Konstanzer Stadtbrandmeister Dieter Quintus ist ein Unbelehrbarer

Mit zynischer Argumentation versucht Feuerwehrmann Silvester-Böllerverbot in der Altstadt wieder zu kippen

Konstanzer Feuerwehr im EinsatzKonstanz. Der Konstanzer Stadtbrandmeister Dieter Quintus hat sich nicht unerwartet wieder einmal zum Thema Böllerverbot an Silvster in der Konstanzer Altstadt geäußert. Nachzulesen ist seine absurde Argumentation in der Lokalzeitung. Es habe in den vergangen 15 Jahren nur einen Hausbrand wegen einer Silvesterrakete in der Konstanzer Altstadt gegeben, sagte Quintus. Ein Bauernhaus in Wollmatingen sei genauso gefährdet. Er folgert daraus: Deswegen könne ruhig auch in der Altstadt weiter geböllert werden. Das ist zynisch.

Feuerwerksverbot in Gefahr

Am Silvester-Tag des vergangenen Jahres galt in der Konstanzer Altstadt in einem abgegrenzten Bezirk erstmals ein Böllerverbot. Zwischen Katzgasse, dem Münsterplatz im Norden, der Konzilstraße, dem Fischmarkt, dem Bahnhofplatz im Osten, der Bahnhofstraße, der Oberen Augustinergasse, dem Augustinerplatz, der Hieronymusgasse im Süden und der Oberen und Unteren Laube im Westen war es verboten, Silvesterfeuerwerke abzubrennen. Die Stadt überwachte das Verbot. Angesichts des verheerenden Altstadtbrandes blieb Stadtbrandmeister Dieter Quintus an Silvester 2010 nichts anderes übrig, als das Verbot zu akzeptieren. Ausnahmsweise gab er keine Interviews, in denen er das Böllerverbot als unnötig darstellte. Einsichtig war Quintus deswegen aber offenbar noch immer nicht.

Stadtbrandmeister zündelt schon wieder

Viele Altstadtbewohner reagierten auf das Böllerverbot erst einmal mit Erleichterung. Aus dem Bürgeramt war allerdings ausgerechnet am Silvestertag 2010 bereits zu hören, dass es mit dem Verbot 2011 schon wieder schwierig werden könnte. Wenn die Trümmer erst abgetragen und die Brandruinen wieder aus der Konstanzer Altstadt verschwunden seien, lasse sich das Feuerwerksverbot womöglich nur noch schwer durchzusetzen. Genauso kommt es nun: Die erste Fanfare stieß jetzt, gerade einmal vier Wochen später, Quintus aus. Mit seiner zynischen Argumentation, die anscheinend in absichtlich verletzender Weise die Sorgen von Altstadtbewohnern herunterspielt und missachtet, preschte er nach vorn. Seine Äußerungen sind kaum nachvollziehbar. Denn in historischen Altstädten in ganz Deutschland ist das Ballern immer öfter und nicht etwa als Folge von willkürlichen Entscheidungen verboten.

Sprengstoffgesetz gilt anscheinend nicht

Seit dem 1. Oktober 2009 gilt in der Nähe von Fachwerkhäusern als Folge der Verschärfung des Sprengstoffgesetzes ein grundsätzliches Verbot, Feuerwerkskörper abzubrennen. Auch Plätze vor Kirchen, Krankenhäusern und Altenpflegeheimen sind tabu. Viele Städte mit historischer Bausubstanz – wie zum Beispiel auch Tübingen – haben daraus Konsequenzen gezogen. Nur in Konstanz ist es anders. Auch in der Konstanzer Altstadt gibt es aber viele Fachwerkhäuser, auch wenn die Fachwerkskonstruktion nicht überall freigelegt und von außen sichtbar ist. Dieter Quintus müsste das eigentlich wissen.

Konstanzer Kommunalpolitik gefordert

In die Schranken weisen kann ihn offenbar nur noch die Politik. Ob es Oberbürgermeister Horst Frank, sein oberster Dienstherr, tun wird, ist fraglich. Am Silvestertag 2011 dürfte der OB eher an Abschied denken. Seine Amtszeit endet 2012. Manche bezeichnen ihn deswegen schon heute als „Lame Duck“. Am Zug sein und Quintus ausbremsen könnte ansonsten noch der Gemeinderat. SPD-Stadtrat Jürgen Puchta (SPD) sagte am Tag vor Silvester 2010, er werde sich des Themas annehmen. Er machte klar, er sei im linksrheinischen Konstanz für ein Böllerverbot in einem klar umrissenen Bezirk, der von der Laube und der Konzilstraße begrenzt werden könnte. Inwieweit das Verbot auch in der Niederburg und in Stadelhofen gelten müsste, sei noch zu klären. Puchta sagte, geböllert werden könnte im Stadtgarten, auf Klein-Venedig und am Seerhein. Einen Antrag gestellt, das Thema im Gemeinderat zu behandeln, hat die SPD aber noch nicht. Möglicherweise könnte Dieter Quintus aufgrund des politischen Drucks aber doch noch zurück rudern müssen. Andernfalls gilt in Konstanz: Wenn Wollmatinger Bauernhäuser durch verirrte Silvester-Raketen abgefackelt werden könnten, müssen aus Gründen der Gleichbehandlung auch Raketen auf Altstadthäuser abgeschossen werden. O, du Heiliger Sankt Florian!

Archivfoto: wak

25 Kommentare to “Konstanzer Stadtbrandmeister Dieter Quintus ist ein Unbelehrbarer”

  1. Wühlmaus
    21. Januar 2011 at 10:01 #

    In einem Umbau in der Hohenhausgasse wurde vor 30 Jahren der Keller tiefergelegt: eine geruchsneutrale Lehmschicht musste abgetragen werden, um alles neu zu betonieren. Man behauptete, dass es die „hauseigene Kläranlage“ gewesen sei. So funktioniert „naturnahe und ökologische“ Entsorgung im Mittelalter.

    Richtig abenteuerlich wurde es, als bemerkt wurde, dass tragende Holzwand-Konstruktionen nicht übereinander gebaut waren und die Decke aus Holz mit Sand-Auffüllungen. Es gab auch den Fall, dass tragende Wände „auf dem Sand gebaut“ waren. Sogar ein abgebrühter Vorarbeiter (…zig Berufsjahre) zeigte sich sehr erstaunt; der Schreck war im Gesicht sichtbar.

    Bei den Umbauten der steinernen Franz. Kasernen zu öffentlichen Betriebsbauten haben einige Bauhilfsarbeiter und Praktikanten Teile von Decken und Stützen freigelegt, um statische Untersuchungen zu ermöglichen.

    Da der CDU-Vorsitzende ein Bautechniker sein soll, dürfte die Diskussion etwas kontroverser werden, als im Artikel dargestellt.

  2. svenari
    21. Januar 2011 at 10:45 #

    die argumentation unseres feuerhauptmanns spricht mit derselben logik FÜR EIN ABSOLUTES BÖLLER VERBOT! denn natürlich können auch abgelegene bauernhäuser und neubauten durch feuerwerk in brand gesetzt werden.
    de facto IST böllern übrigens überall verboten, es sei denn DIE GEMEINDE hebt das verbot für bestimmt anlässe auf. und damit ist letztlich die gemeinde auch für alles verantwortlich zu machen, was aufgrund von missbrauch mit feuerwerk im ort geschieht.
    das ist nicht menschliche fehlbarkeit, sondern populistische verantwortungslosigket.

  3. svenari
    21. Januar 2011 at 10:47 #

    Übrigens gibt es noch eine Reihe weiterer SCHWERWIEGENDER ARGUMENTE GEGEN die unkultur des kriegsspiels. zu finden auf:

    http://stille-nacht-2011.eu.tc

  4. Flocki
    21. Januar 2011 at 11:31 #

    Die Bausubstanz der Konstanzer Altstadt ist ein Pulverfass. Warum zündelt Herr Qunintus dann an der Lunte? Dass hier nicht mehr abfackelt grenzt ja fast an ein Wunder. Das Böller- und Raketenverbot sollte deshalb von Dauer sein!

    Und ich dachte immer, die Feuerwehr kümmert sich zuallererst um Brandschutz. Man lernt halt nie aus.

  5. HerrWeber
    21. Januar 2011 at 12:03 #

    Liebe Redaktion,

    gerne hätte mich nun interessiert, warum das Sprengstoffgesetz in diesem Fall nicht gilt, so wie Sie das in der Überschrift des Absatzes schreiben. Eine Antwort steht allerdings leider nicht in dem Absatz.
    Denn theoretisch gilt das Sprengstoffgesetz ja auch ohne ein explizites städtisch erlassenes Böllerverbot, wie Sie das in ihrem Artikel fordern.

  6. wak
    21. Januar 2011 at 12:43 #

    Die Frage ist, wie das Verbot durchgesetzt wird und wie die Stadt es interpretiert. Genau diese Frage habe ich an die Stadtverwaltung gestellt. Die Antwort steht noch aus.

  7. Kontrolleur
    21. Januar 2011 at 13:33 #

    Ganz toller Journalismus. Ob Quintus „zynisch“ und „unbelehrbar“ ist und ob in jemand „in die Schranken weisen“ sollte, kann der Verfasser des Berichtes gerne den Lesern überlassen. Statistisch gesehen hat Quintus Recht. Trotz aller Dramatik, die ein Brand mit sich bringt, sollte man dennoch etwas gelassener sein. Aber im Moment ist es ja geradezu chic, bei jeder Meldung gleich in Hysterie zu verfallen. Sei es die Panik ums Frühstucksei oder sonstiges.

    Quintus ist ein erfahrener Feuerwehrmann und hat ein lange Erfahrung. Er und seine Feuerwehr haben die Stadt schon oft vor Katastrophen bewahrt. Ihn jetzt wegen seiner sachlich korrekten Sichtweise auf die Wahrscheinlichkeiten eines Brandes durch Böller niederzumachne und zu schmähen ist keine Art, wie man miteinander umgeht. Merke: Wer anderer Ansicht ist, muss deswegen nicht gleich beschumpfen werden.

  8. svenari
    21. Januar 2011 at 14:06 #

    @Kontrolleur (netter nick…): er mag wohl „statistisch gesehen“ recht haben;
    LOGISCH ABER IST DIE ARGUMENTATION NICHT.
    ich jedenfalls finde keinen anlass zur entspannung in der aussage, dass ohnehin mehr neubauten abbrennen.
    warum sollten wir hinnehmen, dass der erhalt einer völlig unsinnigen und kulturell armeseligen, wirtschaftlich sogar bedenklichen tradition unser leben in irgendeiner weise beeinträchtigt, geschweige denn gefährdet?

  9. HerrWeber
    21. Januar 2011 at 15:12 #

    @Kontrolleur

    Dass er statistisch gesehen recht hat ist die Frage. Denn dass es in der Altstadt in absoluten Zahlen ausgedrückt viel weniger brennt, als in den Neubauten, mag villeicht schlichtweg daran liegen, dass KN zum Großteil aus neueren Bauten besteht, als aus historischen Altstadtbauten, sprich die Altstadt macht nur einen ganz kleinen Teil der Gesamtstadtfläche aus.
    Es ist also nur logisch, dass in Petershausen+ Wollmatingen+Pfeiferhölzle+Allmansdorf+…etc zusammen gesehen die Zahl der Brände höher ist, als in der vergleichsweise kleinen Altstadt. Was den Rest angeht, da haben sie meiner Meinung nach vollkommen recht.

  10. Kontrolleur
    21. Januar 2011 at 18:18 #

    @svenari: Danke, sehr entlarvend. Ob Böller abbrennen „unsinnig und kulturell armeselig“ ist, würden am liebsten Leute wie Sie per Dekret festsetzen. Mag sein, daß es in Ihren Augen ein minderwertiger Freizeitspaß ist. Es sei Ihnen gegönnt, daß Sie auf eine andere Weise ein viel erhabeneres Neujahrsfest feiern und dem böllernden Pöbel überlegen sind. Aber hier liegt wohl der Grund der Empörung: Es geht Ihnen doch nicht wirklich um die Gefahr, daß Häuser abbrennen könnten, wenn geböllert wird. Denn dann müsste nach dieser Logik so ziemlich alles verboten werden. Nein, es geht darum, daß Leute wie Sie einfach das Knallen verbieten wollen!

  11. svenari
    21. Januar 2011 at 18:32 #

    @Kontrolleur (ganzschön anmaßender nick übrigens): wissen Sie wie ich silvester verbringe? mit der beruhigung von tieren, die völlig aufgeschreckt unter dem lärm leiden. und selbst trage ich, unter starkem asthma leidend, eine atemmaske, weil die feuerwerksemission meiner gesundheit merklich schadet.
    schlimm genug, dass das ihresgleichen vollkommen egal zu sein scheint.
    und wissen Sie woher mein wortlaut „unkultur“ kommt: von wissen. das lärmen zum jahreswechsel reicht ins mittelalter und entstammt dem brauchtum der vertreibung „böser geister“ mit lärm. damals schrie man, oder jodelte oder sang, und schlug auf trommeln.
    alles ok und auch für tiere erträglich. unerträglich ist dass dafür heute schießpulver zum einsatz kommt, das unmass der modernen menschen, die technologien nutzen ohne die dazugehörige verantwortung.
    und JA, ICH WILL DASS DIESE IDIOTIE VERBOTEN wird. sollen die leute wieder singen, schreien, trommeln – da wäre ich dabei.
    aber ich sehe nicht ein, dass für so einen sinnlosen schwachsinn ressourcen verbraucht, der umwelt schaden zugefügt, öffentliche gelder verschwendet und gefahren in kauf genommen werden soll.
    womit wir beim nächsten punkt wären: bei verboten gilt es natürlich risiken und kosten gegen nutzen abzuwägen. erklären Sie mir mal, was genau der nutzen von silvesterböllern ist, und allem voran, herr kontrolleur: kontrollieren Sie mal ihren eigenen geisteszustand, bevor Sie sich über andere hermachen.

  12. Saftpresse
    22. Januar 2011 at 06:54 #

    Svenari, schicke Deine Geschichte der Neuen Revue. Tiere, Tränen und Jammerei. Gewaltfreies Trommeln ins neue Jahr mit Svenari. Jau! Und anschließend gehen wir in den Stall und streicheln die Schafe.

  13. HerrWeber
    22. Januar 2011 at 16:55 #

    Und was mir noch auffällt: Ich habe erste jetzt den Artikel in der Lokalzeitung, auf den Sie sich beziehen gelesen. In dem Artikel geht es im Hauptteil eigentlich um etwas ganz anderes, nämlich den baulichen Brandschutz und Genehmigungsverfahren.
    Lediglich in einem kleinen Absatz zum Schluss wird erwähnt, dass ein Bauernhaus in Wollmatingen genauso gefährdet sei, es in den letzten 15 Jahren einen einzigen Brand in der Altstadt wg. Feuerwerk gegeben hat und ein Feuerwerksvebort sehr schwierig zu kontrollieren sei. Irgendwelche Schlüsse oder sonstiges werden nicht gennant, lediglich diese drei unbestrittenen Fakten sind dargestellt.

    Wie zum Teufel kommt man von diesem harmlosen Aritkel in der Lokalzeitung dann auf „Zynismus“ und „absichtlich verletzende Art- und Weise“ und kann aus einem kleinen unscheinbaren Absatz so einen reißerischen Artikel hier machen? Mit seriösem Journalismus, wie sie auf ihrer „Wir über uns-Seite“ schreiben, hat das jedenfalls nichts mehr zu tun.

    Warum liest man in den Medien eigentlich niemals etwas von einen Apell an die Mitbürger, verantwortungsvoll mit Feuerwerk in der Altstadt umzugehen? Oder einen aufklärende Kampagne, dass das Böllern in der nähe von Kirchen, Krankenhäusern, hist. Fachwerkhäusern lt. Sprengstoffgesetz sowieso verboten ist (auch ohne städtischen Verbot – warum das Sprengstoffgesetz nicht gelten soll, so wie in ihrem Artikel dargestellt verstehe ich nach wie vor nicht). DAS wäre nämlich mal wirklich seriös, anstatt einen reißerischen Artikel mit subjektivem Empfinden abzutippen. Wenn es zu einem städtisch erlassenem Verbot in der Altstadt kommt, würde ich mir als Bewohner von z.B. Wollmatingen sehr verarscht vorkommen, dass die Häuser der Altstadtbewohner vor Raketen geschützt sind, während ich an Silvester weiter bangen muss.

  14. svenari
    22. Januar 2011 at 17:01 #

    @HerrWeber:
    Dann unterschreiben Sie hier, und setzen Sie sich mit uns für ein ALLGEMEINES VERBOT für privaten kauf und gebrauch von pyrotechnischen gegeständen ein.

    http://stille-nacht-2011.eu.tc

    appelle an die vernunft, vielfach getätigt (wohl eher alibihalber und reichlich spät), in einer gesellschaft, die ihren bürgern ansonsten soviel unvernunft abverlangt, um hinzunehmen wie sich politik und wirtschaft entwickeln, sind jedenfalls fruchtlos.

    und strengere richtlinien auch, solange das gros der böllerer gar nicht weiss, dass es überhaupt richtlinien gibt.

  15. Knallfrosch
    23. Januar 2011 at 08:40 #

    Ich als Knallfrosch fühle mich aber jetzt echt diskrimminiert. Die Knallfroschfeindlichkeit hat in unserem Land stark zugenommen. Selbst die Grünen kümmern sich nicht um mich und lassen mich aussterben, weil anscheinend der deutsche Juchtenkäfer eine bessere Behandlung erfährt, als ich kleiner Knallfrosch.

  16. Dieter Quintus
    24. Januar 2011 at 15:40 #

    Die Grundlage für ein Verbot des Abbrennens von Böllern sieht vor, dass in einem bestimmten Umkreis verschiedener Bauten wie Krankenhäuser, Pflegeheimen, Häuser mit Reeddächern, Kirchen usw. das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verboten ist. Neu in die Liste aufgenommen wurden im vergangenen Jahr Fachwerkhäuser. In der Verordnung sind flächendeckende Verbote allerdings nicht vorgesehen. Zusammen mit der Polizei und dem Bürgeramt haben wir die Frage besprochen, ob aus der Bezeichnung Fachwerkhaus auch abgeleitet werden könnte, dass die gesamte historische Bausubstanz eines denkmalgeschützten Bereichs mit einem flächendeckenden Feuerwerkskörperverbot belegt werden könnte. In Konstanz wäre in der logischen Konsequenz dann ein Verbot für den Bereich des Ensembles-Schutzes (Rheinsteig/Laube/ Bodanstraße/Bahnhofplatz/Konzilstraße) rechtlich möglich. Also ein Verbot nur für den genannten Bereich. Diese Regelung habe ich nicht befürwortet und werde sie auch in Zukunft aus folgenden Gründen nicht befürworten:

    Nicht eingeschlossen wäre bei dieser Regelung das gesamte Gebiet Stadelhofen incl. beider Seiten der Kreuzlinger Straße. In diesem Bereich ist die Bausubstanz jedoch in keiner Weise besser als im Bereich des Ensemble-Schutzes.
    Ebenfalls nicht eingeschlossen wären im Bereich Turnierstraße, Mangoldstraße, Mayenfischstraße die Gebäude, die mit Schindeln verkleidet sind und in ihrer Gefährdung höher einzustufen sind, als verputzte Fachwerkhäuser.
    Was machen wir im Bereich der in den letzten Jahren zahlreich neu erstellten reinen Holzhäusern? Die Anzahl kann unter keinen Umständen als unbedeutend gewertet werden, da sich in fast allen Neubaugebieten von Jungerhalde über Zergle I und II und und und Holzhäuser als Niedrigenergiehäuser oder Passivhäuser befinden.
    Ferner ist die Frage zu stellen, ob es in der Tat Sinn macht, um jedes Fachwerkhaus eine Bannmeile einzurichten. Da wir, wie z.B. im Ortskern von Wollmatingen, aber auch in anderen Stadtteilen Fachwerkhäuser im Bestand haben. Würden wir dies tun, entstünde eine absolut unkontrollierbare Situation. Wer kann schon die Einhaltung der Verbote in dieser Weise überwachen?
    Bei dem Aussprechen von Verboten, von denen wir in Deutschland ohnehin schon viel zu viele haben), sollte man dann natürlich auch die Erfahrungswerte einbringen. Tatsache ist, dass die Feuerwehr Konstanz in all den vergangenen Jahren jeweils in der Silvesternacht zu Einsätzen gerufen wurde. Aber Tatsache ist auch, dass nur ein einziger Einsatz in den letzten 15 Jahren in der Altstadt (Hohenhausgasse) erforderlich wurde; alle anderen Brandfälle in Folge von Feuerwerkskörpern jedoch im rechtsrheinischen Bereich bis hin zu in relativ neuen Baugebieten.
    Da jeder Bürger, gleichgültig in welchem Straßenzug er wohnt, doch wohl das gleiche Recht auf Schutz seines Lebens und seines Hab und Gutes hat, wäre doch wohl nur ein flächendeckendes Verbot für das gesamte Stadtgebiet sinnvoll und zielführend.

    Aus meiner Sicht wäre aus den genannten Gründen in der Tat nur ein generelles Verbot sinnvoll. Da dies sicherlich nicht ohne Weiteres durchsetzbar ist, müssten Alternativen angeboten werden. Dies könnten z.B. die Freigabe an bestimmten Plätzen sein oder aber eine generelle Freigabe bei Einhaltung einer 200 m – Grenze zu absolut jedem Gebäude. Allerdings möchte ich hierzu noch zu bedenken geben, dass eine massive Anhäufung an nur wenigen Plätzen usw. wiederum zu erhöhten Gefährdungen führen kann.

    Bleibt die Frage des Königsweges. Aber nur aus Alibigründen nun Teilverbote auszusprechen, die am Ziel vorbeiführen, halte ich für populistisch und zwecklos. Die Diskussion sollte doch besser lauten: Wenn ein Verbot, dann bitte generell flächendeckend und somit auch sinnvoll.

  17. svenari
    24. Januar 2011 at 21:22 #

    @Dieter Quintus:
    AMEN! offensichtlich wurde Ihnen unrecht getan. ich kann Ihre ausführungen jedenfalls uneingeschränkt unterschreiben!
    sinnvoll und zielführend ist sicherlich nur ein völliges verbot.
    was für mich noch nicht ganz nachvollziehbar ist, ist die rechtliche seite. denn eigentlich IST pyrotechnik im wohnbereich verboten. die aufhebung erfolgt durch die gemeinde. warum dieser wiederum VORGESCHRIEBEN sein soll, bzw. das vernachlässigen dieser aufhebung sträflich (im rechtlichen sinne) wäre, bzw. durch ergänzungen zu rechtfertigen ist, leuchtet mir nicht ein…

  18. René
    30. Januar 2011 at 05:17 #

    Oh mein Gott. Vielleicht kommt ihr Asthma Frau svenari einfach daher, weil sie sich der totalen Kontrolle der Entfernung jeglicher Bakterien ausgesetzt haben. Am besten alles verbieten. Warum auch nicht. Sie scheinen sich in einem Kontrollstaat wohl zu fühlen. Mensch, gehen sie mal raus an die Luft und unternehmen etwas gegen Ihr Asthma. Asthma ist behandelbar aber sicherlich nicht in einem völlig sterilen Raum. Es sind doch auch immer die gleichen Argumente. Mal sind es die Tiere, mal ist es die Umwelt, mal ist es der zweite Weltkrieg.

    Wenn sie sich wirklich um die Umwelt und der Tiere sorgen, unternehmen Sie etwas gegen geheime Atomtest, gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr, des US-Militärs etc., löschen sie die abertausende Waldbrände die durch unachtsame Raucher verursacht werden (Tipp: Setzen Sie sich für ein weltweites Rauchverbot ein), appellieren Sie dafür das es endlich nur noch Elektroautos umher fahren. SETZEN SIE SICH MIT DEN WIRKLICH WICHTIGEN THEMEN AUSEINANDER!

    Ein Tipp meinerseits: Am 31.12.2011 bis 01.01.2012 ist Silvesternacht in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz, in Frankreich, in Holland, in Polen, in den USA, in Italien, in Spanien, in Australien….

    Besserer Vorschlag: Setzen sie sich für Schallschutz Asthma-Kabinen ein wo Sie sich aufhalten können zu Silvester und auf Trommeln trommeln können. Bei den Rauchern hat es ja auch wunderbar funktioniert. Die haben ihre Kämmerchen wohin sie sich verkriechen können. Das wäre doch ein Vorschlag oder?

    Um mal auf den Punkt zu kommen. Es beginnt bei der Erziehung! Ein Feuerwerker hat seine Schutzabstände zu Gebäuden und Menschen die er einzuhalten hat. Ein Blödmann der zu Silvester mit den Böllern umher wirft weil er sturz besoffen ist wurde nicht richtig erzogen. Verbote nützen nichts denn das schaft Unwohlsein und man fühlt sich kontrolliert. Leben Sie mit ihrem Handicap. Andere tun es auch und ich bin mir sicher es gibt genug Asthmakranke Menschen auf dem gesamten Erdball.

    Entschuldigen Sie wenn ich ausfallend wurde, aber mich kotzen diese Menschen an die nur maulen können. Nur an sich denkend in der Weltgeschichte umher latschen. Leben Sie damit. Es gibt Menschen dennen geht es noch viel schlechter als Ihnen. Blicken Sie mal nach Afrika. Da gibt es Menschen die verdursten und sterben durch Infektionen am laufenden Band und Sie haben nichts besseres zutun sich über Feuerwerk auszuregen.

  19. René
    30. Januar 2011 at 05:28 #

    Nachtrag und ich führe letzten Satz fort:

    „Es gibt Menschen dennen geht es noch viel schlechter als Ihnen. Blicken Sie mal nach Afrika. Da gibt es Menschen die verdursten und sterben durch Infektionen am laufenden Band […]“

    Nun sagen Sie was nach Ihrer Meinung wichtiger ist. Ein Spatz der durch eine Rakete von Himmel fällt (wobei das bei 1000 Vögeln nur einen trifft da Vögel viel höher fliegen als jede von der BAM zugelassene Rakete) oder ein Kind was durch dreckiges Wasser welches schon Schlamm ähnelt an Infektionen mit höllischen Magenkrämpfen, Darmblutungen und ersteinmal auskotzt bis es letztlich stirbt!?

    So, das musste jetzt sein um halb 6 Uhr

  20. svenari
    30. Januar 2011 at 14:05 #

    @rené: SAGENHAFT…dämlich!
    ist DAS ihre argumentation? dann mache ich mir keine sorgen, dass wir dieses verbot umsetzen werden.
    allerdings glaube ich nicht, dass sie für eine sozialgesellschaft tragbar sind.
    gehen sie doch nach afrika! und tun sie dort augenfällig und öffentlich, was sie hier im dunst der gewohnheit treiben: anderen das brot wegnehmen, und ihnen dann noch in die eingeweide treten.

  21. René
    31. Januar 2011 at 12:42 #

    :D Sie widersprechen sich doch hinten und vorn. Sie sprechen von „anderen das brot wegnehmen“ und scheinen nicht zu wissen das „Feuerwerker“ ein Beruf ist. Ich kann ja weiterhin auf die Tränendrüsen drücken und sagen, Sie nehmen mit ihrem Vorhaben der Familie und ggf. dessen Kindern ihr Brot weg und lassen diese verhunger bzw. bewusst in ein niedrigeres soziales Umfeld abrutschen nur das Sie die Feuerwerke los sind. Doch was dann? Ihr Mundschutz werden Sie weiterhin tragen aufgrund der Autos. Verbieten Sie doch gleich noch alle Autos. Ich wette Sie fahren selbst keins. Wäre ja zu krass wenn Sie das täten.

    Und wie sagt man so schön, getroffene Hunde Bellen. Lassen wir das. Ich garantiere Ihnen, das -/bzw. die Feuerwerke werden Sie nicht verbieten. Keine Stadt der Welt wird eine wichtige Einnahmequelle die das Feuerwerk nunmal ist, entgehen lassen. Da ist das Geld wichtiger als SIE! Sie fügen sich mit derartigen streitereien nur noch mehr Leid zu. Stress erhöht die Krankheitsrate ungemein. Ihr Imunsystem ist eh schon im Arsch. Also leben Sie damit. Ihnen bleibt nix anderes übrig. NIX!

  22. svenari
    31. Januar 2011 at 12:52 #

    @rene: wenn das arbeitsplatz-argument an sich schon idtiotisch ist, ist es das zur potenz im fall der feuerwerke:

    mehr als 90% der zu silvester gezündeten feuerwerke werden in china produziert, in lohnsklaverei, durch kinderarbeit und unter prekären verhältnissen. erst am 20.01.2011 forderte eine explosion in so einer fabrik wieder 6 tote und mehr als 20 z.T. schwer verletzte.

    und ES GIBT SCHON städte, die privatfeuerwerke verbieten und stattdessen ein großes, kurzes feuerwerk genau um mitternacht ausrichten:
    New York City (USA), Paris (F), Graz (A), um nur einige zu nennen.

    Es gibt auch ganze Länder, die Böller und Privatfeuerwerke verbieten,
    wie Irland und Griechenland.

    Und sparen sie sich ihre beleidigungen und anmaßungen mir gegenüber, das macht sie um nichts glaubwürdiger.

    und sparen sie sich ihre versuche einer hirnwäsche. ihr gelaber entlockt mir maximal ein mittleidiges lächeln.

  23. René
    31. Januar 2011 at 16:51 #

    ^^ ich mag es Sie auf die Palme zu bringen. Mich juckt es nicht im geringsten. Ich liebe Feuerwerke und gebe auch regelmäßig einiges Geld aus um diese in anderen Städten zu sehen. So Wettbewerbe wo auch masse eine Rolle sielen. Da entstehen auch immer tolle Fotos und Videos und man lernt viele neue Menschen kennen. Fröhliche Menschen mit dennen man sehr viel Freizeit verbringt und wieder zu Feuerwerken fährt.

    Wie schon gesagt, meine Argumente sind weniger Sinnfrei als Ihre. Sie sind Gegner, ich bin Befürworter. Zwei unterschiedliche paar Schuhe also. Und wenn Sie schon auf Ihr Asthma ansprechen und das Sie Probleme mit dem Feinstaub haben, dachte ich es wäre sinnvoll das Thema Auto anzusprechen.

    Ich habe eben dargestellt das es andere Menschen gibt mit anderen, größeren Problemen. Ich mein, Sie sprechen mich doch mit „SAGENHAFT…dämlich“ an und unterstellen mir „dunst der Gewohnheit“. Sie scheinen Ihre Texte die Sie schreiben nur nicht zu verstehen. Vielleicht liegt es daran das ich Sie höllisch auf die Palme bringe.

    Was die Arbeitsverhältnisse in anderen Ländern anbelangt, ja das ist eben Sache der Länder. Ich könnte daran nichts ändern und wir als Feuerwerkfans tolerieren derartige Verhältnisse auch nicht. Aber es ist nunmal so. Auf den Autobahnen scherbelts ständig und da sterben weit mehr Menschen daran. Das sind alles typische Argumente die nicht ziehen. Ich kann auf die Straße gehen, einer Oma über die Straße helfen und ein Vollideot fährt mich mit seinem Auto um. Der fen einer Bäckerei kann auch hochgehen und dann sind womöglich alle Tod im Umkreis der Detonation. Essen Sie deshalb keine Brötchen mehr? Ich hätte mir beispielsweise fast den Finger abgeschnitten als ich nach dem Zähneputzen das fallende Glas aufgefangen habe damit es nicht in die Badewanne fällt und Nachts um 3 höllischen Lärm von sich gegeben hätte. Das Glas schlug vorher am Waschbecken auf und ich drückte mir das 6 mm in den Finger! Da war alles durch bis zum Knochen.

    Kommen Sie zur Ruhe, Sie scheinen viel Stress zu haben. Ihnen steht ein langer Weg bevor!

  24. svenari
    31. Januar 2011 at 21:08 #

    @rene: so, jetzt mal tacheles, du proll.
    ich bin nicht gegen sondern FÜR eine solidarische gesellschaft, in der menschen aufeinander rücksicht nehmen, und sich selber so weit kennen, dass sie freude auch ohne alkohol und dämliches spielzeug haben können.
    nebenbei: du überschätzt deine wirkung auf mich bei weitem – ich bin auf keiner palme, ich wende nur den ton an, der mir für dich angemessen scheint. und hiermit belasse ich jetzt diesen fruchtlosen austausch. du kannst gern weiter behaupten, „die besseren argumente“ gehabt zu haben. jeder der lesen kann, weiss es besser.

  25. René
    1. Februar 2011 at 10:50 #

    Oh, jetzt sind wir schon beim Du. Aber ich nehme mich zurück uns spreche SIE weiterhin mit Sie an. Das gehört zum guten Ton :) Aber ok, Sie haben mal wieder bewiesen das sie nicht lesen können:

    „René sagt: Montag, 31. Januar 2011 um 16:51
    […]Wie schon gesagt, meine Argumente sind weniger Sinnfrei als Ihre. […]“

    Ich hab ihnen sogar ein winzigen Kompliment bereitet. Brrr, bin ich sozial. Sei es drum. Sie sind unfähig zu Diskutieren. Selbst wenn ich ihnen vorschlagen würde mal mit auf einen Abbrenner zu kommen und Sie sich das alles mal aus der ersten Reihe ansehen könnten wie sowas aufgebaut wird, welche Planungen dahinter stecken, welche Arbeit das alles ist und sogar mit dem verantwortlichen Feuerwerkern zu sprechen, würden Sie unter Garantie dieses Angebot nicht öffentlich Annehmen obwohl es Sie sicherlich interessiert ;) Wahrscheinlich auch gut so, Sie würden sicherlich ausrasten und mit Wut im Bauch die einzelnen Kugelbomben aus den Rohren ziehen und kaputt schlagen und sich benehmen wie ein Grippenkind.

    Naja, war nett und unterhaltsam zu texten auch wenn Sie eher nur beleidigen und auf meine Punkte garnicht eingehen wollen.

    In diesem Sinne, viel Erfolg und frohes schaffen.
    LG René

    PS: Klar hab ich übertrieben, beruht allerdings auf Gegenseitigkeit ;)

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