Konstanzer Unibibliothek wegen krebserregendem Asbest ab sofort geschlossen

Alarmierendes Messergebnis liegt der Uni seit Freitag vor – Keine Asbestbelastung in der Raumluft der Bibliothek gemessen

Asbest-Alarm an Konstanzer UniKonstanz. Die Bibliothek der Konstanzer Universität ist seit Freitag geschlossen. Bei der Sanierung von Lüftungsanlagen wurde Asbest entdeckt. Die Schließung sei erforderlich und weitere Sofortmaßnahmen seien bereits eingeleitet. Das teilten die Universität und das Landratsamt in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Freitagabend mit. Die Pressemitteilung war mit einer Sperrfrist bis am heutigen Samstag um 12.30 Uhr versehen. Die Unibibliothek muss voraussichtlich mehrere Wochen geschlossen bleiben.

Bei Sanierungsarbeiten Spuren von Asbest gefunden

Die Nachricht schockiert Studenten und Universitätsmitarbeiter gleichermaßen. Bereits am 28. Oktober wurden das Landratsamt Konstanz und die Universität Konstanz durch das Konstanzer Amt Vermögen und Bau Baden-Württemberg darüber in Kenntnis gesetzt, dass nach Sanierungsmaßnahmen an den Lüftungsanlagen der Bibliothek Hinweise auf Asbestfasern außerhalb des Sanierungsbereichs gefunden wurden. Daraufhin beauftragte die Universität Konstanz ein Fachinstitut mit weiterführenden Messungen. Das Ergebnis dieser Messungen liegt seit dem gestrigen Freitag vor.

Asbestfasern an Einrichtungsgegenständen nachgewiesen

Die beste Nachricht in Zusammenhand mit dem Asbestfund: Es wurden keine Asbestfasern in der Raumluft festgestellt. Durch Kontaktproben wurden jedoch Asbestfasern an Einrichtungsgegenständen der Bibliothek nachgewiesen, teilten die Universität und das Landratsamt mit. Die genaue Ursache für das Auftreten der Asbestfasern ist bisher noch nicht bekannt, hieß es gestern Abend

Bibliothek der Universität mit sofortiger Wirkung geschlossen

Als Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr wurde die Bibliothek der Universität mit sofortiger Wirkung voraussichtlich für mehrere Wochen geschlossen. Sie wird durch ein Fachunternehmen gereinigt. Erst nach einer anschließenden Messung, die den Nachweis liefern soll, dass die Reinigung erfolgreich war, kann die Universitätsbibliothek dann wieder genutzt werden. Ergänzend dazu werde ein umfassendes Sanierungskonzept erarbeitet.

Wissenschaftliches Arbeiten eingeschränkt

Für Studenten und Wissenschaftler heißt das, dass sie die Bibliothek bis auf Weiteres nicht nutzen können. Wissenschaftliches Arbeiten, das Erstellen von Referaten und Seminararbeiten sowie Klausur- oder Prüfungsvorbereitungen sind ohne Bücher aus der Unibibliothek nur schwer möglich. Offenbar wurde das Asbest an Einrichtungsgegenständen, mutmaßlich auf Regalbrettern oder Tischen gefunden. Ob auch ausgeliehene Bücher, die die Studenten mit aus der Bibliothek genommen haben, mit Asbest kontaminiert sein können, ging aus der Mitteilung nicht hervor. Die krebserzeugende Wirkung von Asbest ist seit langem bekannt. Am Montagmorgen will der Rektor im Audimax und in allen A-Hörsälen per Videoübertragung informieren.

Zwei Millionen Bücher und Multimedia-Arbeitsplätze nicht zugänglich

Die Bibliothek ist die zentrale Einrichtung zur Literaturversorgung der Universität Konstanz. Der Gesamtbestand, eine Mischung aus Ausleih- und Präsenzbestand besteht aus mehr als zwei Millionen Bänden. Sie ist systematisch geordnet und die Bücher sind frei zugänglich aufgestellt. Die Bibliothek hat 24 Stunden durchgehend geöffnet. Sie bietet Uniangehörigen und Nutzern von außerhalb aber weit mehr als Bücher: Internetrecherche, Multimedia-Arbeitsplätze, Millionen von Zeitschriftenaufsätzen, Medien, elektronische Volltexte, Funk-LAN und Kopiergeräte gehören zum Bestand und zur Infrastruktur.

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