Konstanzer Studenten brechen Studium nicht wegen Lebenshaltungskosten ab

Uni Konstanz befragte Studienabbrecher und Absolventen bei Studienabschlussbefragung

Konstanz. Studierende wechseln die Hochschule, wenn sie in ihrem Studium Praxis- und Berufsbezug vermissen und sie mit falschen Erwartungen an die Hochschule gekommen sind. Studienabbrecher sind zu Beginn schlechter informiert als spätere Absolventen. Im Gegensatz dazu spielen die Lebenshaltungskosten bei rund 60 Prozent der Befragten in diesem Zusammenhang keine Rolle, bei 40 Prozent ist das aber anscheinend anders. Nicht ausschlaggebend ist bei mehr als 76 Prozent die Frage, ob an einem Studienort Studiengebühren verlangt werden. Das ist ein Ergebnis einer Online-Befragung an der Universität Konstanz.

Was führt zum Studienabbruch?

Mit welchen Erwartungen an den Studiengang und an die Universität Konstanz haben die ehemaligen Studierenden ihr Studium begonnen? Was waren die Stärken und Schwächen des Studiums, und welche Abläufe stellen (vermeidbare) Hindernisse dar, die zum Studienabbruch geführt haben? Mit diesen Fragen setzte sich das Pilotprojekt „Studienabschlussbefragung“ an der Universität Konstanz auseinander.

Abbrecher zu Studienbeginn schlechter informiert

Die Auswertung der Online-Befragung ergibt ein differenziertes Bild sowohl zum Grad der Zufriedenheit der ehemaligen Studierenden als auch zu entsprechenden Unterschieden zwischen den Absolventen und den so genannten Studienabgängern. Zwei markante Ergebnisse: Zum einen sind beide Gruppen mehrheitlich sehr zufrieden mit der fachlichen Qualität der Lehre. Zum anderen fällt auf, dass die Studienabgänger bei der Aufnahme ihres Studiums an der Universität Konstanz deutlich weniger informiert sind über die Studienanforderungen als die späteren Absolventen.

Absolventen und Abbrecher befragt

Aus dem Feedback der ehemaligen Studierenden ließen sich, wie die Universität mitteilte, inhaltliche Aussagen zu den Studienbedingungen, der Lehrqualität und dem geplanten beruflichen bzw. universitären Werdegang treffen. Die Studie werde als kontinuierliche Rückmeldung Teil des Evaluationskonzepts im Bereich Studium und Lehre sein. Die Studienabschlussbefragung erfolge unmittelbar nach dem Abschluss bzw. Abbruch des Studiums, so dass die Erfahrungen aus der Studienzeit in der Regel noch stark präsent sind. Darüber hinaus werde eine Analyse des beruflichen Werdegangs im Rahmen der INCHER-Absolventenbefragung zwei Jahre nach Studienabschluss durchgeführt.

Absolventen hatten bessere Abinote

Als ein Ergebnis der ersten Befragung der Absolventen und Abgänger des Wintersemesters 2009/2010 und des Sommersemesters 2010 stellt sich beispielsweise heraus, dass die Note der Hochschulzugangsberechtigung der Studienabbrecher um 0,4 schlechter ist als bei den Absolventen. Deutlich wird zudem, dass der Informationsstand vor der Studienaufnahme statistisch gesehen Aussagen über den Werdegang des Studierenden erlaubt: Was die Studienanforderungen betrifft, zeigen sich die Absolventen zu Anfang besser informiert als die Studienabgänger. Unter „Studienabgängern“ versteht die Studie sowohl Hochschulwechsler als auch Studienabbrecher, wobei beide Gruppierungen an anderen Hochschulen bereits einen Abschluss erworben haben können. Auch die Vorkenntnisse für das Studium erweisen sich bei den Absolventen als ausgeprägter. Außerdem ist das Interesse für ihr Fach bei den Absolventen mit fast 85 Prozent stärker vorhanden als beispielsweise bei den Studienabbrechern mit knapp 68 Prozent.

Mehrheit mit Qualität der Lehre zufrieden

Bei der Einschätzung der Studienanforderungen gibt es ebenfalls Unterschiede: So halten die Absolventen die Studienanforderungen eher für genau richtig, während sie die Abgänger als zu hoch bewerten. Falsche Erwartungen an das Studium, ein weiteres Ergebnis der Befragung, führen mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Hochschulwechsel: Fehlender Berufs- und Praxisbezug werden genannt. Im Gegensatz dazu spielen die Lebenshaltungskosten bei rund 60 Prozent der Befragten in diesem Zusammenhang keine Rolle, bei mehr als 76 Prozent auch nicht die Frage, ob an einem Studienort Studiengebühren verlangt werden. Einhellig ist neben der mehrheitlichen Zufriedenheit aller Gruppierungen mit der Qualität der Lehre auch die Anerkennung des Engagements der Lehrenden für die Studierenden.

83 Prozent empfehlen Uni weiter

Dass die Universität Konstanz unter ihren Absolventen auf große Zustimmung stößt zeigt der Punkt „Weiterempfehlung“: Rund 83 Prozent geben an, dass sie anderen raten würden, ihr Fach an der Universität Konstanz zu studieren.

Foto: Universität Konstanz Michael Latz

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