Makel an der neuen Konstanzer Brücke zum See

Bauwerk angeblich in „erbärmlichem“ Zustand – Linker Stadtrat sieht Mängel an der Fußgängerbrücke beim Lago

BodanstraßenbrückeKonstanz. Der Konstanzer Stadtrat Holger Reile hält die Fußgängerbrücke, die von der Bodanstraße über die Bahngleise führt, für wenig attraktiv. In einem Brief an Bürgermeister Kurt Werner hat der Stadtrat der Linken Liste Konstanz mehrere Mängel aufgelistet. Geäußert hat sich der Bürgermeister dazu gestern.

Probleme mit dem Belag

Reile schreibt, bei der Überquerung der Brücke sei ihm aufgefallen, dass sich der Belag in der Mitte leicht senke. „Zudem ist der Belag an diesen Stellen dunkel verfärbt“, stellte Reile fest und fragt: „Gibt es eine Erklärung dafür? Die Brücke wurde doch in einem Stück eingehoben. Wie sind dann diese Verwerfungen zu deuten? Liegt es am Ende gar am Material?“

Verunreinigung durch Vogelkot

Bei der Einweihung sei die Brücke als ein weiteres „Tor zum See“ bezeichnet worden. Attraktiv sei dieses Tor allerdings nicht, so der Stadtrat. Die Brücke mache jetzt schon – rund ein Jahr nach ihrer Fertigstellung – einen verwahrlosten Eindruck. An den Auf-und Abgängen häuften sich Vogelexkremente, einige Aufhängungen der Deckenbeleuchtungen seien defekt – der Gesamteindruck sei schlichtweg erbärmlich.

Vorschlag: Kommerzielle Nutzung

Der Linke Rat Reile will wissen: „Warum werden die Brückenflächen innen und auch außen nicht als Werbeträger genutzt?“ Er meint: „Das würde den hässlichen Betonklotz zumindest optisch etwas verbessern.“ Er fragt: „Wäre als Alternative dazu eine leicht zu pflegende Begrünung nicht sinnvoll?“

Instandhaltung angeblich ungenügend

Weiter möchte der Rat wissen, wer ist für den Reinigungsdienst und die Instandhaltung der Brücke überhaupt zuständig ist? Denn Reile hat noch einen Mangel gefunden. Die Aufzüge funktionierten des öfteren nicht, so der Stadtrat. Das führte oftmals dazu, dass vor allem Radfahrer und Familien mit Kinderwägen keine Möglichkeit hätten, die Brücke als solche zu nutzen. „Wie uns von Herrn Harcke erklärt wurde, sollen ,kleine Steinchen‘ zu den Ausfällen geführt haben, so Reile. Seine Frage: „Wie oft musste eine Firma seit Bestehen der Brücke beauftragt werden, um die Aufzüge wieder in Gang zu setzen?“ Weiter will er wissen: „In welcher Höhe sind diesbezüglich Kosten entstanden und wer kam dafür auf?“

Architekt mag keine Werbung an Brücke

Bürgermeister Kurt Werner ließ mittlerweile wissen, dass die Straßenreinigung täglich mit dem Besen über die Brücke gehe. Die dunkle Stelle auf dem Belag sei eine Regenrinne. Anders als Reile hält er nichts von Werbeplakaten. Die „wesentlichen Gestaltungselemente der Brücke“ seien die „sichtbare Tragkonstruktion mit großflächigen dazwischengehängten Edelstahlgittern“ und die „zeichenhaft wirkenden Treppentürme“ in Sichtbeton. „Eine zusätzliche Nutzung als Werbeträger wäre der Selbstverständlichkeit des architektonischen Gesamtbildes in diesem städtebaulichen Kontext abträglich und keinesfalls wünschenswert“, so Werner. Einräumen musste der Bürgermeister allerdings, dass die Kosten für die Instandsetzung der Aufzüge zu Lasten der Stadt gehen. Mehre Tausend Euro haben die Lifts Konstanz bereits gekostet.

Foto: wak

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