Krankenhäuser wollen miteinander aus roten Zahlen

Kliniken in Singen und Konstanz prüfen Kooperation

Konstanz/Singen (red) Kooperationsgespräche der Kliniken Konstanz (Foto) und Singen haben begonnen. Das teilten die Städte Konstanz und Singen in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Neben einer gegenseitigen Beteiligung der Kliniken wäre die Gründung einer gemeinsamen Holding oder von gemeinsamen Dachgesellschaften möglich. Ziel ist es, Überangebote zurückzufahren. Nicht mehr jede Klinik müsste zwingend das gesamt medizinische Leistungsspektrum vorhalten. Betriebswirtschaftlich wäre eine solche Lösung für die Kliniken in Singen und Konstanz von Vorteil, die wenn sich nichts ändert, Defizite in Millionenhöhe einfahren.

Entscheidung über kommunale Lösung spätestens im Mai

„Mit dem Ziel, die wirtschaftlich angespannte Lage der beiden Kliniken im Landkreis gemeinsam zu bewältigen, haben Vertreter der Städte und der Kliniken in Konstanz und Singen erste Gespräche über Kooperationsmöglichkeiten aufgenommen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Die Aufnahme dieser Gespräche entspreche dem vom Aufsichtsrat der HBH-Kliniken definierten straffen Zeitplan für das weitere Vorgehen. Dieser sieht vor, bis spätestens Ende Mai die Möglichkeit der Realisierung einer kommunalen Lösung abzuklären.

Gegenseitige Beteiligung oder gemeinsames Dach

Mit dem Aufbau einer gemeinsamen Gesundheitsregion im Landkreis Konstanz könnten, so heißt es wörtlich, „Überangebote zurückgefahren und die medizinische und pflegerische Patientenversorgung im Landkreis optimiert werden“. Dabei sollen in einem ersten Schritt nun Rahmenbedingungen zur Bildung von gemeinsamen Strukturen festgelegt und anschließend in die politischen Gremien zur Beratung und Beschlussfassung eingebracht werden. Vorrangig seien die kartellrechtlichen Voraussetzungen zu prüfen und die Voraussetzungen einer künftigen Zusammenarbeit festzulegen. „Neben einer gegenseitigen Beteiligung der Kliniken wäre die Gründung einer gemeinsamen Holding oder von gemeinsamen Dachgesellschaften möglich“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Städte Singen und Konstanz. Derzeit ist das Klinikum Konstanz noch ein Eigenbetrieb der Spitalstiftung Konstanz, während das HBH-Klinikum-Singen bereits als GmbH fungiert.

Kliniken legen ihre Zahlen auf den Tisch

„Unter den Bedingungen, eine Kooperation ernsthaft zu prüfen und die Leistungen abzustimmen, wurde vereinbart, sich über die betriebswirtschaftliche Situation und das medizinische Leistungsspektrum auszutauschen. Daraus sollen Vorschläge zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit und zur Kooperation in den medizinischen Bereichen erarbeitet werden.“

Foto: Kliniken Konstanz

Ein Kommentar to “Krankenhäuser wollen miteinander aus roten Zahlen”

  1. bernd.sonneck
    28. Januar 2010 at 12:35 #

    Interessant. Sehr interessant. Wenn ich mich nicht irre, hatte bspw. MdB Peter Friedrich (SPD) bereits vor längerem genau das gefordert, wozu die beteiligten Verwaltungen bislang partout nicht bereit waren: Kooperationsgespräche der Kliniken Konstanz und Singen über eine gemeinsame Zukunft.

    Erkenntnis: Erst wenn Feuer unterm Dach lodert, bewegen sich die Herren. Dann hoffen wir mal, dass es nicht zu spät ist!

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