 und 1968. Da diese Taten verjährt sind, spielt es keine Rolle und blieb deswegen auch ungeprüft, ob zum damaligen Zeitpunkt Zollitsch eine Position inne hatte, die geeignet gewesen wäre, eine strafrechtlich relevante Mitverantwortung zu begründen. Auch in diesem Fall wäre die Verjährung eingetreten.

Später keine Fälle mehr bekannt geworden

Während des zweiten Aufenthaltes des Paters in Birnau von 1987 bis 1992 sind nach Auskunft der Staatsanwaltschaft keine konkreten Missbrauchstaten oder Namen von Geschädigten bekannt geworden. Deshalb fehle auch jegliche Grundlage für eine strafrechtliche Verantwortung von Zollitsch. „Aus diesem Grunde ist es der Staatsanwaltschaft verwehrt, weitergehende Ermittlungen durchzuführen zu der Frage, wer die Personalverantwortung für den Pater trug, und ob oder wann Dr. Zollitsch Kenntnis von einem erneuten Tätigwerden des Paters erlangte“, teilte die Staatsanwaltschaft Konstanz heute mit.

Vorsätzliches Handeln des Bischofs wäre unbewiesen

„Für den Fall des Bekanntwerdens von Missbrauchsfällen in nicht verjährter Zeit wäre weiterhin der Nachweis erforderlich, dass Zollitsch vorsätzlich handelte“, heißt es weiter. Dies würde voraussetzen, dass er billigend in Kauf nahm, dass der Pater weitere Missbrauchstaten begeht, und er durch Förderung dieser Taten zum Missbrauch beitragen wollte. Für eine derartige Annahme liegen keinerlei Hinweise vor, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

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