„Leuchtfeuer“ Anlaufstelle für verlassene Mütter und Väter

Neue Selbsthilfegruppe für entfremdete Eltern startet am 20. Januar

Eltern organisieren sichKonstanz. In Deutschland gibt es rund 150.000 minderjährige Scheidungskinder. Es wird geschätzt, dass ein Drittel dieser Kinder in hochstreitigen Scheidungsfamilien lebt. Das bedeutet für viele dieser Kinder, dass sie der systematischen Manipulation des betreuenden Elternteils und häufig auch dessen Angehörigen ausgesetzt sind – aus Hass, Rache oder finanziellen Gründen. Ziel und Ergebnis solcher Instrumentalisierung ist die totale Ablehnung des nicht mehr anwesenden Elternteils sowie der vollständige Kontaktabbruch zu ihm durch das Kind. Und das, obwohl vor der Trennung eine ganz normale Eltern-Kind-Beziehung zu dem ausgegrenzten Elternteil bestanden hat.

Eltern-Kind-Entfremdung als neues Phänomen

In besonders krassen Fällen würden Väter des sexuellen Missbrauchs an ihren Kindern bezichtigt, Mütter werden mit dem Prädikat „psychisch krank“ versehen – um den Kontaktabbruch zu beschleunigen. Dieses Phänomen sei als „Massenphänomen“ in unserer Gesellschaft noch relativ neu. Eltern-Kind-Entfremdung (oder P.A.S. – Parental Alienation Syndrom -) sei aber kein „Kavaliersdelikt“, sondern mit psychischen Folgen und lebenslang belastenden Spätschäden für die betroffenen Kinder verbunden, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts.

Verstossene Eltern helfen sich selbst

Auch für betroffene Elternteile gehöre solch eine Situation zu den schmerzlichsten im Leben. Die Selbsthilfegruppe „Leuchtfeuer“ bietet betroffenen Müttern und Vätern eine erste Anlaufstelle und bietet psychische Unterstützung und Informationen zur Eltern-Kind-Entfremdung. Gemeinsam soll auch die Öffentlichkeit für dieses Problem mehr sensibilisiert werden. Das erste Treffen der Gruppe findet am 20. Januar 2011, um 19.30 Uhr im Amt für Gesundheit und Versorgung in Radolfzell, Scheffelstraße 15 statt.

Vonanmeldung für Treffen

Betroffene und Interessierte können sich vorab telefonisch informieren bei der Selbsthilfekontaktstelle des Landratsamtes Konstanz, Tel.: 07531/800-1787, per Mail: info@selbsthilfe-kommit.de oder unter der Tel.: 07731/319244. #Kindeswohl kontra Eigeninteresse: neue Selbsthilfegruppe für entfremdete Eltern startet am 20. Januar

Ein Kommentar to “„Leuchtfeuer“ Anlaufstelle für verlassene Mütter und Väter”

  1. Ralph Steinfeldt
    19. Januar 2011 at 21:19 #

    Den Gründern der Selbsthilfegruppe „Leuchtfeuer“ wünsche ich von ganzem Herzen, den Mut niemals zu verlieren und aufzugeben, wenn auch die eigene Betroffenheit unüberwindbar erscheint und der eigene Fall juristisch und gegen Kind und betroffenen Elternteil abgeschlossen wurde.
    Im Gegenteil: Es gilt, aus der persönlichen Niederlage neue Kraft zu schöpfen und benötigte Ausdauer zu generieren, für ein nachhaltiges Engagement, im Sinne des Miteinander und Füreinander.
    Wir sind dies unseren geliebten Kindern schuldig.

    Eine korrigierende Anmerkung zum Artikel:
    In Deutschland gibt es nicht 150.000 minderjährige Scheidungskinder, sondern es komen jährlich 150.000 hinzu – von Entfremdung betroffene Kinder und Elternteile, aus nichtehelichen Beziehungen, sind in der ohnehin erschreckend hohen Zahl noch nicht berücksichtigt.

    Die geschlechterpolitische Initiative AGENS e.V. (agensev.de) startete zu diesem Thema jüngst die Kampagne „400“.

    Beste Grüße aus dem hohen Norden

    Ralph Steinfeldt (VafK, LK Harburg)

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