Konstanzer Uni-Bibliothek: 1,5 Millionen Bücher wegen Asbest vorsorglich säubern

Bibliothek der Universität Konstanz kennt Asbestquellen – Längerfristige Schließung der Buchbereiche G und S

Vier Quellen für AsbestbelastungKonstanz. Die Buchbereiche G und S bleiben der Konstanzer Uni-Bibliothek bleiben längerfristig geschlossen. Seit Donnerstag kennt die Universität die Asbestquellen. Fest steht jetzt, dass möglicherweise eine Reinigung nicht ausreicht und die Teile der Bibliothek saniert werden müssen.Von den zwei Millionen Büchern, die es in der Konstanzer Uni-Bibliothek gibt, stehen drei Viertel in den versuchten Bereichen.

1,5 Millionen Bände säubern

Die Bibliothek der Universität Konstanz bereitet nun aber die Ausleihe von Büchern aus den beiden noch geschlossenen Buchbereichen G und S vor. Die Bücher aus diesen Bereichen der Bibliothek sollen so schnell wie möglich von Spezialfirmen gereinigt werden, damit Nutzerinnen und Nutzer wieder auf sie Zugriff haben. Die Bücher würden aber nur vorsorglich gereinigt, so Uni-Sprecherin Julia Wand. Nur auf wenigen Exemplaren seien überhaupt Asbest-Fasern gefunden worden. In den Buchbereichen G und S befinden sich 1,5 Millionen Bände. Das sind drei Viertel des Gesamtbestands der Bibliothek, die insgesamt zwei Millionen Bücher besitzt.

Reinigung oder Sanierung des Trakts

Erst seit dem 2. Dezember liegen der Universität Konstanz die Messergebnisse von Materialproben aus den Buchbereichen G und S vor. Aufgrund der Auswertung dieser aktuellen Messergebnisse geht die Universitätsleitung von einer längerfristigen Schließung der Bereiche G und S aus. Derzeit werde geprüft, ob eine Reinigung der Räumlichkeiten ausreicht oder ob ein Sanierungskonzept erstellt werde. Das teilte die Uni mit.

Vier Asbestquellen bisher identifiziert

Bevor mit einer Reinigung und/oder Sanierung der Buchbereiche begonnen werden kann, müssten alle Asbestquellen bekannt sein. Tatsächlich habe die Auswertung der aktuellen Messwerte in den beiden Bereichen ergeben, dass mehrere Ursachen als Asbestquellen in Frage kommen. Mindestens vier unterschiedliche Quellen wurden identifiziert: Die Dichtungsmasse an den Lüftungsanlagen der Bibliothek, Spritzasbest an Eisenträgern, asbesthaltige Dichtungskordeln und asbesthaltige Plattenbaustoffe. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf weitere mögliche Quellen, die derzeit noch untersucht werden. Es werden weiterhin Messungen gemacht.

Literatur-Ausleihe geplant

Im Hinblick auf die Größe der Buchbereiche G und S werde die abschließende Identifizierung der Ursachen mehr Zeit in Anspruch nehmen als geplant. Mit der Buchreinigung ermögliche die Bibliothek die Ausleihe von Literatur aus beiden Bereichen schon vor dem Abschluss der Maßnahmen.

Großteil der Uni-Bibliothek seit einem Monat geschlossen

Am 5. November 2010 wurden weite Teile der Bibliothek der Universität Konstanz geschlossen, weil bei Sanierungsarbeiten in der Bibliothek routinemäßig gemachte Messungen Hinweise auf Asbestfasern ergeben hatten. Der Buchbereich J, ein Neubau aus dem Jahr 2003, wurde als erster Bereich wieder geöffnet.Der Bereich N, ebenfalls einem Neubau, war nicht betroffen.

Foto: Universität Konstanz

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