Konstanzer Telefonausstellung präsentiert das „Medium der körperlosen Stimmen“

Telefonausstellung „Fernbeziehung“ zum Dritten – „Gespenst“ Kuriositäten und Schauergeschichten rund um das Medium Telefon

Konstanz. Die 15-monatige Telefonausstellung „Fernbeziehung“, die von der Sparkasse Bodensee und der Universität Konstanz präsentiert wird, beschäftigt in ihrem dritten und finalen Teil „Gespenst“ mit den geisterhaften Aspekten des Telefons, jenes „Mediums der körperlosen Stimmen“.

125-jährige Geschichte der Telefonie in Konstanz

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die schaurigen Anekdoten, die sich um das Telefon ranken. Außerdem erzählt sie die lokale Geschichte der inzwischen 125-jährigen Konstanzer Telefonie und des ehemaligen Konstanzer Reichspostgebäudes, der heutigen Hauptstelle der Sparkasse Bodensee.

Erinnerung an Konstanzer Erdbeben von 1912

Der Multitouch-Tisch der universitären Arbeitsgruppe „Mensch-Computer-Interaktion“ mit seiner „innovativen Form der Informationsvermittlung“ ist Teil des modernen Ausstellungskonzepts – ebenso wie ein vielgestaltiges begleitendes Veranstaltungsprogramm, das unter anderem das historische Konstanzer Erdbeben von 1911 thematisiert und in einer Simulation wachruft.

Gespenstische Telefon-Geschichten

„Die Geschichte der Telefonie ist unheimlich, geradezu gespenstisch“, erklärt Dr. Albert Kümmel-Schnur, Projektleiter der Telefonausstellung „Fernbeziehung“: „Wer telefoniert, handelt akustisch dort, wo er körperlich nicht ist. Kein Wunder, dass das Telefon als ein Medium der ‚körperlosen Stimmen’ seit seiner Erfindung Geistergeschichten hervorbrachte und die Phantasie seiner Benutzer beflügelte: von Franz Kafka bis zu Walther Rathenau.“

Aus der Kuriositäten-Sammlung

So sind es vor allem auch die Kuriositäten rund um das Telefonieren und seine Technik, die der dritte Teil der Ausstelluing zeigt: ein bei einem Hausbrand zerschmolzenes Telefon, ein Kugelschreiber, der einst ein Telefon war oder auch eine schwingende Membran aus Schweinsdünndarm, die im 19. Jahrhundert zu elektroakustischen Versuchen verwendet wurde. Die Exponate stammen aus der umfassenden fernmeldehistorischen Sammlung des ehemaligen stellvertretenden Leiters der Telekom-Niederlassung Konstanz, Hans-Dieter Schmidt.

Suche nach Raum für Dauerausstellung

„Ein Anliegen unserer Ausstellung ist, auf das Potential der fernmeldehistorischen Sammlung aufmerksam zu machen und über den begrenzten Zeitraum der Ausstellung hinaus einen dauerhaften Ort für sie zu finden. Die Sammlung ist nicht nur in technikgeschichtlicher Hinsicht eine Fundgrube, sondern birgt auch aus wissenschaftlicher Perspektive ein noch lange nicht erschlossenes Forschungspotential“, merkt Albert Kümmel-Schnur an.

Hundertster Jahrestag des Konstanzer Erdbebens

Die Ausstellung ist in ein begleitendes Veranstaltungsprogramm eingebettet: Jeden Donnerstag um 16.30 Uhr finden öffentliche Führungen mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten statt. Am 16. November 2011 wird von 18 bis 22 Uhr unter dem Titel „Die Nacht, in der die Engel fielen“ eine Veranstaltungsnacht anlässlich des 100. Jahrestages des Konstanzer Erdbebens geboten.

Zebra-Kino zeigt Filme zur Ausstellung

Für Filmfreunde gibt es am 3. November 2011 und am 13. Dezember 2011 jeweils um 20 Uhr Veranstaltungen zur Telefonausstellung im Zebra Kino Konstanz (Joseph-Belli-Weg 5, 78467 Konstanz). Gezeigt und von den Filmemachern diskutiert werden am 3. November 2011 Filme, die im Rahmen des Ausstellungsprojektes entstanden sind.

Die Stimmen Verstorbener

Am 13. Dezember 2011 thematisiert der Freiburger Psychologe Dr. Eberhard Bauer vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) anhand von Filmdokumenten Fälle und Erfahrungen, wenn scheinbar Stimmen von Verstorbenen aus dem Telefon sprechen.

Ab 18. Oktober in Konstanz

Die Ausstellung „Fernbeziehung“ wurde von Studierenden des Studiengangs Literatur-Kunst-Medien und Mitarbeitern der Arbeitsgruppe „Mensch-Computer-Interaktion“ der Universität Konstanz in Kooperation mit dem Stuttgarter Mediendesignbüro „jangled nerves“ entwickelt. Die Ausstellung kann ab Dienstag, 18. Oktober 2011, zu den Öffnungszeiten der Sparkasse Bodensee in ihrer Konstanzer Hauptstelle (Marktstätte 1, 78462 Konstanz) besichtigt werden.

Foto: Sparkasse Bodensee

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.