Gastbeitrag! Kopflastige Gesellschaft – Vernachlässigung der Gefühle

Wir leben in einer Gesellschaft, die von Strategien und Zahlen dominiert wird. Gefühle wurden uns abtrainiert, weil sie als störend empfunden wurden. Was zählt ist Gewinnoptimierung und Rationalisierung in den Unternehmen. Viele Menschen fühlen sich überfordert, gestresst, leer und ausgebrannt und kapitulieren letztendlich, werden krank, depressiv oder verfallen in ein Burnout. Das ist nicht nur für die Betroffenen katastrophal, sondern auch für diejenigen, die durch den Ausfall zu zusätzlicher Arbeit gezwungen sind, und letztendlich für die Allgemeinheit, die den Schaden mittragen muß. Besser ist es allemal, dieser Entwicklung rechtzeitig vorzubeugen.

Vorbeugen statt Katastrophe

Allerdings liegen die Ursachen für die empfundene Überforderung oft nicht am Arbeitsplatz, wie es vordergründig scheint. Eine Möglichkeit, die Ursachen herauszufiltern, ist in die Tiefe der verborgenen Wünsche hinab zu steigen und den folgenden Satz zu sagen:

„Am liebsten würde ich…“ – meistens sofort gefolgt von einem ABER.

Lassen Sie das ABER, WENN und WÄRE einmal beiseite und erlauben Sie sich, diesen Gedanken in einem ungestörten Moment zu Ende zu denken. Was ist das Ergebnis? Was wäre anders und wie fühlt sich das an?

Achten Sie auf die Reaktionen in Ihrem Körper. Wo spüren Sie etwas, ganz gleich was es ist, Wärme, Kälte, ein Ziehen, ein Kribbeln, spüren Sie einfach dorthin, wo es sich zeigt.

Achten Sie ebenfalls auf Ihre Atmung dabei und besonders auf den Moment, an dem Sie aufatmen. Das passiert, wenn sich ein Gedanke „richtig“ anfühlt.

Bleiben Sie dann bewusst in dem Gefühl und genießen Sie es mit allen Sinnen.

Die Gefühle sind verlässliche Wegweiser in unserem System, was uns allzu oft wie ein Labyrinth anmutet, weil wir uns gedanklich im Kreis drehen. Ein Blick nach innen hingegen verschafft schnell Klarheit.

Im Anschluß können Sie die ABER Kriterien auf ihre Standfestigkeit hin überprüfen, indem Sie sich neue Möglichkeiten überlegen und vor allem ehrlich zu sich selbst sind.

Damit haben Sie bereits eine Energie auf den Weg gebracht, bzw. einen Prozess in Gang gesetzt, entsprechend dem 3. Prinzip der Huna (polynesische Lebensphilosophie): Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wundern Sie sich nicht, über unerwartete, „zufällige“ Ereignisse, und seien sie noch so unscheinbar.

Energie folgt Aufmerksamkeit – wer kein Ziel hat, kommt nie an

Auf demselben Prinzip wie das Universum, funktioniert auch unser Körper, mit sämtlichen Organen, Blut- Nerven und Lymphsystemen. Die Unterversorgung oder der Ausfall eines davon kann zum kompletten Zusammenbruch aller Funktionen führen. Im Übertragenen Sinne ist das auf energetischer Ebene vergleichbar mit Verlusten, Trennung oder einem Todesfall. In solchen Situationen sind wir geschwächt, weil in unserem System Energie fehlt. In welchem Maße hängt von der jeweiligen Situation und der Belastbarkeit der Betroffenen ab. Veränderungen werden häufig als bedrohlich empfunden, obwohl sie oft Energien und Potentiale freisetzen, die im vorherigen System gebunden und unterdrückt waren.

Unsere Gesellschaft ist ebenfalls ein Spiegelbild eines solchen Systems. Jede Familie, jedes Team (auch z.B. eine Fußball Mannschaft – beobachten Sie die Spiele doch einmal unter diesem Aspekt) und jedes Unternehmen ist einer systemischen Ordnung unterworfen. Auch das Universum eines jeden Einzelnen interagiert mit dem der anderen.

Es ist also logisch, dass jede Veränderung, die an einem Punkt dieses Systems geschieht, Veränderungen im Gesamten nach sich zieht. Genau das ist das Prinzip der Systemischen Arbeit: Bei Bedarf die Ganzheitliche Ordnung wieder herzustellen, unter Berücksichtigung der seelischen Aspekte, im Einklang von Verstand und Gefühl, was sich auch auf körperliche Symptome, sprich auf die Gesundheit auswirkt.

Über den Autor

Merit Stocker hilft Menschen neue Wege gehen, Ihre Richtung ändern, mit Veränderungen umzugehen oder einen Überblick darüber bekommen, wo diese im Leben stehen. Sie arbeitet in Konstanz und verfolgt mit ihrem Coaching einen ganzheitlichen, lösungsorientierten Ansatz. Mehr über Merit Stocker erfahren Sie auf ihrer Website.


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2 Kommentare to “Gastbeitrag! Kopflastige Gesellschaft – Vernachlässigung der Gefühle”

  1. Heribert Förster
    1. August 2014 at 11:58 #

    Gute platzierte Werbung für amoralischen, antiaufklärerischen New Age Schnickschnack. Bitte auch als Werbung kenntlich mache . Ich finde, wir sollten den Kopf viel öfter einschalten, um beispielsweise nicht auf solche Wunderheiler hereinzufallen, die Produkte und Rezepte verkaufen, damit wir noch besser zu funktionieren.

    • Franz Sauerstein
      14. August 2014 at 13:14 #

      Hallo Heribert Förster,
      vielen Dank für Ihre Meinung. Es ist keine Werbung.

      Mit besten Grüßen
      Franz Sauerstein

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